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Vielfältig: Ob Weserpromenade in der Kernstadt, das Welterbe oder der geplante Archäologiepark (Grafik unten r.) – die Landesgartenschau soll viele Facetten verbinden. - © Thomas Kube/David Schellenberg; GrafikeN: Landschaftsarchitekten Heuschneider
Vielfältig: Ob Weserpromenade in der Kernstadt, das Welterbe oder der geplante Archäologiepark (Grafik unten r.) – die Landesgartenschau soll viele Facetten verbinden. | © Thomas Kube/David Schellenberg; GrafikeN: Landschaftsarchitekten Heuschneider

Höxter Klares Votum für die Landesgartenschau in Höxter

Debatte im Rat: Sieben Gegenstimmen und eine Enthaltung. Bürgermeister Fischer bringt am 1. März die Antragsunterlagen nach Düsseldorf.

Mathias Brüggemann
23.02.2018 | Stand 23.02.2018, 17:35 Uhr

Höxter. Nach knapp einstündiger Debatte stand es fest: Höxter bewirbt sich um die Landesgartenschau 2023. Das hat der Rat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Drei SPD-Ratsmitglieder, die dreiköpfige BfH-Fraktion und ein Grünen-Ratsherr stimmten dagegen, aus den Reihen der CDU gab es eine Enthaltung. Am kommenden Donnerstag, 1. März, will Bürgermeister Alexander Fischer den Antrag in Düsseldorf abgeben. Die Chancen, dass Höxter den Zuschlag erhält, dürften gut sein. Denn nach dem derzeitigen Erkenntnisstand liegen Bewerbungen anderer Städte nicht vor. Zuvor hatte der Bürgermeister an die Ratsmitglieder appelliert, abzuwägen „was uns die Landesgartenschau wert ist". Es sei eine Abwägung zwischen Kosten auf der einen und dem Mehrwert auf der anderen Seite. Er sei davon überzeugt, „dass uns die Landesgartenschau wesentlich nach vorne bringen wird." Sie sei mehr als nur eine Blumenschau. Sie sei ein Städtebauförderprojekt, mit dem Höxter „in eine andere Liga" kommen werde. »Wenn wir jetzt zaudern, hätte das eine fatale Außenwirkung« Wie berichtet, wird mit Gesamtkosten von rund elf Millionen Euro für das Projekt gerechnet, sechs Millionen Euro dürften an Zuschüssen vom Land fließen. Stadtkämmerer Lothar Stadermann betonte, dass es schwierig sei, verlässliche Prognosen zu den finanziellen Risiken abzugeben. „Könnte ich in die Zukunft schauen, dann wäre ich heute nicht hier. Dann hätte ich bereits mein Geld an der Börse verdient und wäre sicherlich Privatier." Fest stehe allerdings, dass das komplette Investitionsbudget in die Jahresergebnisse einfließen werde. „In den Jahren ab 2024 rechnen wir aktuell mit Ergebnisbelastungen von 250.000 bis 300.000 Euro jährlich." CDU-Fraktionschef Stefan Berens hob die „einmalige Chance" für Höxter hervor, die es jetzt zu erstellen gelte. Berens: „Wenn wir jetzt zögern und zaudern, hätte das eine fatale Außenwirkung auf unsere jungen Einwohner und auch auf die Wirtschaft, die wir ja immer wieder auffordern, in den Standort Höxter zu investieren." Für die Investitionen von elf Millionen Euro, ist sich Berens sicher, „werden wir einem Mehrwert erhalten, der bleiben wird". Werner Böhler, Vorsitzender der SPD-Fraktion, betonte, dass er „höchsten Respekt" vor denjenigen habe, die dem Projekt skeptisch gegenüberstehen, „denn die Risiken sind immens. Aber auch die Chancen." Deshalb spreche er sich für die Bewerbung aus. „Die Risiken sind groß, die Chancen größer." Auch für die UWG würden die Chancen überwiegen, machte deren Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Heiseke deutlich. Er gab aber zu, dass seine Fraktion die Entscheidung sich nicht leicht gemacht habe. Er versprach sich aber nachhaltige Auswirkungen auf die Stadt. Die Weserpromenade könne zum Schmuckstück werden und auch die Wallanlage werde deutlich attraktiver. Für die BfH begründete Ralf Dohmann die ablehnende Haltung seiner Fraktion. Die aktuell vorliegende Situation lasse eine sachorientierte Risikoabwägung nicht zu. Das liege wesentlich an der geringen Vorlaufzeit von noch nicht einmal einem halben Jahr. „Dies geht zu Lasten notwendiger Details, um überhaupt die Kosten fundiert und sachgerecht abschätzen zu können." Ludger Roters zeigte sich hingegen begeistert und sei „voller Zustimmung für die Landesgartenschau. Dieses Großprojekt stelle eine enorme Herausforderung dar, die in der Lage sei, „Höxter als Gemeinschaft zur Höchstleistung anzuspornen. Ich hoffe, die Landesgartenschau überfordert uns als Gemeinschaft nicht, sondern bringt unser bestes hervor." Martin Hillebrand von den Freien Liberalen stimmte ebenfalls für die Bewerbung. Er äußerte die Hoffnung, dass Höxter mit der Landesgartenschau eine „in Zahlen nicht ausweisbare Attraktivitätssteigerung" erhalte.

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