Kreis Höxter Trauer um Heimatforscher Horst-Dieter Krus

Nachruf: Ehemaliger Kreisarchivar und Heimatgebietsleiter starb überraschend im Alter von nur 68 Jahren

Kreis Höxter/Bellersen (nw). Völlig unerwartet ist in der vergangenen Woche der Bellerser Heimatforscher Horst-Dieter Krus im Alter von 68 Jahren verstorben. Darüber informierte Frederik Köhler, 1. Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Bellersen. Viele Bürger der Region kennen den ehemaligen Kreisarchivar Horst-Dieter Krus als Heimatforscher, als Ortsheimatpfleger, als Mitglied der Kreisbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“, aus kritischen Diskussionsrunden – vor allem zum Natur- und Klimaschutz oder auch als Festredner. Wie kaum ein Zweiter hat er die heimische Kulturregion, vor allem aber auch den Wandlungsprozess Bellersens zum Musterdorf entscheidend mitgeprägt. Er verkörperte dabei stets das Leitbild des Ortes „Natur und Kultur auf dem Dorf“. Die zahlreichen Preise und Auszeichnungen Bellersens auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene wären ohne das herausragende fachliche und menschliche Wirken von Horst-Dieter Krus niemals möglich gewesen. Nach seinem Studium der Geografie und der Anglistik an der Universität in Göttingen arbeitete er zunächst an einigen ortsgeschichtlichen Projekten, bevor er anschließend über 20 Jahre als Kreisarchivar für den Kreis Höxter tätig war. »Der Kreis Höxter verliert einen seiner herausragenden Akteure im Bereich der Kulturarbeit« Er war auch Redakteur des Kreisjahrbuchs. Zudem war er bis zuletzt Heimatgebietsleiter der Ortsheimatpflege für das Hochstift und das Corveyer Land. Die Abbenburg, wo Krus das Licht der Welt erblickte, prägte auch maßgeblich seine Biografie. Seine außergewöhnliche Beziehung zur Novelle „Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff wurde ihm in die Wiege gelegt. Horst-Dieter Krus beschäftigte sich zeitlebens mit den historischen Gegebenheiten rund um die „Judenbuche“. Seine Erkenntnisse hat er in zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert. Im Kreis Höxter wurde Krus hochgeschätzt als kultureller Ideengeber, als Ratgeber, der in seiner bescheidenen, zurückhaltenden Art die Menschen zu begeistern verstand, aber auch zum Nachdenken brachte. Als heimatverwurzelte Instanz mit besonderem Charisma war er Initiator zahlreicher Projekte in Bellersen und in der gesamten Region. Seine Werke, wie „Gärten und Parks im Kreis Höxter“, „Flüsse, Bäche, Auen im Kulturland Kreis Höxter“, „Das Schützenwesen“, verschiedene Heimatbücher, beispielsweise über Bellersen, Borgholz, Rösebeck und Wünnenberg, seine Heimatbriefe für die Kreise Paderborn und Höxter, seine zahlreichen Fachbeiträge im Kreisjahrbuch ebenso wie sein Libretto zum Musikrezital „Der Winkelhannes“ sind und bleiben eine elementare Kulturlandbereicherung. Sein unermüdliches Engagement für die Region und die Menschen komplettierten die Beiratsmitgliedschaft im Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalen, die Tätigkeit als Buchrezensent, seine über 20-jährige Schiedsmannarbeit für die Ortschaften Bellersen und Bökendorf sowie seine 25-jährige Tätigkeit im Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins Bellersen. Krus war aufgrund seines vielfältigen Ehrenamtes Träger verschiedener Auszeichnungen für bürgerschaftliches Engagement. In seinem von ihm so geliebten Heimatort Bellersen betrauern die Menschen den Verlust einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, einer tragenden Säule des Vereinslebens und der Dorfgemeinschaft. Das gesamte Kulturland Kreis Höxter verliert mit Horst-Dieter Krus einen seiner herausragenden Akteure im Bereich der Kulturarbeit.

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