In Brakels Zentrum stehen viele Geschäfte leer, dass soll sich ändern. - © Jens Reddeker
In Brakels Zentrum stehen viele Geschäfte leer, dass soll sich ändern. | © Jens Reddeker

Brakel Wie Brakels Zentrum belebt werden soll

Einzelhandelskonzept: Diskussion um Öffnung zur Wohnfunktion in der Innenstadt

Burkhard Battran

Brakel. Die Innenstadt als Handelsplatz erkennt man daran, dass dort im Erdgeschoss Geschäfte sind und keine Wohnungen. Wenn aber in den Innenstädten immer mehr Geschäfte leer stehen, sähe es doch allgemein schöner aus, wenn diese als Wohnraum neu belebt werden könnten, meldeten sich mehrere Stimmen zu Wort. Am Mittwoch hat die Stadt in einer öffentlichen Infoveranstaltung den Entwurf zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts vorgestellt. Eine zentrale Neuerung ist erstmals eine vorsichtig Öffnung zu mehr Wohnfunktion im Zentrum. Generell ist Wohnen im Erdgeschoss im Innenstadt-Zentrum nicht erlaubt. Die Kunden sollen dort schließlich Geschäft neben Geschäft vorfinden und kein Laden-Hopping betreiben müssen. Der Leerstand an der Ostheimer Straße hat zuletzt die Frage aufgeworfen, ob man nicht an den Rändern diese Regel etwas aufweichen könne. Bereich am Thy sollte nicht geöffnet werden Konkret geht es nur um einen Rand im Osten. Die Neufassung des Einzelhandelskonzept, das vom Dortmunder Fachbüro Junkers und Kruse erarbeitet wurde, schlägt den Bereich der südlichen Ostheimer Straße vor. Seit auch der Drogeriemarkt Rossmann diesen Standort verlassen hat, wird dieser Bereich nicht mehr als Kernbereich des Handels gesehen, so dass hier künftig auch die Wohnfunktion im Erdgeschoss zulässig sein soll. Das würde sich auch Gärtnermeister Rudolf Elberg für sein Ladenlokal Am Thy 17 wünschen. "Ich bin jetzt 80 Jahre und würde dort gern barrierefreien Wohnraum schaffen wollen", sagte der Hauseigentümer. Das wird aber nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge nicht möglich sein. Denn das Einzelhandelskonzept rät davon ab, auch den Bereich des Thys zu öffnen. "Hier funktioniert der Einzelhandel noch sehr gut und darüber hinaus ist es wichtig, eine Verbindung zum Ergänzungsstandort zu haben, der ja auch mit zum Zentrum gehört", erläuterte die aus Hembsen stammende Planerin Corinna Breker vom Dortmunder Fachbüro. Ein starkes Nebenzentrum gebildet Im Bereich der nördlichen Warburger Straße bis zum Sudheimer Weg hat sich ein starkes Nebenzentrum gebildet. Hier befinden sich die großen Naheversorgermärkte sowie verschiedenste Einzelhandelsgeschäfte. Auch Rossmann hat seinen Standort hierher verlagert. "Dieses Areal gehört mit zum Zentrum, aber städteplanerisch ist darauf zu achten, dass die Verbindung zur Innenstadtmitte nicht verloren geht", warnte Breker. Das Einzelhandelskonzept bildet die Grundlage, um Änderungen in der Bebauungsplanung in der Innenstadt vornehmen zu können, beispielsweise zur Aufhebung des Erdgeschoss-Wohnverbots. In den letzten zehn Jahren ist die Gesamtzahl der Einzelhandelsbetriebe in Brakel um rund 30 Prozent von 143 auf 105 zurück gegangen. Die durchschnittliche Verkaufsfläche ist aber um 25 Prozent von 300 auf 400 Quadratmeter gestiegen. Die Umsätze insgesamt sind in den vergangen zehn Jahren trotz sinkender Einwohnerzahl um etwa 13 Prozent auf 112 Millionen Euro gestiegen. Planerin Corinna Breker: "Brakel ist eine Stadt mit Potenzial." (bat)

realisiert durch evolver group