„Jetzt bin ich angekommen": Das sagt die neue Schulleiterin des König-Wilhelm-Gymnasiums Höxter, Heike Edeler. Fotos: David Schellenberg - © David Schellenberg
„Jetzt bin ich angekommen": Das sagt die neue Schulleiterin des König-Wilhelm-Gymnasiums Höxter, Heike Edeler. Fotos: David Schellenberg | © David Schellenberg

Höxter Heike Edeler leitet jetzt das Gymnasium in Höxter

Höxter. Heimlich sei sie im Frühjahr in der großen Pause ins König-Wilhelm-Gymnasium gegangen, um sich einfach mal umzuschauen. „Obwohl völlig unbekannt, wurde ich freundlich angelächelt und gegrüßt", berichtet Heike Edeler. Ein entscheidender Moment bei der Überlegung, ob sie die Aufgabe der Schulleiterin in Höxter übernehmen will. Gestern wurde sie in einer Feierstunde offiziell in ihr Amt eingeführt. Die freundliche Athmosphäre, die vielen Projekte und Prozesse, die ihr Vorgänger Hans-Georg Wieners gemeinsam mit Stellvertreter Hans Nicolas angeschoben haben, das engagierte Kollegium, aber auch der Einsatz der Stadt beim Umbau des Gebäudes und nicht zuletzt die anstehenden Herausforderungen hätten sie bewogen, sich für die Aufgabe zu bewerben, sagt die 44-Jährige im Gespräch. Positiv ausgewirkt hat sich sicherlich auch das beharrliche Werben ihres Stellvertreters in Höxter, Hans Nikolas. "Wir sind sehr zuversichtlich für die Zukunft unserer Schule" Der plauderte in seiner launigen Moderation der Feierstunde aus dem Nähkästchen. Denn Nicolas ist Blomberger. Dort hat Edeler, die seit langem „Wahl-Höxteranerin" ist, zuletzt am Hermann-Vöchting-Gymnasium unterrichtet. Seit der ersten Begegnung vor acht Jahren sahen sie sich regelmäßig: Auf der Bundesstraße bei Steinheim, wenn sie nach Blomberg und er nach Höxter fuhren. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie lang die Winter sind, wenn man die Autos im Gegenverkehr nicht erkennt und nicht per Lichthupe grüßen kann." Nikolas berichtete, wie sehr er dann, den Frühling herbeiwünschte. Nun arbeiten sie zusammen – zumindest für ein Jahr. Dass der Start der neuen Schulleiterin gelungen ist, quasi ein „Wohlfühlübergang" war, bestätigt auch Andre von Rüden, Vorsitzender des Lehrerrates am KWG. Er räumt ein, dass die Skepsis bei einigen Kollegen groß gewesen sei. Nach dem ersten Kontakt aber sei die völlig verschwunden. Alle Lehrer, so berichtet von Rüden, hätten nach den ersten persönlichen Gesprächen ein Lächeln im Gesicht gehabt. „Wir, das Kollegium, freuen uns sehr und sind sehr zuversichtlich für die Zukunft unserer Schule", schloss der Lehreratsvorsitzende. Pflege guter Nachbarschaft Viele warme Grußworte wurden in der Feierstunde an die neue Schulleiterin gerichtet. So erinnerte Bürgermeister Alexander Fischer an den notwendigen Teamgeist, der Sprecher der Gymnasien im Kreis Höxter wiederum an die aktuelle Schwierigkeit im Land, Schulleiterposten zu besetzen: „Es war mit Spannung zu sehen, wie Höxter das Problem lösen wird." Ludger Mahrenholz, Vertreter der Schulleiter in Höxter, wiederum betonte die Tradition der Zusammenarbeit und die Pflege guter Nachbarschaft. Der Leitende Regierungsschuldirektor Rolf-Victor Siedenhans, der die Ernennungsurkunde an Heike Edeler übergab, beschrieb die vielfältigen Herausforderungen für heutige Schulleiter in einer Welt, die sich sehr schnell verändere. Er gab seiner Hoffnung ausdruck, dass in Höxter ein Schulentwicklungsprozess eingeleitet wird, betonte aber zugleich, dass solche Prozesse nie zu Ende gehen und eine Balance aus Bewahrung der Tradition und Innovation seien. Als Stichworte die Bedeutung des Schulklimas für Veränderungen wie auch die Lehrerfortbildung. Bewegt von der Herzlichkeit Dem anwesenden Bürgermeister legte er nahe, für Schüler und Lehrer am Gymnasium die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen – auch mit Blick auf den Platzbedarf für das wiedereingeführte Abitur nach neun Jahren (G9) und die zunehmende Bedeutung des digitalen Lernens. Heike Edeler ist sich dieser Herausforderungen bewusst, vor denen sie auch Respekt hat, wie sie in ihrer Rede betonte. Zu schaffen sei das nur als Team und mit vielfältiger Unterstützung. Der Start sei ihr leicht gemacht worden, wie auch die Feierstunde zeige. Sie sei bewegt von der Herzlichkeit, mit der sie empfangen wurde. Doch bei aller Freude wurde Edeler in einem Punkt auch sehr deutlich und nahm damit ein Thema von ihr auf, das Hans Nicolas mit der Einspielung eines Toten-Hosen-Liedes (sie ist großer Fan der Punkrock-Band) bereits zu beginn der Feierstunde mit Blick auf Chemnitz angeschnitten hatte: „Es ist wichtig, mit beiden Beinen fest auf dem Fundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu stehen." Nicolas wurde in seinem Plädoyer gegen rechte Polemik und Fremdenhass noch deutlicher und erinnerte an die Verantwortung von Eltern und Lehrern. „Wir können das schaffen, wir müssen das auch wollen." Ehemalige Kollegen zu Gast Mit viel Wehmut war eine Delegation des Blomberger Gymnasiums nach Höxter gekommen. Lehrerin Nicole Stöß ließ keinen Zweifel daran, dass die Lipper sehr traurig über den Wechsel sind. „Herzlichen Glückwunsch, liebes KWG zu dieser hoch qualifizierten, sympathischen und engagierten Schulleiterin."

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