Pferdewirtin Britta Holländer mit ihrer vier Jahre alten Pinzgauer Tigerschecke Tiberius. - © Burkhard Battran
Pferdewirtin Britta Holländer mit ihrer vier Jahre alten Pinzgauer Tigerschecke Tiberius. | © Burkhard Battran

Brakel Pferdestärken und starke Pferde beim Tag der Landwirtschaft in Brakel

Rund um das Agravis-Kornhaus in Brakel erleben mehrere Tausend Besucher die heimische Land- und Forstwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt

Brakel. Die ganze Welt der Landwirtschaft komprimiert auf das Gelände rund um das Brakeler Agravis-Kornhaus: Das ist kurz gefasst der Tag der Landwirtschaft, der alle vier Jahre gemeinschaftlich von den land- und forstwirtschaftlichen Organisationen im Kreis Höxter ausgerichtet wird. „Wir sind voll zufrieden. Das Wetter spielt sehr gut mit. Und wer herkommt, erlebt garantiert einen spannenden und ereignisreichen Tag", zeigte sich Mitveranstalter Hans-Josef Hanewinkel, Geschäftsführer im Landwirtschaftlichen Kreisverband, höchst zufrieden mit dem Verlauf. „Die Landwirtschaft prägt bis heute unseren Kreis. Hier haben die Besucher einmal auf besondere Weise Gelegenheit, alle Facetten kennenzulernen", sagte Landrat Friedhelm Spieker. Blickfang waren natürlich vor allem die großen bis zu 400 PS starken und mit 23 Gängen ausgerüsteten Trecker und landwirtschaftlichen Gerätschaften. „Wer etwas dafür übrig hat, dem schlägt das Herz bei diesem Anblick schon mal etwas schneller", sagte der Geschäftsführer der Brakeler Landwirtschaftskammer, Josef Lammers. „Ich persönlich bin kein Freund dieser großen Monster. Wir haben bei uns auf dem Hof einen 40 Jahre alten Eicher, der tut es auch", sagt Nebenerwerbslandwirtin Ramona Koch (38) aus Erkeln. Der Mammut, der Klassiker unter den Eicher-Treckern, bringt es gerade mal auf 55 Pferdestärken. Fell und Mähne der Pferde sind in kleine Löckchen gelegt Aber auch mit einem PS kann einem das Herz höher schlagen. Die Pferdeschau hatte es ebenfalls vielen Besuchern angetan. Ob Pferde mit Punkten oder Pferde mit Locken, heißblütig oder kaltblütig, ponyhaft klein oder arabisch hochgewachsen: Im Kreis Höxter scheinen alle Rassen heimisch zu sein. So hat sich beispielsweise Pferdeliebhaberin Petra Wenzel aus Gehrden auf das amerikanische Curly Horse spezialisiert, dessen Fell und Mähne in kleine Löckchen gelegt sind. „Es sind direkte Nachfahren der wilden Mustangs, die eben über eine ungewöhnliche Fellvariante verfügen", sagt Wenzel. „Oh, ein richtiges Pippi-Langstrumpf-Pferd" entfuhr es fast allen kleinen Mädchen, die an den Tieren von Pferdewirtin Britta Holländer aus Brenkhausen vorbeikamen. „Mir haben es die Tigerschecken angetan, ganz gleich von welcher Rasse", sagt die Pferdefachfrau von der Reitanlage Schelpehof. An feinstes Rindfleisch vom Grill dachte wohl mancher Feinschmecker, wenn er die prächtigen Limousin-Rinder des Brakeler Züchters Philipp Wiesemann (64) betrachtete. 120 Tiere hat er auf seinen Weiden stehen. Auf den Grill legt Wiesemann aber keines. „Ich bin Züchter, die Fleischvermarktung machen andere", betont der Landwirt, der sich seit 30 Jahren diesen französischen Edelrindern widmet. Rund 50 Direktvermarkter waren mit ihren Erzeugnissen vertreten Die längste Schlange befand sich am Ikenhäuser Lindenhof-Stand, wo es für einen Euro pro Kugel das leckere Bauernhof-Eis gab. Die Milch für das Eis ist nämlich aus eigener Erzeugung. Einen schwierigeren Stand hatte Kettensägen-Holzkünstler Manfred Wolff (53) aus Amelunxen. „Für die Arbeit mit der Kettensäge ist es heute einfach zu heiß, weil man dazu ja auch Schutzkleidung tragen muss." Damit sich die Besucher auch mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Region eindecken konnten, waren rund 50 Direktvermarkter vertreten. Nur das Bauernhof-Eis aus Ikenhausen sollte man am besten sofort verzehren.

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