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Grundschule Brakel: Auf der rückwärtigen Seite des Komplexes soll nach den Plänen der Brakeler Architektin der Anbau für die OGS entstehen. - © Alexander Graßhoff
Grundschule Brakel: Auf der rückwärtigen Seite des Komplexes soll nach den Plänen der Brakeler Architektin der Anbau für die OGS entstehen. | © Alexander Graßhoff

Brakel 1,2 Millionen Euro für geplante OGS-Erweiterung in Brakel

Seit acht Jahren werden für die OGS-Betreuung auch Container genutzt

Alexander Graßhoff
29.09.2019 | Stand 28.09.2019, 16:10 Uhr

Brakel. Im Rat der Stadt Brakel wurde das Baukonzept für die Erweiterung der Offenen Ganztagsschule vorgestellt. Der Plan der Brakeler Architektin Ines Koßmann sieht vor, den Gebäudekomplex der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule in südlicher Richtung um einen Eckbau zu erweitern, der keilförmig mit dem bisherigen Gebäude verbunden wird. Im verbindenden Teil sollen neben einem Büro für die Schulleitung der OGS auch ein Personal- und Aufenthaltsraum sowie ein Toberaum Platz finden. Letzterer soll gerade Kindern mit ADHS die Möglichkeit geben, sich zum Beispiel an einer Boulderwand auszutoben. Durch Schallschutzwände werden andere Räume vor zu großem Lärm geschützt. Daran schließen sich im Hauptteil des Neubaus vier unterschiedlich möblierte Betreuungsräume für die OGS an, die bei Bedarf auch als Klassenräume genutzt werden können. Der Neubau soll barrierefrei gestaltet werden. Damit reagiert die Architektin auf einen Mangel des alten Schulgebäudes: „Dort hat selbst die Aula Stufen", erklärt Ines Koßmann. Ende der Schulcontainer kommt in Sichtweite Der vorgestellte Neubau soll Schulcontainer überflüssig machen, die von der OGS bereits seit acht Jahren genutzt werden, eigentlich aber nur als Übergangslösung gedacht waren und nicht für eine so lange Nutzung ausgelegt seien. Hohe Energiekosten, Schimmelbildung und eine schlechte Wärmeisolierung machen aus Sicht der OGS-Leitung die Beschaffung von Ersatz nötig. Von fünf Gruppen, mit insgesamt 112 OGS-Kindern, werden derzeit zwei Gruppen in den Containern betreut. „Außerdem werden zwei Schulklassen der Gemeinschaftsgrundschule derzeit für OGS-Zwecke genutzt und stehen damit nicht für Schulisches zur Verfügung", erklärt Maria Komm, Leiterin der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule. Erschwerend komme hinzu, dass nach Plänen der Großen Koalition Eltern in Deutschland ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Kinder im Grundschulalter haben sollen. Fast 1,2 Millionen für Neubau Erstmalig mit den stattlichen Baukosten in Höhe von 1,198 Millionen Euro konfrontiert, forderten die Ratsmitglieder nahezu einmütig Bedenkzeit. Christdemokrat Ewald Hanisch erklärte, dass es bei so einer Summe schwierig sei, sofort einen Beschluss zu fassen. Stattdessen wolle er erst den Haushaltsentwurf abwarten. Ähnlich argumentierte auch Dirk Multhaupt (SPD): „Bei der Summe wird über das Thema in jeder Fraktion im Haushalt beraten." Johannes Tobisch von der Unabhängigen Wählergemeinschaft schlug vor, dass sich das Bauamt nach Fördermöglichkeiten umsehen könne. Heike Neu (Bürger Interessen Brakel) betonte, dass sich für Brakel als Schulstandort nicht die Frage stelle, in der Sache tätig zu werden. Vor diesem Hintergrund unterbreitete Bürgermeister Hermann Temme den Vorschlag, die Planung zur Kenntnis zu nehmen und bei den Haushaltsberatungen zu berücksichtigen. Dem stimmten die Ratsmitglieder einstimmig zu.

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