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Darum geht es: Volkshochschulleiter Andreas Knoblauch-Flach zeigt das der digitalen Schulungen der VHS im weltweiten Netz. - © Dieter Scholz
Darum geht es: Volkshochschulleiter Andreas Knoblauch-Flach zeigt das der digitalen Schulungen der VHS im weltweiten Netz. | © Dieter Scholz

Kreis Höxter Ein „Oscar“ für zwei Leuchtturm-Projekte im Kreis Höxter

Auszeichnung: „Smart Country Side“ und „Digitale Kompetenz im ländlichen Raum“ erhalten den Innovationspreis 2018 des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung

Mathias Brüggemann
16.01.2019 | Stand 15.01.2019, 20:04 Uhr

Kreis Höxter. Es ist die höchste Auszeichnung, die ein Projekt der Erwachsenenbildung erreichen kann – sozusagen der „Oscar": Die beiden Leuchtturm-Projekte „Smart Country Side (SCS)" der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW) und „Digitale Kompetenz für Bürger im ländlichen Raum" vom Volkshochschul-Zweckverband Diemel-Egge-Weser wurden jetzt in Bonn mit dem Innovationspreis 2018 des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) ausgezeichnet. Beide Projekte sind eng miteinander verzahnt und nach Aussagen von Heidrun Wuttke, SCS-Projektreferentin, „in dieser Form bundesweit einzigartig". Mit den beiden Projekten beschreiten die Kreise Höxter und Lippe neue Wege mit dem Ziel, den ländlichen Raum mit Hilfe der Digitalisierung zukunftsfähiger zu machen. Bürger aus 16 Orten der beiden Kreise entwickeln und erproben digitale Anwendungen, wie zum Beispiel eine digitale Dorf-Plattform, eine Kirchen-App, eine digitale Dorfchronik oder einen digitalen Dorf-Hilferuf. 140 künftige Digital-Experten bei Schulungen Dazu nehmen die 140 künftige Dorf-Digital-Experten 15 Monate lang an Schulungen teil, die vom VHS-Zweckverband Diemel-Egge-Weser in Kooperation mit den anderen drei Volkshochschulen des Kreises Höxter und dem Kreisberufskolleg anbieten. Das Besondere ist: Die künftigen IT-Experten geben anschließend ihr Wissen selbstorganisiert und ehrenamtlich an die Dorfbewohner weiter. Dafür werden in den Gemeinschaftshäusern der Dörfer Lern- und Medienecken eingerichtet. Annegret Kramp-Karrenbauer, Schirmherrin des Innovationspreises und Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, wies bei der Preisverleihung darauf hin, dass das Motto des Wettbewerbs, „Regionale Weiterbildung gestalten – Disparitäten überwinden", eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit beschreibe. Um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu gewähren, benötigten Menschen in peripheren ländlichen Regionen Zugang zu lebenslanger Bildung. Angebote der Weiterbildung seien nicht nur für die individuelle Entwicklung wichtig, sondern könnten auch das Miteinander vor Ort und das Zusammenleben in den Dörfern stärken. Ein Schatz, der in den Dörfern und auf dem Land schlummert „In diesem Projekt wird ein Schatz gehoben, der besonders in den Dörfern und auf dem Land schlummert", würdigten die Jurymitglieder, Caroline Kramer vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Horst Weishaupt vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, die beiden Preisträger. „Dieser Schatz sind die Menschen, die sich zum Beispiel in den Vereinen, in der Kirche und in der Nachbarschaft engagieren." Das Projekt könne mit seiner Kombination von Weiterbildung, bürgerschaftlichem Engagement und der nötigen Infrastruktur beispielhaft für viele ländliche Regionen sein. Den Innovationspreis nahmen bei dem Festakt in Bonn Landrat Friedhelm Spieker, der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter, Michael Stolte, SCS-Projektmanagerin Heidrun Wuttke, Kreisheimatpfleger und Dorf-Digital-Experte aus Ovenhausen, Hans-Werner Gorzolka, der Trainer digitaler Kompetenz, Mirko Löffelbein, und der Leiter des VHS-Zwecksverbandes Diemel-Egge-Weser, Andreas Knoblauch-Flach, entgegen.

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