Mit dem Fair Ticket gibt es ab dem 1. Januar eine erschwingliche Möglichkeit im Hochstift Bus- und Bahn zu fahren. - © Marco Schreiber
Mit dem Fair Ticket gibt es ab dem 1. Januar eine erschwingliche Möglichkeit im Hochstift Bus- und Bahn zu fahren. | © Marco Schreiber

Paderborn/Höxter So funktioniert das neue Sozialticket für das Hochstift

Unbegrenzte Bus- und Bahnfahrten im Stadtgebiet kosten monatlich 24,90 Euro, in den Kreisgebieten Paderborn und Höxter werden 36 Euro fällig.

Mareike Gröneweg

Paderborn/Höxter. Nach Jahren der politischen Diskussion ist es soweit: Das Sozialticket für die Kreise Paderborn und Höxter kommt. Es trägt den Namen Fairticket und wird ab dem 1. Januar 2019 erhältlich sein. Angeboten werden zwei Varianten: Ein Ticket gilt für Bus- und Bahnfahrten im Stadtgebiet Paderborn (24,90 Euro), das andere für Fahrten in den Kreisen Höxter und Paderborn (36 Euro). "Mit den Preisen liegen wir NRW-weit an der unteren Grenze", berichtet Udo Wiemann, Geschäftsführer der Verbundgesellschaft Paderborn/ Höxter (VPH). Anfang 2018 erhielt die VPH den Auftrag, Details zu einem Sozialticket auszuarbeiten. Das Fairticket ist zeitlich unbegrenzt nutzbar An den bisherigen Planungen zum Fairticket wurde kritisiert, dass es erst ab 8 Uhr gilt. Diese Begrenzung wurde abgeschafft. "Das Ticket ist jetzt zeitlich unbegrenzt nutzbar", sagt Wiemann. Nur bei Nachtbusfahrten werden Zuschläge fällig. Diese variieren laut Wiemann je nach Preisstufe, übersteigen aber nicht den Betrag von drei Euro. Wer ein Fairticket kaufen möchte, braucht eine Kundenkarte. Anspruchsberechtigt sind Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Leistungen für Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe, Leistungen der Kriegsopferfürsorge oder Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Bürger- und Sozialämter sowie die Jobcenter können die Kundenkarten als Berechtigungsnachweis ausgeben. Die Kundenkarten sind zwölf Monate gültig. "Damit wollen wir verhindern, dass die Fairticket-Nutzer sich jeden Monat aufs Neue um eine Kundenkarte bemühen müssen", berichtet Wiemann. Das Fairticket unterscheidet sich von anderen Sozialticket-Modellen Mit der Kundenkarte kann dann das Fairticket in Bussen, an Fahrkartenautomaten sowie an üblichen Verkaufsstellen gekauft werden. Es unterscheidet sich laut Wiemann von anderen Sozialticket-Modellen: Angrenzende Kreise würden oft Abo-Modelle verkaufen anstatt Monatstickets. "Der Kunde muss bei Abo-Modellen auch zahlen, wenn er einen Monat lang nicht fährt. Das ist ein Stolperstein", findet Wiemann. Informationen rund um das Fairticket im Hochstift sind in einem Flyer gebündelt, der das Sozialticket auf deutsch, englisch, französisch und arabisch erklärt. Insgesamt 20.000 Flyer wurden gedruckt und sollen unter anderem über den Runden Tisch Armut Paderborn direkt an Betroffene verteilt werden. "Das Fairticket ist ein Meileinstein für Menschen mit geringerem Einkommen", betont Kathrin Jäger vom Runden Tisch Armut Paderborn. Im NRW-Landeshaushalt sind laut Udo Wiemann 40 Millionen Euro als Unterstützung für das Sozialticket veranschlagt. Doch die VPH plane, das Fairticket auch anzubieten, wenn die Fördergelder in der nächsten Legislaturperiode ausbleiben. Und eine weitere Fahrkarte sei in der Planung: Ein westfalenweites Azubiticket.

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