Blickfang: Die Models zeigen auf der Wiese vor dem Koptischen Kloster die Mode, wie sie im Alten Ägypten getragen worden sein soll. Die Ägyptologen Daniela Rutica und Michael E. Habicht hatten die Modenschau organisiert und die Gewänder nach antiken Vorlagen gefertigt. - © Daniela Rutica und Kerstin Streller
Blickfang: Die Models zeigen auf der Wiese vor dem Koptischen Kloster die Mode, wie sie im Alten Ägypten getragen worden sein soll. Die Ägyptologen Daniela Rutica und Michael E. Habicht hatten die Modenschau organisiert und die Gewänder nach antiken Vorlagen gefertigt. | © Daniela Rutica und Kerstin Streller

Brenkhausen Mode aus dem Reich der Pharaonen im Koptischen Kloster

Fachtagung: Bei den Tagen der Ägyptologie stehen vor allem Musik und Kleidung aus dem Alten Ägypten im Vordergrund

Brenkhausen. Ganz im Zeichen der Ägyptologie stand jüngst das Koptische Kloster in Brenkhausen. Bereits zum neunten Mal fanden kamen Experten des Fachgebietes dort zusammen, um sich auszutauschen und über Neuigkeiten zu berichten. Das Besondere in diesem Jahr war die Schau der Mode zu Pharaonenzeiten und musikalische Darbietungen. In Zusammenarbeit mit Anba Damian, dem Diözesanbischof der ägyptischen Christen in Norddeutschland, hatte der Förderverein für Ägyptologie und koptische Studien auch in diesem Jahr international bekannte Ägyptologen ins Koptische Kloster Brenkhausen eingeladen. Das Besondere in diesem Jahr war ein umfangreiches Eventprogramm, das nicht nur Ägyptologen und Fachwissenschaftler, sondern auch viele Ägyptenfreunde und interessierte Laien nach Höxter lockte. Höhepunkte waren die Liebeslieder der international bekannten Sängerin Heidi Köpp und eine ägyptische Modenschau, bei der Gewänder und Schmuck aus der Zeit der Pharaonen präsentiert wurden. Die Tagung stand in diesem Jahr unter dem Motto "Das goldene Zeitalter der Pharaonen" und begann am Freitag mit den Vorträgen von Rainer Hannig (Universität Marburg) und Wilhelm Gruppe. Die Themen "Löhne und Preise im Alten Ägypten" und "Die Versorgungsbetriebe der Tempel" beleuchteten die wirtschaftlichen Aspekte im Alten Ägypten. Unter anderem erfuhren die Zuhörer, wie viele Monatslöhne in der Antike beispielsweise ein hochwertiges Kleidungsstück kostete. Mit der Modenschau wurde das vorher theoretisch Besprochene dann visualisiert. Models in Gewänder gekleidet, die dem Stil der Alten Ägypter entsprechen sollen, liefen über den Laufsteg. Die beiden Ägyptologen Daniela Rutica (Koptisches Kloster Brenkhausen) und Michael E. Habicht (Universität Zürich) hatten die Modenschau organisiert und die Gewänder nach antiken Vorlagen gefertigt. Begleitend zur Präsentation hörten die Besucher noch einen Auszug aus dem Sonnengesang des Pharao Echnaton, der von Chimana Bendor vorgetragen wurde. Gedichte und eine Ausstellung zum Thema "Die Mumie und die Pyramide" der Kunsthistorikerin Christine Fößmeier ergänzten das Programm. Die Ägyptologin und Sängerin Heidi Köpp nahm die Gäste dann mit auf eine musikalische Reise durch vier Jahrtausende. Sie präsentierte dabei sowohl pharaonische Liebeslieder auf einer altägyptischen Laute, wie auch moderne Songs mit Gitarrenbegleitung. Bei der anschließenden Percussion-Performance von Ingo Hoffmann konnten die Zuschauer sogar selbst einige Musikinstrumente ausprobieren. Neben diesen Veranstaltungshöhepunkten wurde den Tagungsteilnehmern natürlich auch ein umfangreiches Vortragsprogramm geboten. Marco Bunge referierte über "Die Ägypter und ihre semitischen Nachbarn" und Christian Loeben (Kestner-Museum Hannover) berichtete in seinem Referat "Ägyptische Gärten" über die beeindruckende Gartenkunst im Reich der Pharaonen. Der Festvortrag von Regine Schulz (Roemer-und Pelizeaus Museum Hildesheim) "Altägyptische Kosmogonien" beschäftigte sich mit den Fragen nach dem Ursprung der Welt, die auch schon die Alten Ägypter stellten und dabei teilweise überraschend moderne Antworten fanden. Zudem präsentierte Heidi Köpp-Junk (Universität Trier) ihre Forschungsergebnisse zu "Reisen im Alten Ägypten". Die Fachtagung wurde abgerundet mit zwei Vorträgen von Christine Fößmeier und Salwa Kamel (Universität Kairo). Auch in diesem Jahr zeigten sich die Besucher begeistert von der herzlichen Gastfreundschaft des Bischofs und der koptischen Christen, welche zudem als direkte Nachfahren der Alten Ägypter gelten, weshalb man sich auch im nächsten Jahr zu den zehnten Tagen der Ägyptologie keinen besseren Tagungsort vorstellen könne, sind sich die Teilnehmer einig.

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