Der ehemalige Jibi-Markt an der Natzunger Straße schloss Ende Februar des vergangenen Jahres. - © Hermann Ludwig
Der ehemalige Jibi-Markt an der Natzunger Straße schloss Ende Februar des vergangenen Jahres. | © Hermann Ludwig

Borgentreich In Borgentreich steht der Netto vor der Tür

Dieter Scholz

Borgentreich. Der Lebensmittel-Discounter Netto möchte im Ladengeschäft an der Natzunger Straße einen Markt eröffnen. Dass es damit eine Nachnutzung für das Gebäude des ehemaligen Jibi-Marktes an dieser Stelle geben wird, freut den Bürgermeister. Es sei der Wunsch der Kommunalpolitik gewesen, an dieser zentralen Stelle im Ort einen Nahversorger zu haben, sagt Rainer Rauch. „Ein weiteren Leerstand zu vermeiden, ist zudem jederzeit positiv." Stadtverwaltung und Rat hätten stets die klare Absicht gehabt, das Jibi-Gebäude wieder zu beleben, betont Rauch. Der Lebensmittel-Konzern hat das Gebäude von der Bünting-Gruppe angemietet. Die Verträge seien unter Dach und Fach ist sowohl aus der Konzernzentrale, als auch aus dem Rathaus zu hören. Der leer stehende Supermarkt werde das Netto-Design bekommen. Weil Lagerkapazitäten erweitert werden müssten, wird die Verkaufsfläche von den ehemals 960 Quadratmeter des ausgezogenen Jibi geringfügig auf 915 Quadratmeter schrumpfen. So der Plan. Der Discounter strebt die Eröffnung noch in diesem Jahr an. Man werde sehen, wie sich der Laden in den kommenden fünf Jahren entwickle, heißt es. Wenn es gut laufe, werde man bleiben. Rewe-Markt wird umgebaut Kaufmann Hartwig Meyer sieht der Discounter-Konkurrenz im Ortskern gelassen entgegen. In seinem Rewe-Markt an der Emmerkertorstraße haben auf dem Außengelände aktuell die Umbauarbeiten begonnen. Im Januar werde der Markt dann „für eine gewisse Zeit" schließen, um die Neugestaltung im Geschäft fertigzustellen, kündigt Meyer an. Vom ursprünglichen Plan, für diese Zeit in den ehemaligen R-Kauf-Markt an die Bogenstraße umzuziehen, auf den sich der Kaufmann und die Stadt verständigt hatten, sieht der Inhaber des Rewe-Marktes nach der Ankündigung der Netto-Gruppe jetzt allerdings ab. „Zu unwirtschaftlich", sagt Meyer. Ein kurzzeitiger Umzug werde sich nicht lohnen und noch seien aufgrund der Absicht keine Kosten entstanden. Der neugestaltete Rewe-Markt werde nach der baulichen Erweiterung „mehr Frische, ein anderes Sortiment und ein vergrößertes Fleischangebot" bieten, wirbt Meyer. Nach der Eröffnung des Rewe vor zwölf Jahren müsse einiges angepackt werden, um den aktuellen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Netto sei ein Discounter und „in erster Line ein Konkurrent für den Aldi". Sonderpreis-Baumarkt war abgelehnt worden Die Orgelstadt hatte das ehemalige Marktgebäude an der Bogenstraße im Frühjahr zu einem Kaufpreis von 77.000 Euro erworben. Das seit einigen Jahren leer stehende Geschäftsgebäude war bei einer öffentlichen Grundstücksauktion in Köln angeboten worden. Der Rat hatte sich für die Abgabe eines Angebotes ausgesprochen. Das Unternehmen Bünting, Mieterin des ehemaligen Jibi-Gebäudes, hatte die Stadt im Sommer 2017 vom Interesse eines Untermieters, der im ehemaligen Lebensmittelmarkt einen „Sonderpreis-Baumarkt" betreiben wollte, informiert. Doch die Mitglieder im Planungsausschuss lehnten mehrheitlich ab, da im Flächennutzungsplan das Gelände für „großflächigen Einzelhandel – Lebensmittel und Getränke" ausgewiesen sei. Es sollte weiter im Bereich Lebensmittel gesucht werden, um eine zentrumsnahe Versorgung in der Kernstadt beizubehalten. Die Kommunalpolitiker setzten sich eine Frist: Sie wollten in den kommenden beiden Jahren weiter kreativ werden, um in dem Gebäude wieder eine Einkaufsmöglichkeit innerhalb der Stadtmauern zu schaffen.

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