Auf Visite in der Borgentreicher Unterkunft: Einrichtungsleiter Lutz Köller (v. l.), Michaele Berlage, Angelika Flore, Elvira Tewes und Werner Dürdoth (r.) von der Kolpingsfamilie gemeinsam mit einer Familie aus dem Kosovo in der Unterkunft in Borgentreich. - © Foto: Privat
Auf Visite in der Borgentreicher Unterkunft: Einrichtungsleiter Lutz Köller (v. l.), Michaele Berlage, Angelika Flore, Elvira Tewes und Werner Dürdoth (r.) von der Kolpingsfamilie gemeinsam mit einer Familie aus dem Kosovo in der Unterkunft in Borgentreich. | © Foto: Privat

Borgentreich Begegnung mit Flüchtlingen in der ehemaligen Desenberg-Kaserne

Kolpinger suchen das Gespräch in Borgentreich

Dieter Scholz

Borgentreich. Einige Mitglieder der Kolpingsfamilie Borgentreich besuchten jetzt die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in der ehemaligen Desenberg-Kaserne in Borgentreich. Sie kamen dabei mit einer Flüchtlingsfamilie ins Gespräch. Am Eingang des Geländes wurden sie von Lutz Köller, dem Leiter der Einrichtung begrüßt. Köller gab zunächst einen Überblick über die momentanen Belegungszahlen, bevor der Rundgang über das weitläufige Gelände startete. Aktuell leben 353 Flüchtlinge auf dem Gelände. "Bei vielen der Teilnehmer wurden Erinnerungen wach", berichtet Kolping-Vorsitzender Werner Dürdoth. Schließlich habe jeder aus seiner persönlichen Biografie heraus "ganz eigenen Erlebnisse" auf dem Kasernengelände gehabt. "Ein Großteil der Gebäude sind mittlerweile wieder gut instantgesetzt und werden für die unterschiedlichsten Aufgaben genutzt", sagt Dürdoth. Ob nun als Unterkunft für einzelne Personen oder für Familien, als Speisesaal oder als Räumlichkeit für den medizinischen Dienst, als Ankunftshalle oder als Rezeption - überall hätten die Mitglieder der Kolpingsfamilie Bewohner getroffen, von denen sie herzlich gegrüßt worden seien. "Ein freundliches Hallo oder auch nur ein Lächeln setzt sich eben über alle Sprachbarrieren hinweg", sagt Dürdoth. Die Gruppe sei dann auch mit einer Familie aus dem Kosovo ins Gespräch gekommen, mit der Hilfe eines Dolmetschers. "Alle Mitglieder der Familie fühlen sich in Borgentreich sehr wohl", hält Dürdoth erfreut fest. Die Eltern wie auch die Kinder im Alter von acht, zehn und 14 Jahren hätten bereits einige Worte Deutsch gesprochen. "Sie bemühten sich, das Gespräch durch einige englische und deutsche Vokabeln selbst mitzugestalten." Dabei habe die Gruppe auch erfahren, dass der Vater in der Wäscherei der Einrichtung mitgehelfe. "Sowohl Eltern als auch die Kinder nehmen das Angebot des Deutsch-Kurses gern in Anspruch", so Dürdoth weiter. Lutz Köller berichtete davon, dass einige der Bewohner die unterschiedlichsten Aufgaben in der Flüchtlingsunterkunft übernähmen. Ob nun in der Wäscherei, der Kleiderkammer oder an sonstigen Stellen - vielerorts bestehe die Möglichkeit der Mithilfe. Durch Angebote der Freizeitgestaltung werde versucht, einer möglicherweise aufkommenden Langeweile entgegenzuwirken, so Köller. Daher freuten sich die Malteser als Betreiber der Einrichtung auch immer wieder über Menschen, die durch die unterschiedlichsten Angebote den Alltag der Bewohner abwechslungsreicher gestalteten "und somit ein kleines Stück Integration leben". Die Kolpinger waren sich einig, dieser Besuch habe sich in jeder Hinsicht gelohnt. "Wir bekamen einen Einblick in die Lebenswelt der Menschen, die ihre angestammte Heimat verlassen und als Flüchtlinge in einem ihnen fremden Land eine neue Heimat suchen", sagt Kolpingschwester Elvira Tewes.

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