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Schauen genau hin: Die Höxteraner Bezirksbeamten Dieter Warneke (l.) undHans Düker auf Streife auf dem Weihnachtsmarkt in Höxter. - © David Schellenberg
Schauen genau hin: Die Höxteraner Bezirksbeamten Dieter Warneke (l.) undHans Düker auf Streife auf dem Weihnachtsmarkt in Höxter. | © David Schellenberg

Höxter Wie die Polizei für Sicherheit auf dem Höxteraner Weihnachtsmarkt sorgt

Mit ihrer regelmäßigen Präsenz will die Polizei den Langfingern das Leben schwer machen

David Schellenberg
08.12.2018 | Stand 08.12.2018, 10:42 Uhr

Höxter. Ein Glühwein mit Freunden, Crêpes oder Würstchen am Imbissstand – auf dem Weihnachtsmarkt in Höxter gönnt man sich gerne eine kurze adventliche Auszeit. Wie die ältere Frau, die sich – offensichtlich nach erfolgreichen Weihnachtseinkäufen – gerade die Pommes munden lässt. Überraschend wird sie von den Polizisten Dieter Warneke und Hans Düker angesprochen. Denn die Dame hat die große Tasche mit ihren Weihnachtseinkäufen offen über der Schulter hängen. Greift ein geübter Dieb hinter ihrem Rücken hinein, würde sie es nicht merken. Warneke und Düker, die beiden Bezirksbeamten der Polizei in Höxter, demonstrieren ihr die Gefahr und mahnen an, die Taschen stets im Blick zu behalten sowie das Portemonnaie gut verschlossen direkt am Körper oder in einer abgeschlossenen Handtasche zu tragen. Denn es ist vor allem die Gelegenheit, die Diebe macht. Streife auf dem Marktplatz auf am Abend Die Frau ist von der Ansprache durch die Polizeihauptkommissare zunächst sichtlich überrascht, lässt sich aber schnell von deren Freundlichkeit und guter Laune anstecken. Nach einem kurzen Plausch gehen Warneke und Düker weiter. Immer mit dem Blick auf die Besucher, für deren Sicherheit sie sorgen wollen. Immer wieder laufen sie und ihre Kollegen von der Kreispolizeibehörde Streife über den Marktplatz. Auch in den dunklen Frühabendstunden, wenn das Gedränge schon mal etwas größer wird. Denn selbst wenn es in Höxter nur einen vergleichsweise kleinen und friedlichen Weihnachtsmarkt gibt – auch hier schlagen die Langfinger zu, wenn die Gäste zu unachtsam werden. Handys sind beliebtes Diebesgut Der Klassiker: In geselliger Glühweinrunde werden die Handys auf den Tisch gelegt – man will ja immer erreichbar sein. „Dann kommt irgendein Bekannter vorbei und man dreht sich kurz um. Schon ist das Handy weg", beschreibt Polizeisprecher Andreas Hellwig. Das sei im vergangenen Jahr in Höxter mehrfach vorgekommen. Auch in der offenen Gesäßtasche ist das Handy in Gefahr. In diesem Jahr wurden allerdings noch keine Straftaten im Bezug auf den Weihnachtsmarkt registriert, was die Polizei auch ihrer regelmäßigen Präsenz zuschreibt. Damit es in Höxter so friedlich bleibt, ist die Polizei auch nachts in der Innenstadt unterwegs, um die Deko vor Vandalismus und die Buden vor Einbrüchen zu schützen, wie es in diesem Jahr bereits in Holzminden geschehen ist. Zusätzlich sind Mitarbeiter vom städtischen Ordnungsamt im Einsatz, um die Einhaltung der Öffnungszeiten wie auch der Sicherheitsvorschriften zu überprüfen. Als Bezirksbeamte ist die Prävention für Warneke und Düker eine wichtige Aufgabe. Denn einen möglichen Diebstahl im Vorfeld zu verhindern, ist immer noch das Beste. Deshalb sprechen sie die Besucher an, wenn diese zu arglos mit ihren Wertsachen sind. Als Beispiel nennt Warneke die Senioren, die ihre Geldbörsen vorn im Rollator vor sich herschieben. Sind sie kurz abgelenkt, haben Diebe leichtes Spiel. Ansprechpartner für die Besucher Umgekehrt werden die beiden freundlichen Männer häufig von Passanten angesprochen. Meist mit dem Satz: „Wo ich sie gerade zufällig treffe", wie Warneke und Düker schmunzelnd berichten. Die Themen haben selten etwas mit dem Weihnachtsmarkt zu tun. Mal geht es um die zu hohe Hecke des Nachbarn, die den Straßenverkehr behindert, mal der Hinweis, in welcher 30er-Zone die Polizei mal wieder blitzen könnte. Die Bezirksbeamten hören zu und helfen, wo sie können. Und sei es nur, dass sie auf den richtigen Ansprechpartner hinweisen. Die ältere Frau, die die beiden Bezirksbeamten an der Imbissbude angesprochen hatten, trug ihr Portemonnaie übrigens in einer geschlossenen Handtasche unter dem Mantel. Vorbildlich, befanden Düker und Warneke. Und dieses Lob machte die Dame auch ein wenig stolz.

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