0
Hembsen: Keller auspumpen und Schlamm vor Hauseingängen beseitigen - die Feuerwehr, weitere Helfer und Anwohner packten mit an. - © Simone Flörke
Hembsen: Keller auspumpen und Schlamm vor Hauseingängen beseitigen - die Feuerwehr, weitere Helfer und Anwohner packten mit an. | © Simone Flörke

Brakel Schlammlawinen hinterlassen Spur der Verwüstung in Brakel

Die Brakeler Ortseile Hembsen und Erkeln sind zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

Simone Flörke
16.10.2019 | Stand 16.10.2019, 19:46 Uhr

Brakel-Erkeln/Hembsen. Schlammlawinen sind nach dem heftigen Unwetter mit Wolkenbrüchen am späten Dienstagabend mit großer Wucht durch die beiden Brakeler Ortsteile Erkeln und Hembsen gerollt und haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Eine Person wurde kurz nach Mitternacht in einem Keller in Erkeln noch vermisst, ist aber später entdeckt und ärztlich versorgt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwochmorgen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, pumpten vollgelaufene Keller aus und beseitigen dicken, zähen Schlamm, der sich durch viele Ritzen quetschte und auf den Straßen und Bürgersteigen lag. Und sie sorgten dafür, dass das viele Wasser abfloss. Denn die Kanalisation schaffte die Unmengen, die in so kurzer Zeit gefallen waren, nicht mehr. Die Aufräumarbeiten liefen die ganze Nacht und werden sicher mindestens auch noch am Mittwoch weitergehen. Auch in anderen Orten des Kreises sorgte das Unwetter für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren. Erkeln: Mit am schlimmsten hatte es wohl Erkeln erwischt, wo im Dorf eine hohe Schlammlawine für katastrophale Zustände sorgte, den Ort zeitweise von der Außenwelt abschnitt und unpassierbar machte. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr waren mit verschiedenen Trupps an mehreren Stellen im Ort. Keller liefen bis zur Decke voll mit Schlamm, Bäume und sogar ein Auto sowie Erdreich und Geröll wurden mitgerissen. Die Feuerwehr fand vor lauter Schlamm keinen Hydranten mehr, um einen Kellerbrand zu löschen. "Das sieht hier aus wie nach einem Krieg", kommentierte ein Anwohner. Mit Radladern versuchten die Einsatzkräfte, die Straßen wieder frei zu schieben. In der Nacht hatten die Pumpen der Feuerwehr dann den Geist aufgegeben, "weil sie nur Wasser und keinen Schlamm pumpen können". Hembsen: In Hembsen stand Nicole Winter mit Regenjacke und Schaufel in der Hand vor den Resten ihres Gartens, der von einer dicken Schlammschicht überzogen war. Ob die Hühner im Stall etwas weiter hin noch leben, das konnte sie nicht sagen. "Ich bin noch nicht bis zu ihnen durchgekommen." Der Schlamm hatte sich den Weg am Haus entlang an der Garage vorbei bis in den Garten und zur Gartenhütte gesucht und alles mitgerissen. Damit das Wasser auf den dahinterliegenden Acker ablaufen konnte, wurde kurzerhand eine Rinne in den zähen Schlamm geschippt. Sie schüttelte erschüttert den Kopf: "So etwas habe ich noch nicht erlebt." Ihr Nachbar Frank Frischemeier hingegen erinnerte sich noch an die letzte große Wetterkatastrophe in Hembsen im Jahr 1983, als er noch ein kleiner Junge war. "Das war damals glaube ich noch schlimmer gewesen", sagte er. "Dann haben sie etwas weiter oben an der Kanalisation etwas geändert - und so etwas sollte eigentlich nicht wieder vorkommen. Mehr als 35 Jahre ist es gut gegangen."

realisiert durch evolver group