Drehorgelmusik: Mit fröhlichen und eingängigen Melodien hieß das Drehorgel-Duo Dorothea und Helmut Guntermann die Besucher zum Ortsjubiläum Gehrdens willkommen. - © Helga Krooß
Drehorgelmusik: Mit fröhlichen und eingängigen Melodien hieß das Drehorgel-Duo Dorothea und Helmut Guntermann die Besucher zum Ortsjubiläum Gehrdens willkommen. | © Helga Krooß

Gehrden 1.150 Jahre: Gehrden beeindruckt mit Jubiläumsfest

Gehrden feiert sein 1.150-jähriges Bestehen und alle machen mit. Die Gäste loben das besondere Engagementin der Ortschaft. Und es Weihbischof Dominicus Meier darf sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen

Helga Krooß

Gehrden. Mit Kabarett, Marktmeile, Kunstpfad, Spielaktionen, Open-Air-Oldiethek und einem Festakt feierte Gehrden am Wochenende sein 1.150-jähriges Bestehen. Und es war ein durchweg gelungenes Jubiläumsfest, das für alle Generationen etwas bot. Großer Dank gebührt hier dem Organisationsteam, den Gehrdener Vereinen und weiteren Mitwirkenden, die mit viel Herzblut und großem Engagement ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und somit einmal mehr Gemeinschaftssinn gezeigt haben. Ein fulminanter Einstieg in das bunte Jubiläums-Festwochenende war der zweistündige Kabarett-Abend mit Thomas Philipzen. Verbal andeuten, mit überspannten Gesten Charaktere nachzeichnen und mit einer alles aussagenden Mimik Lachsalven produzieren: Der quirlige Ostwestfale zog alle Register seines facettenreichen Könnens. Beispielsweise spöttelte er über „verängstigte Lehrer, die sich Angriffen ganzer Geschwader von Helikopter-Eltern" gegenübersehen, warf gleich darauf simple Fragen des Lebens auf wie: „Warum laufen Nasen, während Füße riechen?", um dann darüber zu rätseln, wie es Boateng, Khedira und Özil gelungen ist, Müller in die deutsche Fußballnationalmannschaft zu integrieren. Aber auch der pantomimische Kraftakt einer chinesischen Gewichtheberin, in deren Oberschenkel „zwei Ottfried Fischer passen" sorgten für wahre Lacher. Tosender Applaus war der Dank des Publikums in der voll besetzten Bürgerhalle. Kunst und Action Bereits kurz nach der Eröffnung des Festes am Samstagnachmittag herrschte reges Treiben rund um Kirche und Schloss. An jeder Ecke gab es etwas zu entdecken und zu erleben. Da lockte die Marktmeile unter anderem mit kulinarischen Köstlichkeiten, Holz- und Handarbeiten, Deko-Objekten, Schmuck, Stoff- und Papierarbeiten zum Stöbern, Schauen und Verweilen. Hohen Spaßfaktor garantierte der Sport- und Tennisverein Gehrden auf dem Kirchplatz. Jung und Alt stellten hier ihre Geschicklichkeit bei Spielen wie Fußballgolf, Leiterball, Dosenschießen XXL oder Low-T-Ball unter Beweis. Im Kreativ-Zelt des Kita-Fördervereins Frohnhausen-Gehrden ließen die kleinen Besucher ihrer Fantasie freien Lauf, gestalteten Buttons, bemalten Baumscheiben und bauten mit Bauklötzen. Und Räuber Hotzenplotz warf Süßigkeiten, sobald er an der richtigen Stelle mit einem Tennisball getroffen wurde. Drehorgel sorgt für besondere Atmosphäre Ein besonderes tierisches Erlebnis versprachen das Alpaka-Gehege, die Kaninchen-Oase – streicheln erlaubt – und die Falknerei Kroll mit ihren imposanten Greifvögeln. Ein Kinderkarussell sorgte für weiteres Vergnügen. Wie man mit einer Kettensäge einen Zwerg aus einem Baumstumpf gestaltet, zeigte Hobby-Holzschnitzer Manfred Wolff vor dem Schloss-Café. Und vor der Orangerie präsentierte Manfred Pape feinste Drechselarbeiten. Auch die Feuerwehr Gehrden war mit von der Partie und stellte sich mit ihrem Einsatzfahrzeug vor. Untermalt wurde das illustre Jubiläumstreiben mit fröhlichen Musikstücken des Drehorgel-Duos Guntermann. Organisatoren sind zufrieden Auch der Kunstpfad, der sich von der Kirche zum Schloss und zur Orangerie bis in den Park erschloss, stieß auf reges Interesse. Neben sakraler Kunst waren großformatige Bilder, Bauminstallationen und Holzskulpturen zu sehen. Franz-Josef Wolff vom Organisationsteam zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. Besonders freute er sich über den Besuch aus Biberbach. Eine Abordnung des mit Gehrden befreundeten Schützenvereins Tannengrün überraschte ihn und das Orga-Team mit einem Jubiläumskrug als Geschenk. Richtig krachen ließen es die Gehrdener am Abend: Bei der einmaligen Open-Air-Oldiethek auf dem Kirchplatz kam echte Festivalstimmung auf. Auf der Showbühne legten die DJs Robert Brenneke, Gerd Guse und Piet Dördelmann die Schallplatten auf. Mehr als 1.000 Besucher tanzten und feierten zur Musik der 1960er bis 1980er Jahre.

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