Brakel/Kreis Höxter Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei der Caritas im Kreis Höxter

Die Anzahl der Ratsuchenden bei den fünf Diensten im Caritas-Beratungszentrum ist weiter angestiegen, die Resonanz auf Angebote ist groß

Simone Flörke

Brakel/Kreis Höxter. Er lobte den professionellen Stil des Teams vom Caritasberatungszentrum: Seit mehr als 40 Jahren zeichne sich diese Hilfe durch die gute Vernetzung und die kurzen Wege unter einem Dach aus, sagte der neue hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes im Kreis Höxter, Thomas Rudolphi, bei der Vorstellung des Jahresberichtes der fünf Dienste mit Anerkennung. „Nahe an den Menschen sein" und „die Bedürfnisse der Menschen sehen", das seien die Maximen. Und dass der Bedarf da ist und weiter wächst, das zeigen die gestiegene Nachfrage und die Resonanz auf die Angebote in den fünf Abteilungen, weshalb man sich auch ständig weiterentwickele und strategisch neue Felder erschließe, so Rudolphi. Doch da sind sich alle Leiterinnen einig: Gern Neues und mehr, aber es muss mach- und leistbar bleiben, verlässlich sein und darf nicht zuungunsten anderer Angebote gehen oder zu längeren Wartezeiten führen. Modellprojektwird auch 2018 fortgesetzt Insgesamt hat das Beratungszentrum als niederschwellige Anlaufstelle im vergangenen Jahr in allen Abteilungen 2.167 Klienten beraten und begleitet. Darüber hinaus gab es die Arbeitskreise, die Aktionsbündnisse wie „Gemeinsam initiativ gegen Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen", die Frühen Hilfen, Kooperationen mit Familienzentren und vieles mehr. Stolz sind die Verantwortlichen darauf, das Präventionsangebot „Kinder schützen durch Stärkung der Eltern", das 2018 mit Hilfe des Kreises fortgesetzt werden kann, als Modellprojekt nach Brakel geholt zu haben. Ein Angebot für psychisch belastete, psychisch kranke Eltern mit Kindern im Alter bis fünf Jahre. Ratsuchende werde immer jünger und immer älter Die jungen Leute und die Senioren ab 60 sind in vielen Beratungsbereichen ein bedeutender werdendes Klientel: In der Erziehungsberatung beispielsweise sind nach Auskunft von Sandra Pflug von 385 beendeten Fällen 190 im Alter zwischen 12 und 21 Jahren gewesen. Beim sozialpsychiatrischen Dienst mit Schwerpunkten bei Depressionen, neurotischen Störungen oder Angststörungen liegt das Gros der Fälle laut Steffanie Schröder-Czornik (Leitende Ärztin) zwar im mittleren Lebensalter, die Anzahl der Ratsuchenden zwischen 18 und 24 Jahren stieg deutlich auf 101 (2016: 70; 2015: 34). Und bei der Suchtberatung (Schwerpunkt mit 58 Prozent auf Alkoholabhängigkeit sowie mit 36 Prozent bei illegalen Drogen; problematisch werden Spielsucht und extremer Medienkonsum) stieg nach Auskunft von Adelheid Miß-Litfin vor allem die Nachfrage der Menschen über 50 Jahre auf 38 Prozent. „Die Ratsuchenden werden immer jünger und immer älter." Eine weitere Stelle für die Beratung Cornelia Wiemeyer-Faulde kann dies auch bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung bestätigen: 2013 waren 25 Prozent der Klienten älter als 50 Jahre, 2017 schon 42 Prozent. Dem jüngeren Klientel werde man dadurch gerecht, dass personelle Ressourcen in die Onlineberatung investiert würden, mit der man vor allem junge Erwachsene und junge Eltern erreiche. Von einem mehr als anstrengenden Jahr aufgrund der deutlich angestiegenen Nachfrage berichtet Marie-Luise Bonsch (Frühförderung und Beratung). Man habe die Anfrage nicht mehr bewältigen können, weshalb man habe Prioritäten setzen müssen und es zu langen, „nicht mehr verantwortbaren" Wartezeiten gekommen sei. Deshalb sei für dieses Jahr als Entlastung eine Stellenerweiterung gekommen. Schwerpunkte ihrer Beratungstätigkeiten: Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen und frühgeborene Kinder. Gerade in jungen Familien gebe es verstärkt Beratungsbedarf.

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