So könnte es aussehen: Visualisierung des Vorentwurfs zum neuen Hallenbad an der Ecke Lütmarser Straße/Entlastungsstraße. - © Hooper
So könnte es aussehen: Visualisierung des Vorentwurfs zum neuen Hallenbad an der Ecke Lütmarser Straße/Entlastungsstraße. | © Hooper

Höxter Pläne für das Hallenbad in Höxter vorgestellt

Investitionen: Die Stadt Höxter will für zehn Millionen Euro ein neues Hallenbad bauen. Bei der Vorstellung im Bäderausschuss bemängeln viele Mitglieder das Fehlen eines Sprungturms

Burkhard Battran

Höxter. Springen oder nicht springen, das ist hier die Frage. Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht. In einer Woche, am Donnerstag, 20. September (18. 30 Uhr im Ratssaal des Historischen Rathauses), muss der Rat eine Entscheidung treffen. Es geht um vier Millionen Euro Fördergelder. „Darum muss der Neubau des Höxteraner Hallenbades zwingend auf den Weg gebracht werden", betonte der Ausschussvorsitzende Stefan Berens.Insgesamt ist der Hallenbadneubau mit zehn Millionen Euro veranschlagt. Am Dienstag hat das niederländische Architekturbüro Hooper aus Oosterhout im Bäderausschuss der Stadt einen Vorentwurf zum Bau eines Hallenbades am Eingang der Lütmarser Straße vorgestellt. „Mit dieser Lage ist das Gebäude auch eine Visitenkarte der Stadt, denn wer durch Höxter fährt, kommt daran vorbei", sagte Planer Hokan Nummelin. Mit seiner Lage ist das Gebäude auch eine Visitenkarte der Stadt Und am Entwurf des Baukörpers hatte der Ausschuss auch nichts auszusetzen. Es handelt sich um einen kompakten Baukörper mit insgesamt 2.800 Quadratmetern Nutzfläche, wobei etwa 1.800 auf die Schwimmbadebene entfallen. Auch das alte Hallenbad an der Luisenstraße konnte von der B 64 aus eingesehen werden. Allerdings lag es etwas verschämt hinter einer Lärmschutzwand. Das soll am neuen Standort anders werden. Die Lärmschutzwand soll im Bereich des Bades aufgerissen werden, da der Baukörper ausreichend Lärmschutz gewährleiste. Zur Kreuzung hin soll das Gebäude eine runde Kante bekommen. Eine große Fensterfront in Richtung der Entlastungsstraße erlaubt beim Vorbeifahren einen Blick aufs Schwimmerbecken. Die Fassade soll mit einer besonders behandelten, langlebigen Holzverschalung gestaltet werden. „In jedem Fall ist das ein sehr ansprechendes Gebäude", fasste Berens zusammen. Der Eingang soll sich auf der Rückseite in Richtung der Schulen befinden. Fünf Bahnen mit 1,80 Meter Tiefe „Das macht Sinn, denn hier sind auch die Parkplätze, vor allem aber geht es um kurze Wege für das Schulschwimmen", erklärte Projektkoordinator Bernard Hardick. Drinnen ist ein 25 mal 12,5 Meter großes Schwimmerbecken mit fünf Bahnen und einer durchgehenden Tiefe von 1,80 Meter geplant. Hinzu kommen ein 12 mal 8 Meter großes Therapie- und Nichtschwimmerbecken. Es soll mit einem Hubboden mit maximaler Tiefe von 1,30 Metern ausgestattet werden. Als dritte Einheit ist ein 14 Quadratmeter großes Kleinkinder-Planschbecken geplant. Insgesamt ist eine Wasserfläche von 450 Quadratmetern vorgesehen. Der Bereich des Therapiebeckens soll durch eine Glaswand abgeteilt werden können, damit dort Kurse abgehalten werden können, ohne den regulären Schwimmbetrieb zu stören. Negativ aufgestoßen ist vielen Ausschussmitgliedern allerdings das Fehlen eines Sprungturms. Tatsächlich sei der auch gar nicht Teil der Ausschreibung gewesen, räumte Verwaltungsvertreter Lothar Stadermann ein. Auch Bürgermeister Alexander Fischer nahm an der Sitzung teil, beteiligte sich aber nicht an der Diskussion. Sprungturm erhöht Aufwand und Kosten „Die Präsentation ist schlecht vorbereitet, denn eine Variante mit Sprunganlage hätte uns vorgestellt werden müssen, da sie zur Schwimmausbildung dazu gehört", bemängelte BfH-Ratsmitglied Ralf Dohmann. So sah das auch Uwe Schreiner als Vertreter des Stadtsportverbandes. Eine Sprunganlage sei unabdingbar, und es sei für eine vernünftige Schwimmausbildung auch nicht ausreichend, wenn im Freibad ein Sprungturm vorhanden sei. „Wenn ich das richtig sehe, ist in dem Bad ja außer Schwimmen nichts los, und ein Sprungturm wäre das Einzige, das jugendlichen Besuchern etwas Spaß bringen könnte", sagte CDU-Ausschussmitglied Lutz van Herck. Die Planer führten aus, dass eine Sprunganlage grundsätzlich machbar sei, allerdings müsste das Gebäude wegen der damit verbundenen baurechtlichen Auflagen um etwa zwei Meter verlängert werden. Das Schwimmerbecken müsste im Sprungbereich auf 3.80 Meter vertieft werden, was insgesamt zu Mehrkosten von rund 300.000 Euro führen würde. „Nicht vergessen dürfen wir, dass damit aber auch eine Steigerung der Betriebskosten zusammenhängt, da wegen der erhöhten Aufsichtspflicht ein zweiter Schwimmmeister erforderlich sein wird", merkte SPD-Ratsherr Werner Böhler an. Es war die einzige Stimme, die sich kritisch zu einem Sprungturm äußerte. Die Fürsprecher der Sprunganlage waren sich aber einig, dass eine Drei-Meter-Plattform ausreichend sei. Für ein Drei-Meter-Sprungbrett müsste nämlich die Gebäudehöhe verändert werden und dann könnten aus 300.000 Euro auch schnell mal das Doppelte werden. Neue Pläne werden ausgearbeitet Zur Ratsversammlung will das Architekturbüro eine neue Variante mit Dreier-Plattform ausarbeiten und in der Sitzung vorstellen. Prüfen wollen die Architekten auch einen Hinweis von Schwimmmeister Volker Riedel, der angeregt hatte, das Therapiebecken um 50 Zentimeter auf 12,50 Meter zu verlängern, da es dann Normmaß hätte und dort auch Schwimmprüfungen abgenommen werden könnten.

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