Europaparlamentarier Elmar Brok. - © Burkhard Battran
Europaparlamentarier Elmar Brok. | © Burkhard Battran

Kreis Höxter Mögliches Aus für Elmar Brok sorgt für Bedauern im Kreis Höxter

Reaktionen: Was die heimischen CDU-Spitzenpolitiker Christian Haase und Matthias Goekensowie Europa-Aktivist Rainer Pauli zum Umgang mit dem Europa-Parlamentarier sagen

Simone Flörke
10.01.2019 | Stand 10.01.2019, 12:13 Uhr
Mathias Brüggemann

Kreis Höxter. Die Nachricht vom möglichen Karriere-Ende des ostwestfälischen Europaparlamentariers Elmar Brok hat auch im Kreis Höxter Bedauern hervorgerufen. Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Christian Haase erklärte am Mittwoch auf NW-Anfrage: „Ich bin über die Nichtberücksichtigung von Elmar Brok durch den Landesvorstand auf einem aussichtsreichen Listenplatz schwer enttäuscht. Hierzu muss man wissen, dass es anders als bei anderen Wahlen keine Direktwahlbezirke gibt. Die EU befindet sich nicht in einem ruhigen Fahrwasser, als dass man schnell einen Lotsen von Bord schicken könnte." Elmar Brok verfüge einerseits über „das beste außenpolitische Netzwerk und die größte Erfahrung innerhalb der EU-Parlamentarier", andererseits gehöre er zu den „aktivsten Volksvertretern, der seine Bürgernähe regelmäßig beweist". Die Union wolle jetzt mit ihm im Bezirksvorstand über das weitere Vorgehen beraten, erklärte Haase. Landtagsabgeordneter Matthias Goeken, der als Landesvorstandsmitglied an der denkwürdigen Sitzung in Düsseldorf teilgenommen hatte, findet es „traurig, wie das gelaufen ist". Für Ostwestfalen-Lippe sei das ein „herber Schlag". Brok sei ein ungemein fleißiger Politiker, der sich um Europa und um die Region sehr verdient gemacht habe. „Elmar Brok war für uns immer ansprechbar", hebt Goeken Broks Volks- und Basisnähe hervor. Aussichtsreicher Listenplatz zur Europawahl Der Bad Driburger Abgeordnete hofft nun, dass es am kommenden Samstag bei der Bezirksvorstandssitzung der Partei gelingt, Brok dazu zu bewegen, auf der Landesdelegiertenversammlung am 26. Januar in Siegburg dennoch für einen aussichtsreichen Listenplatz zur Europawahl zu kandidieren: „Wir können auf ihn nicht verzichten", sagt Goeken. Das fortgeschrittene Alter des 72-jährigen Europa-Politikers hält Goeken nicht für ein Hindernis. „Otto von Habsburg war wesentlich älter, als er für die CSU ins Europaparlament einzog. Für mich sind die Erfahrung und das Engagement Elmar Broks die ausschlaggebenden Punkte." „Das war ein Schock, als ich die Nachricht hörte", sagt Rainer Pauli, von der Brakeler Puls-of-Europe-Bewegung. „Wir haben Elmar Brok für den 7. Mai zu einer Podiumsdiskussion in Brakel eingeladen. Jetzt ist es fraglich, ob er kommt." Doch nicht nur deswegen bedauert Pauli das mögliche Karriere-Aus des dienstältesten Europaparlamentariers. „Elmar Brok ist ein unheimlich engagierter und hochkompetenter Europa-Politiker", findet Pauli. „Er kam auch von sich aus zu den Puls-of-Europa-Demonstrationen, ohne dass er ausdrücklich eingeladen war". Für Pauli ist es unverständlich, dass eine Partei „solch eine Koryphäe nicht wieder aufstellt".

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