Stolz auf diese Schule: Oberstudiendirektor und Schulleiter Georg Wieners mit dem bunten Logo des König-Wilhelm-Gymnasiums Höxter. - © Simone Flörke
Stolz auf diese Schule: Oberstudiendirektor und Schulleiter Georg Wieners mit dem bunten Logo des König-Wilhelm-Gymnasiums Höxter. | © Simone Flörke

Schulleiter Georg Wieners zum Jubiläum des König-Wilhelm-Gymnasiums

"Gute Bildung als gute Investition in die Zukunft"

Simone Flörke

150 Jahre KWG - Sie selbst stehen in einer traditionsreichen Reihe von Schulleitern. Welche Bedeutung hat dieses Schuljubiläum für Sie selbst ganz persönlich - vor allem vor dem Hintergrund, da Sie in verantwortlicher Position dabei sind? Georg Wieners: Das 150-jährige Jubiläum ist eine wunderbare Gelegenheit, sich der Tradition des Höxteraner König-Wilhelm-Gymnasiums bewusst zu werden. Höxter und sein Gymnasium sind getrennt gar nicht denkbar nach all den Jahren der engen Zusammenarbeit und Verwurzelung. Mit Stolz können wir auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurückblicken, in der das Gymnasium das kulturelle, soziale und politische Leben bereichert hat und immer noch bereichert. Immer wieder hat das KWG frische Ideen umgesetzt und sich damit zeitgemäß immer wieder selbst erneuert. So ist es eine moderne Schule mit einer langen Tradition. Mich persönlich macht es sehr froh, das KWG zur Zeit dieses Jubiläums begleiten und leiten zu können. Worauf freuen Sie sich in 2017 am meisten? Wieners: Was mich am meisten freut, ist schon eingetreten, denn während der Vorbereitungen zu dem Jubiläum ist unsere Schulgemeinschaft noch enger zusammengewachsen. Eltern, Lehrer und Schüler arbeiten völlig selbstverständlich Hand in Hand zusammen und haben ein tolles Festprogramm für 2017 erarbeitet. Jeder packt mit an - und das dadurch entstandene Gemeinschaftsgefühl wird uns mindestens noch durch die nächsten 150 Jahre tragen. Was unser Festprogramm betrifft, freue ich mich auf jede einzelne Veranstaltung, da ich das Gelingen der engagierten Zusammenarbeit sehen möchte und die vielen strahlenden Gesichter der Organisatorinnen und Organisatoren, die für ihre Arbeit belohnt werden. Was muss Ihrer Ansicht nach heute eine weiterführende Schule anbieten, um attraktiv für Schüler zu sein - vor allem, da der Kampf um die Schüler immer härter wird? (geburtenschwache Jahrgänge) Wieners: Das, was eine Schule in der heutigen Zeit attraktiv macht, sind vor allem Angebote der individuellen Förderung, der Nachmittagsbetreuung und der gezielten und kompetenten Vorbereitung auf das Berufsleben. All dies bietet das König-Wilhelm-Gymnasium. Wo kann das KWG noch zulegen, wo sind sie schon auf einem guten Weg oder haben die Weichen schon richtig gestellt? Wieners: Das KWG ist eine moderne Schule, die den aktuellen Anforderungen an eine gute Bildung entspricht. Da sind wir auch dank der kreativen Ideen meiner Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Gremien, die bei uns die Schulentwicklung vorantreiben, auf einem sehr guten Weg. In einer Zeit, in der für jeden Menschen das lebenslange Lernen gilt, befähigen wir unsere Schülerinnen und Schüler genau dazu. Ebenso ist auch unsere Schule eine stets lernende Institution, die sich immer weiter verbessert. Stillstand und auf dem Erreichten ausruhen ist nie gut. Die Weichen, die für die Zukunft gestellt werden, betreffen zum einen die weitere Einstellung kompetenter Lehrkräfte und zum anderen die Einrichtung von noch stärker individualisierten Lernzeiten bei gleichzeitig intensivierten Förderangeboten für besonders Begabte, aber auch, wenn es bei dem einen oder anderen Schüler gerade mal nicht so gut läuft. Was ist Ihre Motivation als Lehrer und als Schulleiter am KWG? Was ist Ihre Maxime im Alltag? Wieners: Kindern eine gute Bildung zu geben, ist eine gute Investition in die Zukunft. Etwas Sinnvolleres kann es gar nicht geben. Dies ist meine Motivation als Lehrer und umso mehr als Schulleiter. Um eine so große Schule wie das KWG zu leiten, braucht man neben dem Ziel der stetigen Weiterentwicklung der Schule eine gehörige Portion Gelassenheit, um die Dinge zu regeln, die plötzlich und unerwartet auf den Tisch flattern