Die Angeklagte Angelika W. mit ihrem Verteidiger Peter Wüller im Landgericht Paderborn. - © Wilfried Hiegemann
Die Angeklagte Angelika W. mit ihrem Verteidiger Peter Wüller im Landgericht Paderborn. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn/Höxter Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafen im Bosseborn-Prozess

Auch die Nebenkläger wollen lebenslange Haftstrafen für Wilfried und Angelika W..

Jürgen Mahncke

Paderborn/Höxter. Nach fast zwei Jahren und 55 Verhandlungstagen geht der Bosseborn-Prozess jetzt in den Schlussspurt. Die Anklage lautet unter anderem auf Mord durch Unterlassen. Ende Oktober 2016 begann das umfangreiche Verfahren, was jetzt mit den Plädoyers, den Schlussworten und einem Urteil enden wird. Oberstaatsanwalt Ralf Meyer fasste die Vorgänge und die Taten der beiden Angeklagten in seinem Plädoyer nochmals zusammen. Zum Ende des Vortrags fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Freiheitsstrafen für Angelika und Wilfried W.. Für den Angeklagten Wilfried zudem die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung. Auch Anwalt Ralf Weber, der die Mutter der getöteten Anika W. vertritt, schließt sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an. "Das Niederträchtige der Angeklagten war, meine Mandantin über das Handy ihrer getöteten Tochter anzurufen und ihr vorzugaukeln, dass Anika noch am Leben sei und sich in den Niederlanden aufhalte", sieht Weber einen der Gründe für eine Besondere Schwere der Schuld der beiden Angeklagten. Auch die Anwälte von Christel P., sie entkam aus den Fängen der Angeklagten, und des Ehemannes von Susanne F., ihr Tod löste die Ermittlungen aus, schließen sich den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. Am Donnerstag tragen die Anwälte des Angeklagten Wilfried W. ihre Plädoyers vor. In der nächsten Woche folgen dann die Rechtsbeistände von Angelika W.. Sollte sie ihr letztes Wort zu einem stundenlangen Monolog nutzen, will der Anwalt der Nebenkläger protestieren. Der Verlauf der Plädoyers im Paderborner Landgericht zur Nachlese:

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