Die ehemalige Bördelandschule: Hier wurden in der Aula Asbestrohre gefunden, die nun demontiert werden. - © Jan Ahlers
Die ehemalige Bördelandschule: Hier wurden in der Aula Asbestrohre gefunden, die nun demontiert werden. | © Jan Ahlers

Borgentreich Asbest-Fund in der Borgentreicher Sekundarschule

Eine baldige Messung soll die Gefahrstoffbelastung prüfen

Jan Ahlers

Borgentreich. Asbest - schon der Begriff löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Nun wurden in der Bördelandschule bei Sanierungsarbeiten Asbestrohre entdeckt. Viele Eltern sind in Aufruhr, doch die Stadt beruhigt die Gemüter. "Es sind keine Asbestfasern ausgetreten, die Arbeiten wurden ordnungsgemäß mit speziellem Gerät durchgeführt", sagt etwa Bürgermeister Rainer Rauch, der die Sorgen der Bürger aber ernst nimmt. "Jeder wird bei Asbest sofort sensibel, das geht mir genauso." "Weil das Asbest in dieser Form komplett in Zement eingebunden ist, können die gefährlichen Asbestfasern nicht austreten" Konkret geht es um alte Rohre in Lüftungsschächten, die vor Jahrzehnten eingebaut worden waren. "Wir konnten davon ausgehen, dass dort mit Asbest gearbeitet wurde", sagt Dachdeckermeister Arnold Welling, der mit seinem Betrieb aus Natingen für die Sanierung zuständig ist. "Das ist bei nahezu allen Rohren, die vor 1993 produziert worden sind, so." Erst dann erließ der Bund ein absolutes Verbot, Asbest zu verwenden. Die Rohre in der Aula der Sekundarschule sind deutlich älter und haben daher nun ausgedient. "Bei den Arbeiten haben wir am vergangenen Freitag festgestellt, dass die Rohre aus festgebundenem Asbest sind", sagt Welling. Das klinge schlimmer, als es tatsächlich sei. "Weil das Asbest in dieser Form komplett in Zement eingebunden ist, können die gefährlichen Asbestfasern nicht austreten." Daher sei es die ungefährlichste Variante. Dennoch wurde noch am gleichen Tag Fachbereichsleiter Rolf Husemann informiert, am Montag dann Bürgermeister Rauch. Auch das Kreisgesundheitsamt wurde umgehend informiert und eine Messung des TÜV-Nord veranlasst, die in naher Zukunft durchgeführt wird. Ergibt sie keine Gefahrstoffbelastung, haben Schüler und Eltern endgültige Sicherheit. Obwohl die Arbeiten am Freitag während eines schulfreien Tages stattfanden, bekamen die Betreuer und Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung mit, wie auf dem Schulhof zwei Rohre zerschnitten wurden. Dabei trat Staub aus. "Keine Asbestfasern, sondern lediglich Hausstaub, der sich angesammelt hatte", sagt Welling. Weil die Rohre zu groß waren, um sie in übliche Transportbehälter zu verladen, mussten sie zerkleinert werden. Das eingesetzte Spezialgerät verhinderte durch Befeuchtung einen eventuellen Asbest-Austritt. Vorsichtsmaßnahmen wurden dennoch getroffen. So weichen einige Klassen der Sekundarschule in andere Räume aus, meint Husemann. Allerdings stünden so kurz vor der Sommerferien einige Wandertage und Ausflüge an, sodass "normaler" Unterricht im betroffenen Gebäude ohnehin kaum noch stattfinde.

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