In Sektlaune: Nur ein Gläschen genügt ihr nicht. Solistin Anna Werle kommt gleich mit einer ganzen Flasche auf die Bühne. - © Burkhard Battran
In Sektlaune: Nur ein Gläschen genügt ihr nicht. Solistin Anna Werle kommt gleich mit einer ganzen Flasche auf die Bühne. | © Burkhard Battran

Brakel Nordwestdeutsche Philharmonie begeistert beim Brakeler-Neujahrskonzert

Neujahrskonzert: Nordwestdeutsche Philharmonie stimmt zum 15. Mal in Brakel auf das neue Jahr ein. 450 begeisterte Zuhörer in der ausverkauften Stadthalle

Brakel. Mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus haben rund 450 Zuhörer die Nordwestdeutsche Philharmonie (NWD) in der ausverkauften Brakeler Stadthalle beim 15. Neujahrskonzert gefeiert. Bürgermeister Hermann Temme dankte in seiner Ansprache dem Kulturring mit seiner Vorsitzenden Michaela Markus, nun schon so lange diesen besonderen kulturellen Höhepunkt in der Nethestadt zu organisieren. Von den vielen guten Neujahrskonzerten, die die Herforder Philharmoniker schon in Brakel gegeben haben, war dieses ein besonders gutes. Als echter Glücksgriff entpuppte sich die Gesangssolisten Anna Werle. Die Berliner Mezzosopranistin ist in Brakel beileibe nicht unbekannt. Drei Mal hatte sie in den vergangenen fünf Jahren bei den Aufführungen des Madrigalchors mitgewirkt. 2012 Gesangsstudium mit Auszeichnung abgeschlossen 2012 hat Anna Werle in Berlin ihr Gesangsstudium mit Auszeichnung abgeschlossen. Über ein Engagement beim Landestheater Detmold kam sie direkt nach ihrem Studium nach OWL. Drei Jahre war sie beim Landestheater tätig. Zwei Jahre liegt ihre letzte Zusammenarbeit mit dem Brakeler Madrigalchor zurück. Seitdem hat Werles Karriere einen gewaltigen Sprung gemacht. Der ganz große Durchbruch wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. In der kommenden Saison singt Anna Werle immerhin bereits an der Dresdner Staatsoperette. In Brakel zeigte Anna Werle eine große musikalische Bandbreite vom Belcanto bis zur komischen Oper auf höchstem Niveau. Höhepunkte waren Anna Werles Interpretation der Koloraturarie des „Couplets de Laurette" aus der Oper Fortunios Lied von Jacques Offenbach und der mit großer Gefühlstiefe vorgetragene Musicalhit „Don’t cry for me Argentina" aus dem Musical Evita. Geleitet vom britischstämmigen Gastdirigenten Geleitet wurden die Herforder Philharmoniker in diesem Jahr von dem britischstämmigen Gastdirigenten David Marlow (40), hauptamtlicher Leiter der Vogtland Philharmonie im sächsischen Reichenbach. In Brakel gastierte Marlow erstmals mit der NWD. Der Kontakt zum Herforder Orchester besteht aber bereits seit fast 20 Jahren. Damals war Marlow noch Student an der Detmolder Musikhochschule, als er die Stelle des Chorleiters bei der NWD erhalten hat. Das von Marlow erarbeitete Neujahrsprogramm stand unter dem Titel „Happy Birthday – Happy New Year". Es hätte auch den Titel „Bye Bye Britain" tragen können. Aber das hätte wohl zu despektierlich geklungen. „Ich habe einige in Deutschland weniger bekannte britische Komponisten mitgebracht. Denn wer weiß, ob nach dem Brexit nicht vielleicht ein Ausfuhrverbot für diese Werke in Kraft tritt", scherzte der Gastdirigent. Ein echtes Juwel des unbekannten britischen Kompositionsschatzes war die 1930 komponierte romantische Walzerserenade „By the sleepy Lagoon" des englischen Komponisten Eric Coates. In den Zugaben des rund zweistündigen Konzertes gab es noch mal einen gelungen Ausflug in die Welt der komischen Oper, als Mezzosopranistin Anna Werle für Offenbachs „Couplets de Poule" als Huhn verkleidet auf die Bühne kam. Mit dem schon obligatorsichen Radetzkymarsch endete dieses kurzweiliges Konzert auf höchstem Niveau. Philharmonie und Landluft Im Sommer kommt die Nordwestdeutsche Philharmonie noch einmal nach Brakel. Am Samstag, 30. Juni, wird die NWD zum dritten Mal unter freiem Himmel auf dem Vorplatz von Schloss Rheder ein Landluftkonzert geben. Beginn ist um 17 Uhr. Aber bereits ab 15 Uhr kann man sich mit Speisen und Getränken im Ambiente des Schlosses auf das Konzert einstimmen und durch den weitläufigen Park flanieren.

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