Der Angeklagte Wilfried W. (m.) mit seinen Anwälten Carsten Ernst und Detlev Binder. - © Wilfried Hiegemann
Der Angeklagte Wilfried W. (m.) mit seinen Anwälten Carsten Ernst und Detlev Binder. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn/Höxter Verteidiger plädieren auf siebeneinhalb Jahre Haft für Wilfried W.

Jürgen Mahncke

Paderborn/Höxter. Die Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger lauten auf lebenslangen Haftstrafen für beide Angeklagten im Prozess um die Foltermorde von Bosseborn. Die Verteidigung von Wilfried W. widerspricht diesem Strafmaß deutlich. Rechtsanwalt Carsten Ernst übernahm den ersten Teil des Plädoyers für seinen Mandanten. Er führte vor allem auf die Persönlichkeit von Wilfried W. ein und verdeutlichte, dass der Angeklagte mit einem Kind im Grundschulalter zu vergleichen sei. Am Ende seiner Ausführungen befürwortete Ernst die Unterbringung von Wilfried W. in einer psychiatrischen Klinik. Im zweiten Teil ging Detlev Binder auf den Prozessverlauf, die Gutachten zu seinem Mandanten und die Zeugenaussagen zu den Vorgängen in Bosseborn ein. Er führte auf, wie schwach das Gutachten von Michael Osterheider gewesen sei. Mit welcher Eiseskälte Angelika W. von den Vorgängen berichtete. Außerdem auf die Unsicherheiten von Zeugenaussagen und deren teilweise positiven Zuschreibungen für seinen Mandanten. Hinsichtlich der Strafbemessung sieht der Anwalt mehrere Gründe, die für eine verringerte Strafe sprechen. Deshalb schloß Binder das Plädoyer mit den Worten: "Ich fordere eine Gesamtstrafe von 7 Jahren und 6 Monaten." Der Verlauf des Plädoyers am Landgericht Paderborn:

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