Klar strukturiert: Bilder hat Museumsleiter Christian Lechelt in den Ausstellungsräumen mit den Objekten entworfen – sie auch mal wieder verworfen und umgestaltet. - © Simone Flörke
Klar strukturiert: Bilder hat Museumsleiter Christian Lechelt in den Ausstellungsräumen mit den Objekten entworfen – sie auch mal wieder verworfen und umgestaltet. | © Simone Flörke

Fürstenberg Erste Einblicke ins modernisierte Porzellanmuseum im Schloss Fürstenberg

Nach eineinhalb Jahren, in denen die Räume umgestaltet und das Konzept modernisiert wurden, wird Anfang März die Wiedereröffnung gefeiert

Simone Flörke

Fürstenberg. Wer künftig das umgestaltete Porzellanmuseum im Schloss Fürstenberg betritt, dem werden viele Hände gereicht: Und das reicht von der Hände-Wand mit Abdrücken in Porzellan im Eingangsbereich bis hin zum "Be-Greifen" des Materials Porzellan. Bei dem legen die Besucher auf der dritten Ebene des Schlosses in der Museumswerkstatt im ehemaligen großen Saal selbst Hand an und können mit dem Material gestalten. Ab 5. März wird das Museum Schloss Fürstenberg wieder für jedermann offen sein. Nach eineinhalb Jahren Modernisierung und Umgestaltung. Eine moderne Museumsperle in historischem Ambiente an der Weser mit überregionaler Bedeutung. Museumsleiter Christian Lechelt und Geschäftsführerin Stephanie Saalfeld haben schon einen ersten Einblick gewährt - und Lust gemacht auf mehr. Hell und luftig, abgestaubt und aufgeräumt, innovativ und modern, mit einer einheitlichen Farbgestaltung in Weiß und Schwarz mit Gold-Akzenten sowie einem Museumskonzept, das das Erleben des Porzellans und das Erlebnis Porzellan in den Mittelpunkt stellt: reduzierte Texte, in Szene gesetzte Objekte ("weniger ist mehr") und verständliche, in sich abgeschlossene Themenbereiche. Das war der Anspruch bei der Zehn-Millionen-Euro-Investition, mit der sich das Team um Lechelt eine Steigerung der Besucherzahlen von 25 Prozent in diesem Jahr erhofft. 40.000 jährlich waren es zuletzt gewesen. Am 1. Februar ist Museumspädagoge Lars Trentmann gestartet. Zusätzliche Guides werden noch gesucht. Der Eingangsbereich ist völlig verändert. Der Empfangstresen rückt ins Gebäude zurück, präsentiert sich in stahlgrauem Beton mit eingegossenem Fürstenberg-Logo. Die Hände-Wand stammt von der Expo in Hannover. Hier haben die Klitschkos oder das dänische Königshaus Abdrücke hinterlassen. "Wir reichen den Besuchern die Hände, heißen sie willkommen", sagt Lechelt. Das Treppenhaus erstrahlt in luftigem Weiß. Auf dem Weg zur Garderobe auf der ersten Ebene geht der Besucher entlang eines Zeitstrahls - Schwarz für die allgemeine Porzellangeschichte, Weiß für die Fürstenberger. Geheimnisvolles Schwarz dominiert die alte Polierstube: Dort geht es darum, wie das Geheimnis der Porzellan-Zusammensetzung gefunden wurde. "Mit Persönlichkeiten aus der Fürstenberger Geschichte", sagt Stephanie Saalfeld. Auf der zweiten Ebene sind Ensembles in Szene gesetzt. Dort geht es um Dekore, um Geschichte, die sich im Porzellan widerspiegelt, um Oberflächen, Formen und Design oder um Tafelkultur. "Wir möchten Berührungsängste mit Porzellan abbauen", erklärt Lechelt. Deshalb sind nur wenige, nämlich historische Objekte unter Glas verschwunden. Deshalb sind die Besucher eingeladen, mit Fürstenberger Kollektionen selbst den Tisch zu schmücken und ihr ganz persönliches Gedeck zusammenzustellen. Anfassen ausdrücklich erlaubt. Schließlich handele es sich um eine lebendige Manufaktur. Lechelt: "Wir sind sehr stolz, das in eineinhalb Jahren gestemmt zu haben - dank des tollen Museumsteams und der tollen Unterstützung der Manufaktur."

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