Großes Gerät: Zugführer Oberleutnant Daniel Walther (l.) und Hauptfeldwebel René Bobe vor der alten MPR-Antenne. Die Soldaten hinten, demonstrieren das Größenverhältnis der historischen Riesenantenne. - © Burkhard Battran
Großes Gerät: Zugführer Oberleutnant Daniel Walther (l.) und Hauptfeldwebel René Bobe vor der alten MPR-Antenne. Die Soldaten hinten, demonstrieren das Größenverhältnis der historischen Riesenantenne. | © Burkhard Battran

Auenhausen Alte Radarantenne wieder aufgestellt

Relikt vergangener Luftraumüberwachung

Burkhard Battran

Auenhausen. Es sieht so aus, als würde die alte Riesenantenne wieder in den Dienst gestellt. Die 8 mal 16 Meter große Reflektorantenne des ehemaligen MPR-Systems (Medium Power Radar) ist gestern wieder aufgestellt worden. "40 Jahre hat sich diese Antenne über dem Bundeswehrstandort in Auenhausen gedreht. Jetzt steht sie zwar fest und dreht sich nicht mehr, aber sie erinnert an eine Ära, die das Bild der Umgebung geprägt hat", sagte gestern Nachmittag Zugführer Oberleutnant Daniel Walther. Tatkräftige Unterstützung haben die in Auenhausen stationierten Soldaten dafür vom Panzerpionierbataillon aus Holzminden erhalten. "Die Kameraden unterstützen uns bei dieser Aktion mit schwerem Gerät und einem Spezialkran, mit dem die Antenne auf den neu erstellen Sockel gehoben wird", erläutert Stabsdienstvertreter Hauptfeldwebel René Boke. Vor zwei Jahren wurde der Standort auf das neue digitale ARED-System umgestellt. "Die neue Antenne ist mit einer Fläche von acht Quadratmetern nur noch ein Bruchteil so groß wie das alte Power Radar, aber es hängen doch viele Herzen an dem Gerät und darum stellen wir es wieder auf", sagte Zugführer Walther. 1971 wurde das MPR-System am Luftwaffenstandort in Auenhausen in Dienst gestellt. 1974 erhielt es als Wetterschutz die Radom genannte weiße Kugel. Bis 2011 hat sich das MPR rund 100 Millionen Mal gedreht und wesentlich zur Luftraumüberwachung beigetragen. Der etwa 300 Meter hoch gelegene Standort Auenhausen auf dem höchsten Punkt der Hegge war 1955 durch die britischen Streitkräfte gegründet worden. 1959 wurde der Standort der Luftwaffe der Bundeswehr übergeben. Vom Luftwaffenstandort Auenhausen starten und landen keine Flugzeuge. "Für die Flugsicherung aber ist die Arbeit des Radarsensorzuges unerlässlich", hatte unlängst Kommandeur Oberstleutnant Lars Hoffmann erklärt. 2013 wurde das neue digitale Ground-Master-System (GM 406F) angeschafft, das Teil des Beschaffungsprogramms Aktives Radarrundsuchgerät für den Einsatzführungsdienst" (ARED) der Bundeswehr ist. Auenhausen war der erste von sechs MPR-Standorten, der auf die neue Technik umgerüstet worden war. Das neue GM 406F ist ein dreidimensionales Luftverteidigungsradar, das eine Zielerfassung von geringen bis zu sehr großen Flughöhen bietet und eine wesentlich geringere Störanfälligkeit besitzt. Die neue, kleinere Antenne wurde ebenfalls im großen Radom des alten Systems installiert. Der ehemalige Abgesetzten Technischen Zugs 242 in Auenhausen war im August 2014 dem Einsatzführungsbereich des Luftwaffenstützpunkts in Erndtebrück unterstellt worden und trägt heute die Bezeichnung Sensorzug II.

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