Neugierig: Michael Jöbkes (Mitte), begleitet von Andreas Robrecht (verdeckt) und Sabrina Heuwinkel vom WDR am Schornstein. - © Simone Flörke
Neugierig: Michael Jöbkes (Mitte), begleitet von Andreas Robrecht (verdeckt) und Sabrina Heuwinkel vom WDR am Schornstein. | © Simone Flörke

Ovenhausen Vier Jungstörche bekommen ihre Personalausweise

Tierischer Nachwuchs: Der Freundeskreis Grubestörche freut sich über den Erfolg und die Wiederansiedlung der Tiere auf dem alten Schornstein in Ovenhausen. Michael Jöbges beringt sie für die Vogelwarte Helgoland. Und Endes des Monats ist ein Storchenfest am Radweg geplant

Simone Flörke

Ovenhausen. Diesmal hat es mit dem gefiederten Nachwuchs geklappt - und zwar gleich mit einem tierischen Quartett: Ovo und Antje, drei und fünf Jahre altes Storchenpaar, haben vier Junge auf dem Schornstein der Firma Maderas am Ortseingang von Ovenhausen ausgebrütet: Die Jungtiere sind Anfang Mai geschlüpft. Nun wurden sie von Michael Jöbges für die Vogelwarte Helgoland (Sitz in Wilhelmshafen) beringt. Zur großen Freude der Ovenhäuser Bevölkerung, besonders des Freundeskreises "Grubestörche", der sich das erfolgreiche Wiederansiedeln von Störchen durch geeignete Nisthilfen auf die Fahne geschrieben hat. Mittlerweile ist der Freundeskreis um Norbert Tenkhoff auf 25 Mitglieder aus Ovenhausen, Lütmarsen und Höxter angewachsen. Und die freuen sich über den Nachwuchs hoch oben auf dem alten Firmenschornstein, wo eine solche Nisthilfe aufgesetzt worden war. »In diesem Jahr lief alles perfekt und zügig ab« Mehr als einem Monat früher sind Ovo und Antje in diesem Jahr zurück in Ovenhausen gewesen, hat Hubert Drüke an seiner Storchentafel dokumentiert: bereits am 7. März. Im vergangenen Jahr hatten die drei Nestlinge der ersten Brut die Schlechtwetterperiode zur großen Trauer aller Storchenfreunde nicht überlebt. "In diesem Jahr lief alles perfekt und zügig ab", sagt Tenkhoff. Die vier Jungstörche seien zeitgerecht geschlüpft, die Witterungsverhältnisse passend gewesen und die Mahd der Wiesen zeitlich über einen Zeitraum von rund vier Wochen abgelaufen. Weshalb das Nahrungsangebot "hervorragend" gewesen sei und die vier Nestlinge "sehr gut und schnell gewachsen" seien, berichtet er und ergänzt lächelnd: "Das ganze Dorf ist von der Anwesenheit der Störche begeistert." Regelmäßig gebe es Nachfragen oder neue Infos über das Verhalten. Auch habe das Storchenpaar den Horst gegen Eindringlinge verteidigen müssen - darunter auch vor zwei Wochen gegen einen beringten und aggressiven Storch-Methusalem, der 22 Jahre alt war, und von einem nichtberingten Artgenossen begleitet wurde. Antje und Ovo waren erfolgreich. Während der Beringungsaktion kreiste die Storchenmutter ständig in der Nähe ihrer Jungen, während sich Michael Jöbges, der ehrenamtlich in Sachen Beringung für die Vogelwarte unterwegs ist, sich in dem Hubkorb gemeinsam mit Andreas Robrecht von der nahen Zimmerei/Dachdeckerei langsam dem Nest näherte. Mit dabei die zweiteiligen Ringe, die in den oberen Bereichen der Storchenbeine angebracht werden, "damit sie auch im hohen Gras anhand ihrer Nummern identifiziert werden können". DEW steht für "Deutschland Vogelwarte Wilhelmshaven", dazu eine Nummern-Buchstabenkombination als unverwechselbarerer Personalausweis. Während der Beringung hätten sich die Jungtiere tot gestellt, berichtete Jöbges, der die Tiere so wenig wie möglich stören oder stressen wollte. "Akinese" heißt diese Starre, erklärte er, als er wieder unten war. Und dass er in geraden Jahren die Kennung an dem rechten, in ungeraden Jahren an dem linken Bein anbringe. Anbringen will Hubert Drüke seine hölzerne Storchentafel über die Grubestörche Ende des Monats nun am nahen Radweg. Darauf werden Ankunft, Abflug und Anzahl der Jungen jedes Jahr dokumentiert. Sie wird gehalten von einem Stahl-Storch, der auf einem großen Findling befestigt ist. "Um die Menschen auf die Störche hier aufmerksam zu machen", erklärt er. Bis zum Monatsende sollen die Namen für die vier Jungtiere feststehen. Die Mädchen und Jungen im Kindergarten sollen diese aussuchen.

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