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Gut vorbereitet: Die Schüler hatten im Vorfeld zahlreiche Transparente mit ihren Statements angefertigt. - © Burkhard Battran
Gut vorbereitet: Die Schüler hatten im Vorfeld zahlreiche Transparente mit ihren Statements angefertigt. | © Burkhard Battran

Brakel Großdemo: Brakeler Schüler setzen sich für Europa ein

Mehr als 700 Schüler gehen in Brakel für ein friedliches und weltoffenes Europa auf die Straße

Burkhard Battran
21.05.2019 | Stand 21.05.2019, 17:26 Uhr |

Brakel. Es war wohl die größte Jugend-Demonstration, die Brakel je gesehen hat. Mehr als 700 Schüler aus Brakeler Schulen sind am Dienstag für ein friedliches und weltoffenes Europa auf die Straße gegangen. "Leider dürfen wir am Sonntag nicht zur Europawahl gehen. Aber wir möchten alle, die wählen dürfen, auffordern, sich für eine proeuropäische Partei zu entscheiden und auf jeden Fall keine rechte Partei zu wählen", sagte Schülerin Aileen Ulrich (17). Auch Ur-EU-Parlamentarier Elmar Brok (73) nahm an der Kundgebung auf dem Rathausplatz teil. "Es macht mich sehr froh, wenn junge Menschen so wie hier ein Zeichen für Europa setzen, denn wenn sich Menschen über Grenzen hinweg kennen, werden sie nicht Krieg gegeneinander führen", sagte Brok. Initiator der großen Schüler-Demo für Europa war die Arbeitsgruppe "Schule ohne Rassismus" des Brakeler Brede-Gymnasiums. Schnell hatten sich auch die Gesamtschule und das Berufskolleg des Kreises in die Vorbereitung eingeklinkt. Spontan hatten sich am Dienstag auch mehrere Schülergruppen des in Auflösung befindlichen Petrus-Legge-Gymnasiums dem Demonstrationszug angeschlossen. Auch viele erwachsene Europa-Sympathisanten waren dabei. "Ich habe von der Demo gelesen und fand, dass man dieses Engagement unterstützen muss", sagte eine Besucherin. "Von Schülern für Schüler" Am Parkplatz am Feuerteich hatten sich die teilnehmenden Schülergruppen zunächst gesammelt und waren dann durch die Straße Am Thy zum Marktplatz marschiert, wo die abschließende Kundgebung stattfand. "Es ist eine Veranstaltung von Schülern für Schüler, die wir seitens der Schulen zwar organisatorisch begleitet haben, wobei Inhalte und Ablauf vollständig von den Schülern geplant und vorbereitet wurden", sagte Brede-Schulseelsorgerin Uta Dittrich. Bei der Kundgebung vor dem Marktplatz berichteten unter anderem Schüler von ihren Europa-Erfahrungen beispielsweise im EU Austausch- und Ausbildungsprogramm "Erasmus" "Bruder, muss los, Europa retten" "Gemeinsam für Europa", "Europa für alle", "Bruder, muss los, Europa retten", "Ungleichheit abbauen", "Ehe für alle überall", "Keine Trump-eltiere im EU-Parlament", "Klimaschutz fängt in Europa an", "Seebrücke statt Seehofer", "Blick in die Ferne, mit Europa sehr gerne" oder "Lasst Europa nicht Uropa werden - geht wählen", stand unter anderem auf den vielen bunten Transparenten zu lesen, die die Schüler im Vorfeld vorbereitet hatten. "Das Feld nicht den ewig Gestrigen überlassen" Zum Brexit sei es gekommen, weil in England zwar 75 Prozent der jungen Wähler proeuropäisch gesinnt, aber nur 35 Prozent zur Wahl gegangen seien. "Man darf das Feld nicht den ewig Gestrigen überlassen", appellierte Parlamentarier Brok. "Wir wünschen uns ein offenes Europa ohne Grenzen", sagte Teilnehmerin Jana Kunz (15). Stargast aus Sicht der Schüler bei der Kundgebung war die Stahler Poetry-Slammerin Kristin Kieltsch (19), Ostwestfalen-Meisterin und Kulturpreisträger des Kreises, die einen Text verfasst hat, der sich für eine weltoffenes Europa engagiert. "Ich finde es ganz toll und freue mich riesig, dass ich eingeladen wurde, hier dabei zu sein", sagte sie. Die Initiatoren zogen eine positive Bilanz der Schülerdemo, deren Resonanz die Erwartungen übertroffen habe. Auch Bürgermeister Hermann Temme lobte das außerordentliche Europa-Interesse der Brakeler Schüler.

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