Gastronom: Stefan Menne betreibt das Schmeckwerk in Höxter. - © Manuela Puls
Gastronom: Stefan Menne betreibt das Schmeckwerk in Höxter. | © Manuela Puls

Höxter Stefan Menne vom "Schmeckwerk" ist gerne sein eigener Chef

Jung und selbstständig: Stefan Menne betreibt das „Schmeckwerk“ am Höxteraner Marktplatz. Als sein eigener Chef hat er jetzt mehr Zeit für seine Familie

Höxter. Stefan Menne ist ein junger Mann, dem sein Beruf quasi in die Wiege gelegt wurde. Er stammt aus einer Familie von Gastronomen. Da wundert es wenig, dass sich der 31-Jährige vor eineinhalb Jahren am Höxteraner Markt mit seinem „Schmeckwerk" selbstständig machte. „Wir wollen mal eine ganz andere Schiene fahren", hatte der Familienrat zuvor überlegt. Herausgekommen ist dabei ein Selbstbedienungs-Restaurant, in dem man in erster Linie frühstücken und seine Mittagspause verbringen kann. „Es geht hier nicht um Fast Food, sondern um schnelles, aber gutes Essen, selbst gekocht aus frischen Zutaten", erklärt Menne. Im Angebot sind beispielsweise belegte Steinofenbrote, verschiedene Flammkuchen, Ofenkartoffeln mit diversen Füllungen, aber auch frische Salate, wechselnde Eintöpfe und immer ein Nudelgericht. Morgens gibt es im Höxteraner Schmeckwerk ein Frühstücksbuffet, nachmittags Kaffee und Kuchen, zum Beispiel Waffeln oder Windbeutel. „Wir sprechen eine Kundschaft an, die hier mittags vorbeischaut, hinterher einen Kaffee trinkt, noch einen Schnack auf dem Marktplatz hält und dann zurück zur Arbeit geht", sagt der gelernte Koch. Darüber hinaus liefert das „Schmeckwerk" auf Bestellung auch Cannapés. »Wir arbeiten saisonal mit frischen Produkten und machen alles selbst « Seine Ausbildung absolvierte Stefan Menne im Balthasar in Paderborn, danach arbeitete er zwei Jahre lang in einem Sterne-Restaurant in Verden an der Aller, anschließend im Gasthaus Spieker in Hövelhof-Riege. Dann schob er ein Jahr „Travel and Work" in Australien ein. Dort beköstigte er unter anderem in einem Flüchtlingslager täglich 400 Menschen. „Da lernt man dann, mit der ganzen Hand statt mit den Fingerspitzen zu würzen", lacht der Gastronom. Kulinarisch gesehen habe ich das Barbecue-wütige Down Under aber wenig weitergebracht. Zurück in Deutschland wollte er eigentlich nach Berlin gehen, doch wegen der Krankheit seiner Mutter stieg er dann doch als Koch im Familienbetrieb ein und wurde Küchenchef in Corvey. Nach fünf Jahren war damit Schluss. Und dann kam Stefan Menne auf die Idee mit dem ersten eigenen Laden am Höxteraner Markt. Er kommt also beruflich eher aus der gehobenen Küche und legt deswegen auch im „Schmeckwerk" sehr viel Wert auf Qualität. „Wir arbeiten saisonal mit frischen Produkten, wir machen alles selbst – Dips, Cremes und sogar die Marmeladen beim Frühstück", betont der Höxteraner, der aktuell mit seiner Familie in Lauenförde lebt, aber gerne wieder zurückziehen würde. Alles wird vor den Augen der Gäste zubereitet Das „Schmeckwerk" verfolgt also ein Konzept, wie es in Großstädten längst Gang und Gäbe ist. Und bislang geht das auch in Höxter vollkommen auf. Die Gäste können durch Glasscheiben einen Blick in die Küche werfen. „Alles geschieht vor der Augen der Leute, wir haben nichts zu verbergen", sagt der Jungunternehmer. Trotz des vergleichsweise jungen Ambientes fühlt sich auch die ältere Klientel bei Stefan Menne und seinem sechköpfigen Team wohl. „Die Resonanz auf das neue Restaurant ist bislang sehr positiv", freut sich der Jungunternehmer. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass er jetzt eher tagsüber als abends arbeiten muss und dadurch mehr Zeit für seine beiden kleinen Töchter hat: „Das war für mich ausschlaggebend, ich wollte als Vater auch mal zuhause sein und wenigstens mit meinen Kindern Abendbrot essen." Seine Ehefrau, eine Restaurantfachfrau, arbeitet übrigens ebenfalls im „Schmeckwerk". "Könnten noch mehr Platz gebrauchen" Zu Stoßzeiten, zum Beispiel an Markttagen, ist das neue Restaurant mit seinen 65 Sitzplätzen drinnen auch mal voll belegt. „Da könnten wir sogar noch mehr Platz gebrauchen", sagt Menne. Auch die 90 Sitzmöglichkeiten draußen würden rege genutzt. Der Nachwuchs-Gastronom freut sich über die Modernisierung des Höxteraner Marktplatzes. „Wenn hier alles fertig ist, wird das schon toll", hofft Menne. Schon jetzt sei das Herz Höxters merklich belebt. Er freut sich über die vielfältigen Angebote der Höxteraner Kaufmannschaft und der Gastromonie. „Wo viel ist, ist auch viel los", lautet sein Credo. Deswegen hat er sich ja auch mitten in der Innenstadt selbstständig gemacht. Insgeheim träumt Stefan Menne sogar schon von einem zweiten „Schmeckwerk". Aber das ist momentan nur ein Traum. „Wir wollen erst mal das Restaurant hier in Höxter richtig voranbringen", sagt der überzeugte Koch.

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