Am Erkerfenster zur Westerbachstraße: Beim Rundgang durchs Tillyhaus schauten sich Bärbel Werzmirzowsky (v. l.), Dardo Franke, Silja Polzin, Cornelia Lange, Christian Haase, Christine Longère und Dieter Schuler die verschiedenen Etagen an – die beiden oberen könnten als Wohnungen ausgebaut und genutzt werden. Fotos: Simone Flörke - © Simone Flörke
Am Erkerfenster zur Westerbachstraße: Beim Rundgang durchs Tillyhaus schauten sich Bärbel Werzmirzowsky (v. l.), Dardo Franke, Silja Polzin, Cornelia Lange, Christian Haase, Christine Longère und Dieter Schuler die verschiedenen Etagen an – die beiden oberen könnten als Wohnungen ausgebaut und genutzt werden. Fotos: Simone Flörke | © Simone Flörke

Höxter Forum Anja Niedringhaus als „Hotspot der Region“

Bundestagsabgeordneter Christian Haase informiert sich über das Projekt im Tillyhaus und will sich für weitere Fördermittel für die Realisierung des Ausstellungsortes starkmachen

Simone Flörke

Höxter. Es gibt viel zu tun im Inneren des seit 1963 leerstehenden Tillyhauses an der Westerbachstraße in Höxter. Doch sie packen es mutig an: Die Mitglieder des im Februar gegründeten Forums Anja Niedringhaus bekommen bei der Realisierung des neuen kulturellen Leuchtturms, der international leuchten soll, die Unterstützung vom heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase. Als Mitglied im Bundesausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und Kommunalpolitischer Sprecher seiner Fraktion will sich der Unionspolitiker für das Anliegen starkmachen und ermutigte sie zur Akquise von Bundes- und Landesfördermitteln. „Und ich freue mich, dass eine so vielversprechende Projektskizze aus dem Kreis für das neue Bundesförderprogramm ,Landkultur – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen’ vorliegt“, sagte er nach dem Rundgang durchs Tillyhaus mit Architektin Cornelia Lange und den Mitgliedern des Vereins Forum Anja Niedringhaus um die Vorsitzende Christine Longère. Der hat mittlerweile die Anzahl seiner Gründungsmitglieder verdreifacht – auf rund 60. Weitere Interessierte sind willkommen, die mithelfen wollen, das stadtbildprägende Tillyhaus aus dem 16. Jahrhundert zu einem öffentlichen Ausstellungsraum auf zwei Etagen zu machen. In enger Anbindung ans nahe Forum Jacob Pins, das vor zehn Jahren aus einer ähnlichen Situation heraus mit viel Einsatz und Mut der Beteiligten in dem Adelshof entstanden ist. „Damals wurde bewiesen, was möglich ist mit dem Engagement derer, die an ihrem Traum festgehalten haben. Die Entwicklung hat ihnen recht gegeben“, so Christine Longère. Und dass es sinnhafte Möglichkeiten der Zusammenarbeit von der Erschließung bis hin zum Museumsbetrieb gebe. Die Bausubstanz jedenfalls sei einzigartig, die Qualität des Gebäudes passe, so bestätigte es die Architektin. In den beiden oberen Ebenen würden sich Möglichkeiten für Wohnungen auf zusammen 280 Quadratmetern Fläche ergeben. „Geküsst wurde es lange – nun ist es erwacht“, fasste Haase seine Eindrücke von dem ehrgeizigen Projekt zusammen, für das 2017 Fördermittel eingeworben werden sollen, so dass man 2018 mit den ersten Arbeiten beginnen könne, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Silja Polzin. „Jetzt die Pflicht – später die Kür.“ Das Forum Anja Niedrighaus solle dem Ansehen der Person und dem Schaffen der Pulitzerpreisträgerin in ihrer Heimatstadt, in der sie geboren wurde und beerdigt ist, Rechnung tragen. Und zwar nicht nur als ein Ort, der Leben und Werk der international anerkannten Fotografin beleuchte, sondern auch als ein Ort der Begegnung und der vielfältigen Veranstaltungen. Das Projekt, so berichtete ihre Mutter Heide-Ute Niedringhaus, bekomme mittlerweile internationale Aufmerksamkeit. Bekannte Gesichter hätten Unterstützung zugesagt. Auch der ehemalige Bundesminister und Höxteraner Ehrenbürger Klaus Töpfer spricht vom Forum mit „großer Sympathie“ als einem Projekt, das jegliche Unterstützung verdiene. Für Christian Haase ist es verbunden mit einer „großen Ausstrahlungskraft“. Eben ein „Hotspot der Region“ mit Einmaligkeit.

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