Drift-König: Extra aus der Schweiz angereist ist Roger „Punisher" Stöckli mit mit seinem Nissan S14 aus der THG-Driftschmiede. - © Thomas Kube
Drift-König: Extra aus der Schweiz angereist ist Roger „Punisher" Stöckli mit mit seinem Nissan S14 aus der THG-Driftschmiede. | © Thomas Kube

Ottbergen Ottberger Weserbergpreis-Revival mit 118 Teilnehmern

Flotte Flitzer und qualmende Reifen

Thomas Kube

Ottbergen. Ein wirklich sportliches Highlight war das 7. ADAC-Weserbergpreis Revival in Ottbergen, das nach einjähriger Pause am Wochenende wieder zwischen Ottbergen und Bosseborn stattfand. Sport- und Formelwagen, Old- und Youngtimer sowie andere "Hingucker-Fahrzeuge" gingen an den Start und lockten viele Zuschauer zum Bergrennen, für das die Landstraße 890 zwischen Ottbergen und Bosseborn komplett gesperrt worden war. Die Trainingsläufe fanden am Samstag statt, die Wertungsläufe der drei Startgruppen wurden am Sonntag gefahren. Viele Zuschauer haben sich am Wochenende entlang der Strecke eingerichtet, um das Rennen bei meist strahlendem Sonnenschein zu verfolgen. Dabei durften Sonnenschirm und Klappstuhl genauso wenig fehlen, wie die Picknickdecke mit dem Essenskorb. 118 Teilnehmer, die aus ganz Deutschland größtenteils aber aus NRW kamen, waren dabei. Unter ihnen war auch die 21-jährige Joel Leismann aus Bestwig. Mit ihrem Renault-Formelwagen Martini MK 51 aus dem Jahr 1987 fährt sie gemeinsam mit sieben anderen Rennwagen, darunter vier Formelautos, in der sogenannten DEMO-Klasse außerhalb der Wertung. Die Freude am Motorsport hat sie von ihrem Vater Frank in die Wiege gelegt bekommen. Heute nimmt die 21-Jährige acht- bis zehnmal im Jahr an Rennen dieser Art im gesamten Bundesgebiet teil. Joel war nicht die einzige junge Frau, die am Bergrennen teilgenommen hat. Sieben weitere Fahrerinnen sind am Samstag und Sonntag an den Start gegangen, um die insgesamt 3,3 Kilometer, 170 Höhenmeter und 15 Kurven zu meistern. Um Schnelligkeit ging es beim Bergrennen allerdings nicht, sondern um eine zeitliche Punktlandung auf den Hundertstel genau in der vorgegebenen Soll-Zeit von vier Minuten hinzulegen. Während Joel mit ihrem Formelwagen durch die Kurven düste, warteten Kira Reker aus Godelheim und Jana Pannewitz aus Wehrden mit ihrem Fiat Abarth bereits im Fahrerlager auf ihren Start. Für Kira Reker ist es schon das dritte Rennen dieser Art in Ottbergen. Auch sie hat die Rennleidenschaft vom Vater geerbt. Das Tuning, die Pflege und den Umbau ihres Fiat 600 zum Fiat Abarth übernimmt ihr Vater. "Lautstarke" Hingucker waren allerdings wieder die "Drift-Helden" aus der THG-Driftschmiede. Qualm, Gummigeruch, laute Motorengeräusche und extrem quer fahrende Fahrzeuge mit spektakulären Formationen sind die Markenzeichen des Driftsports, der sich vor allem in den USA und Japan großer Beliebtheit erfreut. Erstmals dabei war Roger "Punisher" Stöckli, der mit seinem Drift-Auto Nissan S14 extra aus der Schweiz zum Bergrennen nach Ottbergen angereist war. Gemeinsam mit Thomas "The Highlander" Grosse und Maxi Grimm heizte er den Zuschauern mit seinem 652-PS-Driftauto mächtig ein. Alle drei Drift-Autos ließen bei ihren Showeinlagen viel Gummi auf der Landstraße. Sieger gab es drei in der Gesamtwertung: Im Modus 1 siegten Dieter Specht und Robin Specht mit einer Differenz von sechs Hundertstel-Sekunden von der Gesamtzeit im VW-Polo (Baujahr 1986). Im Modus 2 gewann Dirk Totz mit seinem Honda Integra (Baujahr 1998) und in der GLP-Berg-Klasse siegte Heinz-Dieter Wetter mit seinem Mercedes 280 E AMG, Baujahr 1982.

realisiert durch evolver group