Ratlos: Die Gauklergruppe, dargestellt von Salvatore Cardamone (von links), Leonie Homann, Annika Kühn, Hannah Bickmann, Chalyn Tilly, Ricardo Levermann und Benedikt Gerhardt, befindet sich in Existenznot. - © Helga Krooß
Ratlos: Die Gauklergruppe, dargestellt von Salvatore Cardamone (von links), Leonie Homann, Annika Kühn, Hannah Bickmann, Chalyn Tilly, Ricardo Levermann und Benedikt Gerhardt, befindet sich in Existenznot. | © Helga Krooß

Brakel Rundum gelungene Premiere am Brakeler PLG

Schüler begeistern mit Michael Endes Stück „Das Gauklermärchen“

Helga Krooß

Brakel. Es war eine rundum gelungene Premiere. Unter der Leitung von Lisa Meiercord, Lehrerin der Gesamtschule Brakel, Kunst und Darstellende Kurse, haben 37 Schülerinnen und Schüler des Petrus-Legge-Gymnasiums und der Gesamtschule Brakel Michael Endes Stück „Das Gauklermärchen" auf die Bühne gebracht. Die jungen Akteure überzeugten nicht nur mit einem intensiven Spiel, sondern meisterten auch die langen, zum Teil in Reimform verfassten Textpassagen mit Bravour und Ausdrucksstärke. Hut ab, kann man da nur sagen. Das einfache, dennoch effektvolle Bühnenbild mit grauen Stoffbahnen und weißen, flexibel einsetzbaren Würfeln, die mal Thron, Gauklerplatz oder Schlucht darstellten, unterstrich die Dramatik des Stücks. Unter mehreren Möglichkeiten hatten sich die Schüler des „Darstellenden-Spiel-Kurses" der Jahrgangsstufe 10 am PLG für das relativ unbekannte Stück des Autors Ende entschieden. „Sie wollen es von der Sprache her unbedingt spielen", erzählte Lisa Meiercord. Der lyrische Text sei eine Herausforderung gewesen, ebenso die Gestaltung des Stücks und nicht zuletzt die Koordination der vielen Schüler. Ein Großteil stammt aus den DG-Kursen der Jahrgangsstufen sieben und acht der Gesamtschule Brakel. Sie spielten unter anderem die Bräute des Morgenlandes, die Spiegelbilder in Elis Schloss und die Spielfiguren der Spinne Angramains. Eine Gauklergruppe befindet sich in Existenznöten In dem Stück selbst geht es um eine Gauklergruppe, die sich in Existenznöten befindet. Ausgerechnet der Chemiekonzern, der auf dem Platz, auf dem die Gaukler sich niedergelassen haben, eine Chemiefabrik errichten will, bietet ihnen seine Hilfe an. Die Gruppe soll für sie durchs Land ziehen und Werbung für ihre Produkte machen. Dafür sollen sie sich von dem geistig zurückgebliebenen Mädchen Eli trennen, das die Gruppe nach einem Chemieunfall im Straßengraben gefunden, aufgenommen und liebevoll umsorgt hat. Die Gauklergruppe steht vor einem Dilemma. Was tun? Auf Bitte von Eli (Hannah Bickmann) erzählt Clown Jojo (Martin Borikov) ein Märchen. Es handelt von einem Morgen-Land ohne Profitdenken und Geldgier, einem Land, in dem Fantasie und Menschlichkeit wichtig sind, das aber auch immer wieder von der Macht einer bösen Spinne bedroht ist. Eitelkeit, Sein und Schein bestimmen die Szenerie wenn Elis Zauberspiegel Kalophain (Jasmin Wieners, ganz in Silber) auftritt und Spiegelbilder erscheinen lässt. Macht und Gier machen sich breit, wenn die schwarze Spinne Angramain (Victoria Lang) auftaucht. Für witzige Momente sorgt Ottokar (Ricardo Levermann), die Puppe des Bauchredners Bux (Benedikt Gerhardt). Am Ende führt der Gemeinschaftssinn der Gaukler-Gruppe zum Happy End. Begeisterter Applaus war der Dank des Publikums an die jugendlichen Akteure, die in dem Stück ganz souverän die Kritik an der Gesellschaft herauszuspielen wussten.

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