Delegierte aus dem Kreis Höxter: Werner Dürdoth (v. l.), Michael Stickeln, Birgit Kuchenreiter, Hildegard Pöhler, Matthias Goeken und Christian Haase in Hamburg. - © CDU
Delegierte aus dem Kreis Höxter: Werner Dürdoth (v. l.), Michael Stickeln, Birgit Kuchenreiter, Hildegard Pöhler, Matthias Goeken und Christian Haase in Hamburg. | © CDU

Kreis Höxter Freude und Enttäuschung bei der CDU im Kreis Höxter

Reaktionen der Delegierten aus dem Kreis Höxter auf die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer

David Schellenberg
Dieter Scholz

Hamburg/Kreis Höxter. Dass es knapp werden würde bei der Wahl zum neuen CDU-Bundesvorsitzenden, hatten politische Beobachter durchaus erwartet. Das zwischen Gewinnerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz am Ende aber nur 35 Stimmen liegen, hat selbst die sechs Delegierten aus dem Kreis Höxter überrascht. „Einen so geringen Abstand hätte ich nicht erwartet", sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der zum ersten Mal an einem Bundesparteitag teilnahm. Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, obgleich er alle drei Kandidaten lobt. Jens Spahn, so berichtet der Bad Driburger, hätte die beste Rede der drei Kandidaten gehalten und immerhin mehr Prozente erhalten, als von vielen prognostiziert. Eine Spaltung der Partei erwartet er allerdings nicht. Im Gegenteil. Die Kandidatenkür habe die Partei in hohem Maße mobilisiert. „Das hat der CDU sehr gutgetan." Er habe im Vorfeld viele Gespräche und Diskussionen geführt und auch über die sozialen Medien eine Menge Anregungen erhalten. Bundestagsabgeordneter Christian Haase hatte sich im Vorfeld des Parteitages für Annegret Kramp-Karrenbauer ausgesprochen. Entsprechend zufrieden war er nach der Wahl. „Ich gratuliere Annegret Kramp-Karrenbauer zur Wahl. Wir hatten drei starke Kandidaten, von denen nur einer gewinnen konnte", erklärte er in Hamburg. Er wünsche sich, dass die beiden Unterlegenen nun in die Parteispitze eingebunden werden und die Partei den Schwung der Kandidatenwahl nun in den Prozess eines neuen Grundsatzprogramms einbringe. Stimmungsbild "Pro Merz" Es sei ein emotionaler und intensiver Parteitag gewesen, sagt Werner Dürdoth. Der Borgentreicher Christdemokrat gehörte zu den sechs Delegierten aus dem Kreis Höxter. Dürdoth wollte den Wechsel, stimmte für Friedrich Merz als Nachfolger von Angela Merkel an der Spitze der Partei. Im Vorfeld habe er sich viele Gedanken gemacht, sagt er am Telefon. 35 Stimmen mehr als Merz konnte Annegret Kramp-Karrenbauer auf sich vereinigen. Die Delegierten aus Kreis hatten unter den Parteifreunden im Kreis versucht, in Gespräche sich ein Stimmungsbild zu machen. „Das fiel pro Merz aus", sagt Dürdoth. Doch habe es durchaus auch Stimmen für die Kandidatin Kramp-Karrenbauer gegeben. „Mit dem Ergebnis können wir jetzt gut leben", sagt der Kreisvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) seiner Partei. „Alle gehen fair miteinander um", meldet er aus dem Hamburger Saal. Die neue Parteivorsitzende habe Persönlichkeit gezeigt und eine kämpferische Rede gehalten „und so einige Unentschlossene auf ihre Seite ziehen können", schildert Dürdoth seinen Eindruck. Sie habe ihre Chance genutzt. An Format gewonnen Kramp-Karrenbauer habe durch ihre Rede an Format gewonnen, bilanziert Michael Stickeln. Auch der Warburger Bürgermeister stimmte in Hamburg mit ab. Kramp-Karrenbauer habe eine deutliche politische Abgrenzung der Christdemokraten eingefordert, die bisher am rechten und linken Rand Wählerstimmen gekostet hätte, sagt Stickeln. Leicht habe er sich die Entscheidung nicht gemacht. „Ich habe in den vergangenen Wochen im Kreis mit vielen Parteifreunden gesprochen und die Stimmung aufgenommen", so Stickeln. Das Votum, so sein Fazit, sei für Spahn dabei gering ausgefallen. Die Mehrheit sei von Merz überzeugt gewesen und „deckte sich mit meiner eigenen Wahl". Doch habe er auch einen deutlichen Anteil für die Frau unter den Bewerbern ausgemacht. Als positives Zeichen bewertet der Warburger Bürgermeister, dass drei Bewerber angetreten seien. „Der Prozess vor dem Parteitag war grandios", sagt Stickeln. Der Mut von Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn in die großen Fußstapfen, die Angela Merkel hinterlasse, zu treten, zeige, dass die Partei lebe.

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