und nach Klärung rufen. Schließlich hat auch eine Prise Humor schon Wunder gewirkt. Welche Neuerungen oder Veränderungen stehen in der nächsten Zeit am KWG an? Wieners: Das KWG ist in verschiedenen Netzwerken zur Schulentwicklung aktiv, wie zum Beispiel dem ELA-Netzwerk (Anm. der Redaktion: Eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten) unter Leitung von Professor Eiko Jürgens von der Universität Bielefeld. Im Moment arbeitet unsere Steuergruppe zum Beispiel an einem Förderkonzept, das neben der Defizit-Förderung vor allem sich mit Angeboten an hochbegabte Schülerinnen und Schüler richtet, die auch mal über den Tellerrand eines Faches hinweg sehen möchten. Welches sind die größten Herausforderungen fürs KWG und die Schullandschaft in Höxter in den nächsten 10 bis 15 Jahren? Wieners: Eine der größten Herausforderungen für alle Schulen in den kommenden Jahren ist natürlich - Sie haben es selbst schon erwähnt - der Umgang mit den geburtenschwachen Jahrgängen. Und für den Standort Höxter hat sicherlich auch der Schulstreit bei den Eltern für große Verunsicherung gesorgt. Für das KWG kann ich sagen, dass wir für die Zukunft bestens gerüstet sind. Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern kompetenzorientierten Unterricht mit Bildungszielen, die sie befähigen, in der heutigen globalisierten Gesellschaft ihren Platz zu finden. Dass uns dies gelingt, davon zeugen nicht zuletzt die Lebensläufe unserer Ehemaligen. Welches war für Sie der bislang wichtigste oder bewegendste Moment am KWG? An was erinnern Sie sich besonders gern? Wieners: Einer der schönsten Momente war für mich die Fertigstellung des Erprobungsstufenschulhofes. Das Gemeinschaftsgefühl bei dem Bau des Schulhofes war sehr bewegend. Noch heute ist es eine Freude zu sehen, wie die Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Klassen das Gelände als Raum für Erholung nutzen, sei es durch Ruhe oder durch Bewegung. Welche Schlagzeile möchten Sie gern mal über das KWG lesen? Wieners: Eine solche hat es schon gegeben: "Das KWG ist nicht zu stoppen." (NW vom 3. November 2016) Zum Schuljubiläum wird es sicherlich zahlreiche Glückwünsche geben. Mit welchen Worten gratulieren Sie dem KWG zum 150-Jährigen? Und was wünschen Sie dem Jubilar? Wieners: Eine Anmerkung vorweg (mit einem Augenzwinkern): Aufgrund unseres langjährigen Miteinanders und des gemeinsamen Wegs durch Höhen und Tiefen sind das König-Wilhelm-Gymnasium und ich seit kurzem per Du! Also: Liebes KWG, herzlichen Glückwunsch dafür, dass du durch die guten oder andere harten Zeiten der letzten 150 Jahre vielen Schülergenerationen ein Ort warst, an dem sie sich durch Bildung auf das Leben vorbereiten, aber auch mit Freude ihre Jugend genießen konnten. Ich wünsche dir, dass auch künftige Schülergenerationen das Privileg einer hervorragenden Bildung und Erziehung unter deinem Dach zu schätzen wissen und an dem Erfahrungsschatz teilhaben können, den du allein schon in Person der kompetenten und qualifizierten Lehrerinnen und Lehrer, aber auch der guten materiellen Ausstattung in deinen Mauern birgst. Biografisches und Persönliches geboren 1954 in Geldern am Niederrhein; aufgewachsen in Münster und bei Warendorf Abitur 1973 am Gymnasium Laurentianum in Warendorf Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Chemie und Biologie für das Lehramt an Gymnasien Referendariat in Münster und Ahlen erste Stelle 1982 am Gymnasium im lippischen Barntrup 1991 Wechsel ans Gymnasium in Bad Salzuflen seit Februar 2005 Schulleiter am Städtischen König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter. Hobbys: „Als ich die Stelle in Höxter angetreten habe, waren es Laufen und Tennis", erzählt Georg Wieners. „Und das Kochen." Samstags habe er Freunde eingeladen und sie mit einem Drei-Gänge-Menu bekocht. „Mußevolles Kochen" nennt er dies. Heute mag er die Gartenarbeit und hat mit dem Golfen begonnen. „Ausgesprochen erholsam", wie er sagt. Auch kocht er noch ab und zu – kann dabei die Pasta mit selbstgemachter Bolognese ebenso genießen wie den Auflauf zur kalten Jahreszeit oder das saisonale Gänseessen.

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