Weserwallfahrt: Kopten-Bischof Anba Damian (3. v. l.) mit seinen Gästen. Im Hintergrund das Fahrgastschiff Höxter, mit dem die Wallfahrt unternommen wird. - © Burkhard Battran
Weserwallfahrt: Kopten-Bischof Anba Damian (3. v. l.) mit seinen Gästen. Im Hintergrund das Fahrgastschiff Höxter, mit dem die Wallfahrt unternommen wird. | © Burkhard Battran

Höxter/Brenkhausen Viel Prominenz beim Kopten-Jubiläum in Brenkhausen

25 Jahre koptisches Kloster in Brenkhausen: Weltliche und geistliche Würdenträger aber auch viele Menschen aus Brenkhausen und von überall her nehmen an der Jubiläumsfeier teil

Burkhard Battran

Höxter/Brenkhausen. In einem Weidenkörbchen trieb Moses einst auf dem Nil. Er wurde gefunden und gerettet und errettete später sogar das Volk, das ihn einst töten lassen wollte. Die Weser ist weniger biblisch als der Nil und das Passagierschiff Höxter deutlich stabiler als ein Weidenkörbchen und doch war die Weser gestern die metaphorische Brücke von Brenkhausen nach Kairo, dem Sitz der altorientalischen, koptischen Kirche in Ägypten. "Wir wollen damit heute auch ein Zeichen der Gemeinschaft setzten", lud Generalbischof Anba Damian (63), höchster koptischer Würdenträger in Deutschland seine Gäste zu einer Schiffswallfahrt von Höxter zum Weltkulturerbe Corvey ein. Das koptische Kloster in Brenkhausen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Der gestrige Abschlusstag stand ganz im Zeichen der Ökumene. Vor der Weserwallfahrt hatte der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker in der Klosterkirche in Brenkhausen mit vielen Gläubigen verschiedenster Konfessionen eine Agape-Feier abgehalten. Nach der Weserwallfahrt fand in der evangelischen Kilianikirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Auch der Superintendent des Kirchenkreises Paderborn, Volker Neuhoff, sowie Landessuperintendent Dietmar Arends und der westfälische Oberkirchenrat Ulrich Möller nahmen neben zahlreichen Vertretern der orthodoxen Glaubenswelt an den Feierlichkeiten teil. Der Samstag stand im Zeichen des theologischen Diskurses. Bei dem Festsymposium wurde mit führenden Theologen unter anderem auch "die ökumenische Bedeutung der Koptischen Kirche im Rahmen der ökumenischen Dialoggespräche" diskutiert wie auch die "gesellschaftspolitische Rolle der koptischen Kirche im heutigen Ägypten". An dem Symposium nahmen auch der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge sowie der Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann teil. Die Rolle der Koptischen Kirche in Deutschland und in der Welt war auch Thema beim Festakt am Freitagabend, an dem auch NRW-Landtagspräsident André Kuper, Unions-Fraktionschef Volker Kauder, seit 2005 der mit Abstand am längsten amtierende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, teilnahmen. Aus Berlin war auch der ägyptische Botschafter Badr Abdelatty angereist. Der Botschafter würdigte Anba Damian als wichtigen Vermittler bei aktuellen Problemen und einer Stimme aus Deutschland, der gern Gehör geschenkt werde. Abdelatty verurteilte die Anschläge in seinem Land auf koptische Kirchen als kriminelle Akte. "Unser Ziel muss es sein, dass alle Ägypter in Ägypten gleich sind", sagte Abdelatty. CDU-Politiker Volker Kauder erinnerte an den schweren Stand, den Christen im Nahen Osten hätten. "Das koptische Kloster in Brenkhausen zeigt uns begüterten Christen in Deutschland, was Christsein tatsächlich bedeutet", sagte Kauder. Gerade die koptischen Christen würden ein beispielhaftes Glaubenszeugnis ablegen. Voller Tatenkraft und mit einer nicht endenden Freundlichkeit habe Bischof Damian in Brenkhausen eine Begegnungsstätte für alle Christen geschaffen. Der Europaparlamentarier Elmar Brok würdigte Bischof Damian als einen "Kenner beider Welten" der für Integration und Verständnis zwischen den abendländischen und orientalischen Kulturen werbe. Landtagspräsident André Kuper erinnerte auch an das Engagement mit der die Koptische Kirche sich in der Zentalen Unterbringungseinrichtung in Borgentreich engagiere. »Kenner beider Welten, der für Verständnis zwischen der abendländischen und orientalischen Kulturen wirbt« "Sie leben hier kein Blattgoldchristentum, sondern den Gedanken des Dienstes und der Nächstenliebe, der Religionsfreiheit und der Menschenwürde", sagte Kuper. Bischof Anba Damian bezeichnete der Landtagspräsident als einen Anwalt aller religiös und politisch Verfolgten. Der heimische Bundestagsabgeordnete Christian Haase aus Beverungen würdigte das Kloster als einen Ort der guten Begegnungen. Landrat Friedhelm Spieker hob das aktive Engagement des koptischen Klosters für die Klosterregion Kreis Höxter hervor. Bürgermeister Alexander Fischer brachte seine Wertschätzung gestern Abend bei einem Empfang im Historischen Rathaus zum Ausdruck. Bischof Anba Damian betonte, dass dieses Fest vor allem ein Fest der Danksagung sei, denn ohne die breite Unterstützung auf allen Ebenen, wären die Ziele nicht zu erreichen gewesen. Bischof Damian: "Wir haben noch viele Visionen und werden diesen Weg mit Gottes Hilfe weiter beschreiten."

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