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Hand in Hand: Mit Spühpistole und Schablonen verzierten die Workshop-Teilnehmer die bislang unansehnlichen Mülleimer. Foto: Privat - © Privat
Hand in Hand: Mit Spühpistole und Schablonen verzierten die Workshop-Teilnehmer die bislang unansehnlichen Mülleimer. Foto: Privat | © Privat

Höxter Kunstvolle Mülleimer für den Wall in Höxter

Inklusives Kunstprojekt: Mülleimer werden während der Höxteraner Frauenaktionswochen zu Kunstwerken

Patricia Speith
25.02.2019 | Stand 25.02.2019, 15:51 Uhr

Höxter. Mit vollem Elan waren sie bei der Arbeit. Sprühpistolen wurden gezückt, Schablonen perfekt platziert und kleine Kunstwerke auf alte Abfalleimer gesprüht. In der Werkstatt von Barbara Golüke ging es rund. Während der Frauenaktionswochen fand in der Autolackiererei ein buntes Treiben statt. Laien wurden in minutenschnelle zu Künstlern und verzierten nützliche Müllschlucker mit Motiven, die sofort ins Auge springen. Acht Mülleimer hatte die Stadt Höxter vor zwei Wochen am Wall entfernt, vom Berliner Platz bis zum Stadthaus. Am Bauhof der Stadt erfolgte eine gründliche Reinigung, bevor Barbara Golüke zusammen mit ihrem Team Hand anlegte. In mühevoller Kleinarbeit wurden die unansehnlichen Metalleimer ausgebeult, abgeschliffen, grundiert und für den Workshop kreativ vorbereitet. Auf blauem und grauem Untergrund tummeln sich nun verspielte Motive. Zwei Workshops mit fünf Gruppen In zwei Workshops fand das inklusive Kunstprojekt statt. Fünf Gruppen, bestehend aus je drei Personen (eine Frau mit Behinderung, eine ehrenamtliche Helferin sowie eine Frau aus dem Organisationsteam oder ein Mitarbeiter der Werkstatt), legten sich ins Zeug. Spaß an der kreativen Arbeit hatten sie alle. „Wir möchten zeigen, dass wir ohne Grenzen gut zusammenarbeiten können", sagte Claudia Pelz-Weskamp, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter. „Es ist schön, dass Menschen mit Behinderung etwas so Schönes für die Stadt machen können", da ist sich das Organisationsteam einig. Beim gemeinsamen Arbeiten gebe es keine Unterschiede. Alle seien fleißig und hochkonzentriert bei der Sache. Finanziell unterstützt wird das besondere Projekt von der Aktion Mensch. Etwas Nachhaltiges für die Stadt wollte das Team um Pelz-Weskamp schaffen. Alle Bürger hätten etwas von dieser Aktion. Die Stadt bekomme kreativ gestaltete und gleichzeitig auffällige, aber geschmackvolle Mülleimer, die nicht mehr übersehen werden können. „Wir sind dankbar, dass wir es hier in den Räumlichkeiten von Barbara Golüke machen dürfen", so Tina MacLeod vom Assistenzdienst. „Wir sind dankbar für den tollen Einsatz von Barbara Golüke und ihrem Team", ergänzte Nicole Loges von Bethel regional. Sieben Arbeitsgänge pro Seite Insgesamt sieben Arbeitsgänge pro Seite und pro Mülleimer gehörten zum kreativen Prozess dazu. Ein Prozess, der bei den behinderten Teilnehmern für freudige Aufregung und reichlich Spaß sorgte. „Sie haben viel Freude an der handwerklichen Arbeit", erzählte MacLeod. Besonders die Sprühpistole sei sehr beliebt. Am 16. März werden die Mülleimer auf dem Marktplatz in einer öffentlichen Kunstausstellung präsentiert. Am Vorhaben beteiligt waren: Ludwig-Schloemann-Haus, St.-Petri-Stift, Bethel regional, Werkstätten am Grünenberg/Lebenshilfe Höxter, Lebenshilfe Assistenzdienste, Behindertenbeirat der Stadt Höxter, Autolackierwerkstatt Barbara Golüke und ihr Team sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter, Claudia Pelz-Weskamp.

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