Befürworten die Pflegekammer in NRW: Elke Schmidt (v.l.), Pflegedirektorin KHWE, Andreas Fuhrmann, geschäftsführender Vorstand des Vereins „Jung und Alt" sowie Andrea Störmer, Pflegedirektorin Helios Klinikum Warburg. - © Mareike Gröneweg
Befürworten die Pflegekammer in NRW: Elke Schmidt (v.l.), Pflegedirektorin KHWE, Andreas Fuhrmann, geschäftsführender Vorstand des Vereins „Jung und Alt" sowie Andrea Störmer, Pflegedirektorin Helios Klinikum Warburg. | © Mareike Gröneweg

Brakel Höxteraner Experten fordern Pflegekammer für NRW

Interessenvertretung: Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales fragt Pflegekräfte, ob sie sich eine Pflegekammer wünschen. Experten aus dem Kreis Höxter hoffen auf eine Zustimmung des Fachpersonals

Mareike Gröneweg

Kreis Höxter. Elke Schmidt braucht mehr Pflegekräfte. „Ich könnte sofort sieben Pflegende einstellen, finde aber kein Personal", sagt die Pflegedirektorin der Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE). Sie ist eine von drei Experten aus dem Kreis Höxter, die sich unter anderem wegen des Fachkräftemangels für eine Pflegekammer (siehe Infokasten) in Nordrhein-Westfalen (NRW) aussprechen. Wie die Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festlegte, soll es in NRW eine Interessensvertretung für Pflegekräfte geben. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Die Einrichtung einer Pflegekammer, wie beispielsweise in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geschehen, oder eine Interessensvertretung nach dem sogenannten bayerischen Modell (siehe Infokasten). Um herauszufinden, was die Pflegekräfte in NRW sich wünschen, plant das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales eine repräsentative Studie. "Vermutlich im September oder Oktober werden von den geschätzten 200.000 Pflegekräften in NRW rund 1.500 angeschrieben und mittels Fragebogen befragt", erklärt Schmidt. Pflegefachkräfte sollen sich informieren Das Problem: „Viele von denen, die bald angeschrieben werden, haben sich mit der Thematik noch nicht auseinander gesetzt. Deshalb rufen wir alle Pflegekräfte im Kreis Höxter dazu auf, sich zu informieren", sagt Andreas Fuhrmann, geschäftsführender Vorstand bei „Jung und Alt". Schmidt, Fuhrmann und Andrea Störmer, Pflegedirektorin am Helios Klinikum in Warburg, befürworten die Einrichtung einer Pflegekammer gegenüber dem bayerischen Modell. „Wenn gegen die Pflegekammer gestimmt wird, wäre das eine große vertane Chance", findet Störmer. „Eine Pflegekammer bietet den Pflegekräften die Chance, mitzureden und auch – beispielsweise bei Fragen der Gesetzgebung – mitzubestimmen", ergänzt Schmidt. Es gibt auch Kritik an der Pflegekammer Kritiker der Pflegekammer monieren, so Fuhrmann, dass es sich um eine Art Zwangsmitgliedschaft handele und auch der Beitrag monatlich gezahlt werden muss. „Ich bin mir aber sicher, dass die Effekte einer Pflegekammer diese Beitragspflicht ausgleichen." Durch diese Mitbestimmung erhoffen sich die drei auch auf personeller Ebene Verbesserungen. „Ein Pflegeberuf ist einer der schönsten Berufe, den junge Menschen ergreifen können", sagt Fuhrmann. „Wir müssen aber die Attraktivität des Berufes wieder steigern und das Image von Pflegeberufen ändern."

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