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Drastische Beispiele: Michael Wiemeyer zeigt zwei Unfall-Helme, die schlimmere Folgen für den Radler abgefangen haben. „Sie sind Lebensretter", sagt er. - © Simone Flörke
Drastische Beispiele: Michael Wiemeyer zeigt zwei Unfall-Helme, die schlimmere Folgen für den Radler abgefangen haben. „Sie sind Lebensretter", sagt er. | © Simone Flörke

Höxter Aktionstag: Mit Sicherheit aufs Rad

Miteinander: Kreispolizeibehörde, Verkehrswacht und Fahrradhändler suchen am vielbefahrenen Weserradweg das Gespräch mit Zweiradfahrern, informieren und werben besonders für die Helmpflicht. Auch Fahrräder werden codiert

Simone Flörke
16.05.2017 | Stand 16.05.2017, 18:32 Uhr

Höxter. Drei tödlich verunglückte Radfahrer im Kreis Höxter im vergangenen Jahr sind eine ständige Mahnung, nicht nachzulassen mit der Ansprache und Aufklärung von Radfahrern: „Wir haben es bei uns mit einem zunehmenden Fahrradverkehr zu tun – das ist gut, das unterstützen wir auch gern", sagt Polizeihauptkommissar Michael Wiemeyer. Aber es gab 2016 auch zehn Unfälle mit Radlern mehr, 101 insgesamt. „Entscheidend ist es, vorsichtig und vernünftig zu fahren – und mit Helm." Vorsichtig und vernünftig heiße, sich an die Verkehrsregeln zu halten und beispielsweise Radwege nicht in die falsche Richtung zu nutzen. Aber es bedeute darüber hinaus, mit einem verkehrssicheren Fahrrad unterwegs zu sein. Und dazu gehören für Wiemeyer und seine Kollegen der Kreispolizeibehörde eine vernünftige Beleuchtung – nach vorn weiß, nach hinten rot, dazu seitlich in den Speichen Katzenaugen oder aber reflektierende Weißrandreifen. Häufig fehlt eine Klingel am Rad Und dazu gehört auch ganz banal eine Klingel. „Die Räder haben teilweise so viel Hightech, sind so teuer – aber eine Klingel fehlt." Ebenso plädiert er für den Helm. Zwei drastische Beispiele von Unfall-Helmen hatte er mit dabei: „Diese Helme waren Lebensretter", weist er auf die gebrochenen Schalen hin. „Sie haben Unfallfolgen drastisch minimiert." Und Eltern sollten Vorbilder sein. Mittlerweile gebe es so modische Rad-Accessoires und coole Helme, dass auch Jugendliche keine Ausrede mehr hätten. „Komischerweise sind das vor allem die Jungs. Mädchen haben damit weniger Probleme." Liege wohl am Halt der perfekten Gelfrisur, meint Wiemeyer schmunzelnd, wird dann angesichts schlimmer Unfallbilder, die er gesehen hat, aber schnell wieder ernst. Sie werden deshalb nicht müde, für die Akzeptanz des Fahrradhelmes zu werben. Schutz bei DiebstahlFahrräder und besonders E-Bikes sind immer wertvoller: Damit der Besitzer lange Freude daran hat, bietet die Kreispolizei die sogenannte Fahrradcodierung an. Dabei wird ein schwer abzulösender Aufkleber mit einer Strichcodierung samt Nummer am Rahmen des Rades befestigt. Dazu werden Eigentümer und die Registrierungsnummer des Rades (unterm Tretlager) festgehalten. Polizeihauptkommissar Thomas Kruse rät neben dem Versicherungsschutz und einem guten Schloss zudem dazu, das Rad auch zu fotografieren. „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte." Auswahl des FahrradsVon zehn Anfragen seien acht für E-Bikes, sagt Händler Dirk Sommer aus Höxter über den neuen Zweirad-Boom nicht nur bei älteren Menschen. Etwa ab 2.000 Euro müsse man in ein solches Elektrofahrrad investieren und dabei wegen der Reichweite vor allem auf einen guten Akku achten, betont er. Ein gutes Fahrrad gibt’s ab 600 Euro aufwärts. Wichtig dabei neben den Bremsen: präzise Gangschaltung, gute Beleuchtungsanlage, Klingel und Reflektoren. Er rät zudem zur Marathon-Plus-Bereifung: „Da kann man sogar eine Heftzwecke reindrücken – das hält dicht."

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