In luftiger Höhe: Die Mitarbeiter erwarten das Mittelteil des neuen Bogens. Mithilfe eines Autokrans werden die Stahlbausegmente positioniert. Fotos: Torsten Wegener|| - © Torsten Wegener
In luftiger Höhe: Die Mitarbeiter erwarten das Mittelteil des neuen Bogens. Mithilfe eines Autokrans werden die Stahlbausegmente positioniert. Fotos: Torsten Wegener|| | © Torsten Wegener

Beverungen/Lauenförde Die Weserbrücke Beverungen wächst Stück für Stück

Mit den Stahlbausegmenten für den Brückenbogen ist nun bereits der markanteste Teil der Brücke sichtbar

Torsten Wegener

Beverungen. Die alte Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde ist noch gar nicht fort, da wächst die neue mit Macht heran. Nun sind die beiden Brückenbögen auf der Stahlkonstruktion montiert worden. Die einzelnen Bogensegmente, drei pro Seite, sind nachts per Schwertransporter angeliefert worden. Der Stahlbausegmente werden mit einem Autokran positioniert, auf Hilfsstützen temporär abgelegt und dann verschweißt. Hergestellt werden die tonnenschweren Teile der Stahlkonstruktion im thüringischen Nordhausen, vom Industrieunternehmen Stahlbau Nordhausen. Der Betrieb bildet eine Arbeitsgemeinschaft mit den Unternehmen Echterhoff aus Westerkappeln, das spezialisiert ist auf alle Arten von Ingenieurbauwerken. Für die Brücke habe es mehrere Bauvarianten gegeben. Letztendlich hatte sich der Landesbetrieb Straßen NRW als Bauherr, in Absprache mit der Beverunger Verwaltung, für eine Brückenkonstruktion entschieden, die im Aussehen der aktuellen sehr ähnelt. Das Segment mit dem Brückenbogen ist der erste und zugleich auch längste Abschnitt, der aktuell vormontiert wird. Insgesamt sind fünf Abschnitte vorgesehen. Ist die Vormontage eines Abschnittes fertig, beginnt der Verschub. Beim Verschub wird das Stahlgerüst hydraulisch auf den nächsten provisorischen Stützpfeiler in Richtung Lauenförde geschoben. In drei, vier Wochen könnte der erste Abschnitt längs verschoben werden. Der zweite Abschnitt wird dann direkt an den ersten gebaut. Insgesamt sind fünf Verschubphasen geplant. "Wir hoffen, dass wir noch vor Weihnachten das andere Ufer erreicht haben. Da muss auch das Wetter mitspielen", sagt Mathias Frie, Bauleiter für die Arbeitsgemeinschaft Echterhoff-Schachtbau Nordhausen. Dass man von der Witterung abhängig ist, zeigte das Hochwasserereignis Ende 2017/Anfang 2018, welches die Bauarbeiten stoppte. Die Witterung kann schließlich nicht beeinflusst werden. Jetzt dürfe es zum Beispiel keine langen Regenzeiten geben, denn dann könnten die Schweißarbeiten nicht fortgesetzt werden. Zehn bis 15 Mitarbeiter aus beiden Firmen sind aktuell auf der Baustelle aktiv. Ist der Stahlbau auf der Lauenförder Seite angekommen, kommt der Beton für die Brückenplatte. Ist die Brückenplatte fertig und für Fußgänger und Radfahrer zugänglich, beginnt der Abriss der alten Brücke. Auch die Brückenpfeiler werden ersetzt. Sie weisen zum Teil noch Baumaterial von 1902 auf. Die Brückenpfeiler und Widerlager kommen wieder an die identischen Positionen und erhalten Sandsteinverblendungen. Dass der Bau der Weserbrücke hohe Ingenieurskunst bedeutet, wird man abschließend sehen, wenn der Querverschub des kolossalen Baus beginnt. Eine 200 Meter lange Brücke aus Stahl und Beton 18 Meter quer zu verschieben, sei keine alltägliche Aufgabe. Wenn alles perfekt läuft, könnte die Brücke Anfang 2020 in ihrer Endposition sei.

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