Sturmschäden, Trockenheit und Holzlager sind die Hauptthemen wenn derzeit über den Wald gesprochen wird, auch in Warburg. (Themenbild) - © Wald und Hoz NRW
Sturmschäden, Trockenheit und Holzlager sind die Hauptthemen wenn derzeit über den Wald gesprochen wird, auch in Warburg. (Themenbild) | © Wald und Hoz NRW

Borgentreich Wie die Wälder im Warburger Land wieder in die Spur gebracht werden sollen

Die Orgelstadt hat Sturmholz im Wert von 150.000 Euro eingelagert. Wiederaufforstung kann bis zu vier Jahren dauern.

Borgentreich. Mit gerade mal 400 Hektar Waldfläche, ist die Orgelstadt ein Zwerg im ansonsten recht waldreichen Kreis Höxter. Warburg verfügt beispielsweise mit 2.300 Hektar über fast sechsmal so viel Wald. Aber gerade wenn man über wenig Waldflächen verfügt, sind einem diese besonders lieb und teuer und die sorgsame und nachhaltige Bewirtschaftung ein großes Anliegen. "Jetzt geht es vor allem darum, dass wir nach den schweren Schäden, die der Sturm Friederike und nachfolgend der trockene Sommer und die Borkenkäferplage verursacht haben, den Wald wieder zurück in die Spur bringen", sagte Ratsherr Hubertus Eikenberg am Dienstag im Finanzausschuss der Orgelstadt. Friederike hatte im Januar in den Borgentreicher Waldgebieten vergleichsweise die größten Schäden im Altkreis angerichtet. In nur zwei Stunden waren dort 20.000 Festmeter Holz dem Sturm zum Opfer gefallen. Der Stadtwald von Willebadessen ist mit 950 Hektar mehr als doppelt so groß wie der von Borgentreich. Vom Sturm wurden aber nur 7.500 Festmeter in den obersten Höhenlagen umgerissen. "Extreme Trockenheit im Sommer hat diese Hoffnung jedoch vereitelt" "Da die meisten der umgestürzten Bäume noch Wurzelkontakt in den Boden hatten, waren wir guter Hoffnung, die Holzqualität trotzdem erhalten zu können", erläuterte Forstdirektor Andreas Becker vom Gemeindeforstamt Willebadessen, das die Borgentreicher Wälder betreut. Geschlagenes Holz muss feucht gehalten werden, um mit hoher Qualität in den Verarbeitungsprozess gehen zu können. "Die extreme Trockenheit im Sommer hat diese Hoffnung jedoch vereitelt", sagte Becker. Es ist dem Gemeindeforstamt aber gelungen, einen Großteil des Holzes einzuholen. "Zum Glück haben wir die Erlaubnis bekommen, es in einem Nasslager der Firma Egger in Alme unterbringen zu können", berichtet Becker. Ein Nasslager ist ein Holzsammelplatz mit einer Beregnungsanlage. Nasses Holz hält Schädlinge fern und das Holz behält seine Qualität bis es in den Verarbeitungsprozess kommt. "Wir haben dort ein Holzvermögen von 150.000 Euro eingelagert", sagte der Forstmann. Holzpreis sank um rund 40 Prozent Allerdings hat der Holzpreis bislang um rund 40 Prozent nachgegeben und wegen des Überangebots werden voraussichtlich auch im nächsten Jahr keine höheren Preise zu erzielen sein. Es sei sogar zu erwarten, dass die Preise weiter sinken, da wegen der noch nicht überstandenen Borkenkäferplage mit weiter wachsenden Schadholzmengen zu rechnen sei. Einen forstwirtschaftlichen Schwerpunkt in kommenden Jahr sollen Aufforstungsmaßnahmen bilden. Allerdings müsse hier mit einzelnen Saatgut-Engpässen gerechnet werden. Vom Sturm wurden vor allem Fichten vernichtet, die den veränderten Klimabedingungen nicht standhalten können. Der Wald muss umgebaut werden. Für 2019 ist vorgesehen im Borgentreicher Stadtgebiet insgesamt knapp 40.000 Rotbuchen, Bergahorne und Douglasien zu pflanzen. Die Kosten dafür liegen bei rund 50.000 Euro. Forstdirektor Becker: "Es kann bis zu vier Jahre dauern, bis wir alle Sturmflächen wieder bepflanzt haben.

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