Wie eine große Familie: Bewohner und Betreuer mit dem Vorsitzenden Alexander Rode (hinten v. l.), Minister Karl-Josef Laumann, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken und Geschäftsführer Jerome Major. - © Burkhard Battran
Wie eine große Familie: Bewohner und Betreuer mit dem Vorsitzenden Alexander Rode (hinten v. l.), Minister Karl-Josef Laumann, Landtagsabgeordneter Matthias Goeken und Geschäftsführer Jerome Major. | © Burkhard Battran

Brakel Sozialminister Laumann lobt die Lebenshilfe Brakel

Der Träger eröffnet einen eigenen Pflegedienst

Brakel. Das Zimmer von Bewohner Peter Meise (53) ist nicht groß. Aber groß genug. Für einen Schreibtisch ist kein Platz. Da hat er nämlich seine Miniaturlandschaft aufgebaut. „Das ist der Ort Amelunxen, dort komme ich her", sagt der Bewohner der Brakeler Lebenshilfe-Wohneinrichtung. Peter Meise ist dort Heimbeiratsvorsitzender und durfte gestern in dieser Eigenschaft ganz offiziell im Namen der 26 Wohnstättenbewohner Landessozialminister Karl-Josef Laumann (61) begrüßen. Laumann hat die Lebenshilfe-Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung in der Nieheimer Straße in Brakel besucht. „Wir hatten den Minister zu Beginn des Jahres eingeladen und freuen uns, dass es so schnell geklappt hat", sagte Geschäftsführer Jerome Major. Rund zwei Stunden hatte sich der Landespolitiker Zeit genommen, um mit Vorstand und Geschäftsführung verschiedene Themen anzusprechen und bei einem Rundgang und einem gemeinsamen Kaffeetrinken die Bewohner der Einrichtung kennenzulernen. „Mein Eindruck ist, dass die Lebenshilfe ein vorbildlicher Träger ist und diese Wohnstätte sehr gut geführt wird", sage Laumann. Der Pflegebedarf nimmt zu Obwohl das Brakeler Wohnheim bereits 1991 eröffnet wurde, ist es auch nach fast 30 Jahren konzeptionell auf dem neuesten Stand. „Hier wurden bereits vor 28 Jahren Einzelzimmer geplant, so wie es heute der Standard sein sollte und auch das dezentrale, kleinteilige Konzept, dass die Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ins allgemeine Wohnviertel integriert, entspricht genau unserer Vorstellung von Teilhabe", sagte Laumann. „Wir wohnen gerne hier und fühlen uns gut aufgehoben", erklärte Heimbeiratsmitglied Andrea Berger (48), die ebenso wie der Beiratsvorsitzende Peter Meise von Anfang an in der Wohnstätte lebt. „Jeder kennt jeden und wir sind alle eine große Familie", betont Peter Meise. Kreisweit betreut die Lebenshilfe rund 1.000 Menschen mit Behinderung und beschäftigt 500 Mitarbeiter. Im Juli werde die Lebenshilfe einen eigenen ambulanten Pflegedienst eröffnen, kündigte Geschäftsführer Major an. „Unsere Bewohner werden auch immer älter und der Bedarf an Pflege nimmt zu", sagte Major. Der neue Pflegedienst soll aber nicht nur für die Lebenshilfe intern tätig sein, sondern ganz normal öffentlich am Markt agieren. Die Lebenshilfe sieht sich dabei aber nicht als Konkurrenz zu bestehenden Pflegediensten. Jerome Major: Der Bedarf nimmt rapide zu und das Problem ist nicht, dass es zu wenig Kunden gibt, sondern dass Fachkräfte fehlen."

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