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Von 506.590 Straftaten in Niedersachsen entfielen 3.415 auf den Landkreis Holzminden. - © Andreas Frücht (Themenbild)
Von 506.590 Straftaten in Niedersachsen entfielen 3.415 auf den Landkreis Holzminden. | © Andreas Frücht (Themenbild)

Holzminden Weniger Straftaten im Kreis Holzminden

Kriminalstatistik: Die Straftaten im Landkreis Holzminden befinden sich weiterhin in einem rückläufigen Trend und sind 2018 auf einen bisherigen Tiefstand gesunken

Torsten Wegener
12.03.2019 | Stand 12.03.2019, 14:09 Uhr

Holzminden. Die Anzahl der registrierten Straftaten im Kreis Holzminden geht weiter zurück. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf einen absoluten Spitzenwert für den Kreis Holzminden angehoben werden. 70,75 Prozent aller Delikte im Jahr 2018 konnten aufgeklärt werden. Bei dem Landkreis Holzminden handelt es sich damit um einen der sichersten Landkreise in Niedersachsen. "Wir leben wirklich in einem sicheren Landkreis", sagt Dienstellenleiter Polizeioberrat Marco Hansmann. Er stellte zusammen mit Kriminaldirektor Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, sowie dem Ersten Kriminalhauptkommissar Carl Fahrenholz, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, den Kriminalitätsjahresbericht vor. Von 506.590 Straftaten in Niedersachsen entfielen 3.415 auf den Landkreis Holzminden. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2017 einen Rückgang um 98 Delikte (2,79 Prozent). Von diesen 3.415 Straftaten konnten die Beamten des Polizeikommissariats Holzminden 2.416 Straftaten aufklären. "Das ist der höchste jemals erreichte Wert für Holzminden", betont Leopold. Anzahl der Straftaten pro Jahr Aufschlussreich mit Blick auf die „Kriminalitätsdichte" einer Kommune ist die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ). Sie erleichtert die vergleichbare Darstellung, denn berechnet wird die Anzahl der Straftaten pro Jahr und 100.000 Einwohner. Mit einer KHZ von 4.800 liegt die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Holzminden erheblich unter dem niedersächsischen Landeswert von 6.361. Allerdings liegt Holzminden etwas über dem Wert vom westfälischen Nachbarkreis Höxter. Dort gibt es für 2018 eine KHZ von 4.167 Straftaten. Bei einem Wert liegen die beiden Kreise aber genau gleichauf: Wie auch in Höxter gab es 2018 in Holzminden 56 registrierte Wohnungseinbrüche. Im Vorjahr waren es noch 102 Taten im Landkreis Holzminden. Die Beamten konnten in diesem aufklärungsungünstigen Deliktbereich eine überdurchschnittliche Aufklärungsquote von 30,36 Prozent erzielen. "Durch das konzeptionelle Vorgehen im Bereich des Wohnungseinbruchs und das damit verbundene umfangreiche Maßnahmenpaket ist es uns gelungen, die Anzahl der Straftaten auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren zu senken", sagt Leopold. Senioren werden Opfer von Trickbetrügern Auch die Fahrraddiebstähle und Diebstähle aus Kraftfahrzeugen sind auf dem geringsten Stand seit Jahren gesunken. "Dazu konnten die Delikte immer häufiger aufgeklärt werden", berichtet Carl Fahrenholz. Dagegen gibt es weiter einen Anstieg der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen: Dabei handelt es sich überwiegend um betrügerische Anrufer, häufig aus dem Ausland, die ihre Opfer unter einem Vorwand anrufen. Bekannteste sind der Enkeltrick oder das Vortäuschen eines Polizeibeamten am Telefon. "Dies ist ein Bereich, in dem die Kriminellen viel Geld wittern. Wir werden dort die Präventionsmaßnahmen weiter intensiv betreiben", sagt Leopold. "Wir werden die immensen Anstrengungen und Bemühungen nochmals intensivieren, um gerade diese Bevölkerungsgruppe vor Vermögensschäden zu schützen", ergänzt Marco Hansmann. Intensiv bekämpft wird auch die Rauschgiftkriminalität. 287 Ermittlungsverfahren wegen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sind eingeleitet worden (Vorjahr 273), mit einer Aufklärungsquote von 98,95 Prozent. Schwere Körperverletzung Insgesamt gab es im Landkreis Holzminden 2018 auch weniger Rohheitsdelikte, allerdings gibt es eine negative Entwicklung bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen, die nach Rückgängen in den Vorjahren 2018 von 70 auf 114 Delikte angestiegen sind (62,32 Prozent). Auch bei den (versuchten) Tötungsdelikten gab es einen Anstieg von zwei auf sechs. Zwei Menschen kamen bei diesen Straftaten ums Leben. Zudem hat es eine deutliche Steigerung von Gewalt gegen Polizeibeamte und in Einzelfällen auch gegen Rettungsdienste gegeben. Waren es 2017 acht Fälle, so musste 2018 in 28 Fällen ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet werden.

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