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Erinnerungen im Büro: Den Kurs in den USA schloss der heutige Kommandeur Marc Michalek als Jahrgangsbester ab. - © Simone Flörke
Erinnerungen im Büro: Den Kurs in den USA schloss der heutige Kommandeur Marc Michalek als Jahrgangsbester ab. | © Simone Flörke

Höxter Oberstleutnant Marc Michalek im Gespräch mit der NW

Warum die neue Aufgabe für ihn "etwas Besonderes" ist

Simone Flörke
13.04.2016 | Stand 12.04.2016, 21:57 Uhr

Höxter. Ganz entspannt sitzt Marc Michalek im Sessel des Besprechungsraumes gleich neben seinem Büro. Trinkt seinen Kaffee aus einem Warmhaltebecher. Und erzählt locker plaudernd von seiner schon fast generalstabsmäßig geplanten beruflichen Laufbahn in Uniform und seinem Ankommen in Höxter. Einem Wiedersehen an der Weser. Vier Wochen ist der 41-jährige Oberstleutnant jetzt Kommandeur des ABC-Abwehrbataillons 7, das in der General-Weber-Kaserne in Höxter (725) und in Husum (150) eine Soll-Stärke von 875 Soldaten umfasst. Es ist sein erstes Kommando - nachdem er in seinem jungen Alter bereits drei sogenannte "ministeriale Verwendungen" hatte. Mit 35 kam die Erste im Führungsstab der Streitkräfte, erzählt Michalek mit Stolz. An der Wand hängen die Erinnerungen an seine Stationen in der Bundeswehr, dazu zwei Auslandeinsätze in Afghanistan und dem Kosovo sowie das Pädagogik-Studium (1997 bis 2000) in Hamburg. Einen besonderen Platz nehmen die gerahmten Erinnerungen an den "Chemical Captain Career Course" in den USA ein, den er 2003 als Jahrgangsbester abgeschlossen hat. Als Nicht-Muttersprachler. Er sei "zielorientiert", sagt der Norddeutsche aus der Nähe von Kiel über sich selbst. Seine Stärke. Und der Sinn für Teamgeist. Denn zusammen mit Leistungswillen und Professionalität sei das Miteinander wichtig: "Ich freue mich aus voller Überzeugung auf die Zusammenarbeit mit meinen Soldatinnen und Soldaten", sagt er. "Ein Kommando ist schon etwas Besonderes." Er habe "nicht eine Sekunde überlegen müssen", diese Aufgabe zu übernehmen. Eine große Verantwortung, das weiß Michalek: "Derzeit habe ich 30 Soldaten im Einsatz." Sie gelte es, bestmöglich darauf vorzubereiten. "Das geht bis zu einem gewissen Grad", hat er selbst beim Einsatz erfahren. Sein größter Wunsch: "Dass am Ende meiner Dienstzeit alle Soldaten - egal, ob aus dem Einsatz oder von der Fahrt am Wochenende - unbeschadet zu Hause ankommen." Begonnen hat alles dort, wo er heute wieder angekommen ist: in der Kaserne in Höxter. 1994 absolvierte der heutige Kommandeur hier in der dritten Kompanie seine gut halbjährige Grundausbildung. "Realistischerweise habe ich damals von der Stadt nichts mitbekommen", erinnert er sich schmunzelnd. "Der Dienstplan war sehr fordernd." Dass er eine Offizierslaufbahn einschlagen wird, das sei immer klar gewesen. Sein Vater ist Oberstabsbootsmann a. D. der Deutschen Marine. "Das hat mich vorgeprägt." Was sich in Höxter in den vergangenen 22 Jahren verändert hat? "Die Bausubstanz - zum Positiven", sagt Michalek. Weitere Investitionen am Standort stehen an - im Sinne des Attraktivitätsprogrammes der Ministerin Ursula von der Leyen. "Die Bundeswehr ist in Höxter voll in die Gesellschaft integriert, die Kooperation mit der Stadt hervorragend." Das merke er auch, wenn er zwischen seiner Wohnung in der Stadt und der Kaserne hin- und herpendelt. Zu Hause ist Michalek weiterhin mit seiner Lebensgefährtin in Bonn. Doch der will er noch in diesem Monat Höxter zeigen, mit ihr die Region erkunden. "Höxter ist schön, besonders die Fachwerkhäuser gefallen mir", sagt der Mann, der sich als "Nordlicht durch und durch" bezeichnet. Und auf Ehrlichkeit und Transparenz setzt. Für ihn zusammen mit eben dem Teamgeist und einer adäquaten Material-Ausstattung für seine Soldaten ein Attraktivitätsfaktor für die Bundeswehr heute. Derzeit nimmt er sich viel Zeit für seine Soldaten: "Ich möchte sie kennenlernen, zu den Namen die Gesichter sehen." Und was macht ein Kommandeur in der Freizeit? "Ich gehe gern laufen - und koche zum Ausgleich gern." Er lächelt: "Aber das nimmt gerade überhand."

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