Neubau: Das neue Bürogebäude der Th. Geyer Ingredients ist bereits bezogen worden. - © Mareike Gröneweg
Neubau: Das neue Bürogebäude der Th. Geyer Ingredients ist bereits bezogen worden. | © Mareike Gröneweg

Stahle Stahler Firma baut für mehr als zwei Millionen

Die Firma Th. Geyer Ingredients hat ihr neues Bürogebäude in Stahle bezogen

Mareike Gröneweg

Stahle. Das Geschäft brummt. Das zeigt sich nicht zuletzt an dem hohen Anbaubedarf des Unternehmens Th. Geyer Ingredients. In diesem Jahr wurde das neue Bürogebäude fertiggestellt, das insgesamt mehr als zwei Millionen Euro kostete. Ein weiterer Neubau ist bereits geplant, um mehr Lagerflächen und weitere Abfüllanlagen unterzubringen. Der Baustart soll noch in diesem Jahr liegen. Der geschäftsführende Gesellschafter Ralf Streicher kalkuliert auch hier mit mehr als zwei Millionen Euro Kosten. Streicher berichtet vom Tagesgeschäft, der Standortwahl und der Unternehmensphilosophie. „Th. Geyer Ingredients ist 2008 wegen der engen Zusammenarbeit mit Symrise nach Stahle gezogen und hat seitdem intensiv in das Geschäft mit dem Hauptlieferanten investiert", sagt Streicher. 2012 wurde die Firma Th. Geyer Ingredients gegründet, die sich bei dem bereits bestehenden Gebäude im Wirtschaftspark in Stahle ansiedelte. Die Firma gehört zur Th. Geyer Unternehmensgruppe, die ihren Sitz in Stuttgart hat. In Stahle sind mehr als 80 Mitarbeiter beschäftigt. Erwirtschaftet wird laut Streicher ein Umsatz von 50 Millionen Euro jährlich. »Die Kunden wollen weniger Süße, weniger Salz und weniger Fette« Das Hauptgeschäft, so Streicher, besteht aus dem Vertrieb von Inhaltsstoffen an die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Dabei ist der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise ein wichtiger Partner und Beweggrund für Th. Geyer Ingredients, sich nahe Holzminden anzusiedeln. Eine Aufgabe ist es, Aromen und Duftstoffe von Symrise in großen Mengen zu kaufen und für mittelständische Unternehmen in kleinere Gebinde abzufüllen. Den Grundstock an Maschinen zum Abfüllen habe Th. Geyer auch durch die Übernahme des Unternehmens Gregor Chemie vor zwei Jahren gelegt. Es werden noch heute die Schuhcreme der Bundeswehr und die Notfall-Wasserkonserven für internationale Schifffahrtslinien produziert. Neben dem Abfüllen von Aroma- und Duftstoffen in kleinere Gebinde arbeitet Th. Geyer Ingredients in den Anwendungstechniken an neuen Produktentwicklungen. Das bedeutet: Lebensmittel- und Getränketechnologen arbeiten mit Aromen, Extrakten, proteinhaltigen Mehlen oder Karamellspezialitäten und stellen Lebensmittel im kleinen Stil her, die mit dem Kunden gemeinsam weiterentwickelt werden. „Wenn der Kunde eine fettreduzierte Mayo auf den Markt bringen will, kann er nicht einfach das Fett reduzieren, sondern muss Aromen und texturgebende pflanzliche Mehle hinzufügen, damit es noch schmeckt", erklärt Streicher. Solche Entwicklungen werden unter anderem auch für Getränke oder Süßwaren gemacht. Bei diesen Versuchen bekommt Streicher täglich mit, welche Produkte auf dem Markt gerade gefragt sind: „Die Kunden wollen weniger Süße, weniger Salz und weniger Fette. Die Trends gehen also zu weniger Kohlenhydraten und zu mehr Proteinen." Zusätzlich spielen auch Allergenfreiheit oder Nahrung, die koscher oder halal ist, eine Rolle für das Tagesgeschäft. Neben verschiedenen Küchen befindet sich ebenfalls in dem neuen Bürogebäude eine Shisha-Lounge. Da Th. Geyer Ingredients auch Kunden hat, die Aromen für Wasserpfeifentabak brauchen, können die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen direkt vor Ort getestet werden. Ralf Streicher schätzt seinen abwechslungsreichen Job. Der 48-Jährige leitet seit sechs Jahren, also seit der Gründung, Th. Geyer Ingredients und war zuvor 23 Jahre bei Symrise, wo er zuletzt die Vertriebsleitung innehatte. Da nach Deutschland die meisten Kunden aus Russland und der Golfregion kommen, reist Streicher viel. „Vergangene Woche war ich im Iran, nächste Woche fliege ich nach Dubai." Zum Ausspannen kommt Streicher manchmal sogar schon auf dem Firmengelände. Denn die Firma bemüht sich um ein lockeres und familiäres Verhältnis: „Wir haben gestern erst Beachvolleyball gespielt und schauen auch mal gemeinsam Fußball", sagt Streicher.

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