Neue Wege: Die Beste-Stadtwerke trennen sich von der verlustreichen Netzsparte. Verbunden ist damit ein massiver Personalabbau. - © David Schellenberg
Neue Wege: Die Beste-Stadtwerke trennen sich von der verlustreichen Netzsparte. Verbunden ist damit ein massiver Personalabbau. | © David Schellenberg

Kreis Höxter Massiver Personalabbau bei den Be-Ste-Stadtwerken

Zahl der Beschäftigten sinkt von 99 auf 40. Entgegen erster Aussagen werden auch Kündigungen ausgesprochen

Kreis Höxter. Bei den Be-Ste-Stadtwerken wird zum Jahresende und zum Ende des ersten Quartals im neuen Jahr massiv Personal abgebaut. Insgesamt wird die Zahl der Be-Ste-Beschäftigten von 99 auf 40 reduziert. Anders, als noch im Sommer angekündigt, werden dabei auch Kündigungen ausgesprochen. Das bestätigten am Donnerstag der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der Beverunger Bürgermeister Hubertus Grimm, und der stellvertretende Geschäftsführer Udo Schelling auf Anfrage von nw.de. Genaue Zahlen konnten beide nicht nennen, die Anzahl der Kündigungen liege aber „im einstelligen Bereich", so Schelling. Schelling wird zum Jahresende ebenfalls die BeSte-Stadtwerke verlassen. Er bleibt aber Geschäftsführer der Stadtwerke Steinheim. Grund für den Personalabbau ist die im Sommer publik gemachte Entscheidung, sich von den Strom- und Gasnetzen zu trennen und sich nur noch auf das Vertriebsgeschäft zu konzentrieren. „Die Netzsparte schrieb rote Zahlen, während das Vertriebsgeschäft Gewinne lieferte", so Aufsichtsratsvorsitzender Hubertus Grimm. Ziel: „Möglichst niemanden in die Arbeitslosigkeit entlassen" In den ersten Jahren nach der Gründung 2013 hatte BeSte mehr als drei Millionen Euro Verlust gemacht. Erst im vergangenen Jahr konnte Interims-Geschäftsführer Stefan Grützmacher die BeSte aus den roten Zahlen führen. Seit dem Herbst ist Stefan Wagner-Schlee neuer Geschäftsführer, der ab 1. Januar nach dem Ausscheiden von Udo Schelling das Unternehmen allein führen wird. In den ersten Jahren hatten die BeSte-Stadtwerke sich insgesamt vier Geschäftsführer gegönnt. Beim Personalabbau habe man es sich zum Ziel gesetzt, „möglichst niemanden in die Arbeitslosigkeit zu entlassen", betonte Grimm. Ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter wechsele zu den neuen Netzbetreibern. „Wir stehen auch in Kontakt zu anderen Energieversorgern und versuchen, einige Mitarbeiter dorthin zu vermitteln", so Grimm. Andere Beschäftigte würden von den Stadtverwaltungen der beteiligten Städte oder deren Stadtwerken übernommen. 3,4 Millionen Euro Pacht für die Strom- und Gasnetze Bislang hatten die BeSte-Stadtwerke die Strom- und Gasnetze von ihren beteiligten Städten gepachtet. 3,4 Millionen Euro kostete das jährlich. Die Stadt Steinheim hat zum 1. Januar 2019 ihr Strom- und Gasnetz an Westfalen Weser Netz verkauft. Beverungen hat sein Stromnetz an den gleichen Energieversorger veräußert. Borgentreich verpachtet sein Stromnetz künftig an Energie Netz Mitte, und Warburg wird sein Netz wieder in Eigenregie betreiben. Bad Driburg hat kein eigenes Stromnetz. „Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren deutlich in den positiven Bereich kommen werden", ist Grimm zuversichtlich, dass die Neustrukturierung zum Erfolg führen werde.

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