Lauenförde Gelbe Karte für den Bio-Müll: In Lauenförde bleiben die Tonnen stehen

Abfall: Biofolien-Müllbeutel verrotten zu langsam. Die Grünen Tonnen sind deswegen in Lauenförde nicht geleert worden

Torsten Wegener

Lauenförde. Eine unliebsame Überraschung gab es für viele Lauenförder Bürger, als sie zuletzt ihre Grüne Tonne nach der Leerung wieder auf den Hof schieben wollten. Denn die Tonne war genauso schwer wie am Morgen, und es hing eine Gelbe Karte am Deckel. Das Problem sind die kompostierbaren Bio-Folien, die es im Handel zu kaufen gibt. Der Grund: Sie verrotten zu langsam. Es hatte bereits eine entsprechende Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Landkreis Holzminden (AWH) gegeben. „Die sogenannten Biomülltüten stellen für die AWH eine deutliche Verunreinigung dar", hieß es in der Stellungnahme. Der Plastikanteil im Biomüll sei im Landkreis Holzminden einfach zu hoch geworden. Plastik verunreinigt den Biomüll Dafür gebe es laut AWH zwei wesentliche Gründe. Zum einen benutzen einige Kunde sogar nur ganz normale Plastiktüten für den Biomüll, was für den Müllwerker bei der Kontrolle aber gar nicht zu identifizieren sei. Das Hauptproblem seien aber die sogenannten Biofolien aus nachwachsenden Rohstoffen nach EU-Norm. Diese suggerieren den Bürgern, sie würden umweltbewusst und richtig handeln, so die Abfallwirtschaft. Die AWH weist jedoch schon länger in ihrem Abfall-ABC darauf hin, dass kompostierbare Bio-Folien nicht in die Grüne Tonne gehören. Nach der EU-Norm erfüllt eine Bio-Plastiktüte die entsprechenden Voraussetzungen, wenn sie aus einem abbaubaren Polymer besteht, das sich nach drei Monaten zu 90 Prozent in zwei Millimeter große Bestandteile zersetzt und innerhalb von sechs Monaten zu 90 Prozent abgebaut wird. Ein nach sechs Monaten noch vorhandener Restgehalt darf keinen schädlichen Einfluss auf den Kompost haben. Beschwerde des Kompostieranlagen-Betreibers Das Problem ist aber, dass die meisten Kompostieranlagen schneller arbeiten. So auch der Weiterverwerter, mit dem die AWH zusammenarbeitet. Der Dienstleister, der den Bioabfall aus dem Landkreis Holzminden übernimmt, um daraus Kompost zu produzieren hatte sich zuletzt über den hohen Plastikanteil im Bio-Müll beklagt. Die Produktion von Kompost werde dadurch aufwendiger und teurer. „Deswegen werden die Grünen Tonnen im Landkreis Holzminden nun kontrolliert", heißt es aus der Pressestelle der AWH. Die entsprechenden Tonnen wurden dementsprechend durch die AWH nicht geleert und die Nutzer mit einem Hinweiszettel informiert. So auch geschehen in Lauenförde, was angesichts der Temperaturen zusätzlich unangenehm ist. Die reklamierten Biotonnen können nach der Entfernung der Störstoffe bei der nächsten Abfuhr wieder zur Leerung bereitgestellt werden. Als Alternative bietet die AWH die gebührenpflichtige Annahme auf den Entsorgungsanlagen in Holzminden, Bodenwerder und Delligsen an. Die AWH bedankte sich bereits, dass viele Kunden den Hinweis, nicht die Folienbeutel zu benutzen, beherzigen. Doch noch lange nicht alle. Deswegen appelliert sie noch einmal, auf solche Tüten zu verzichten und Papiertüten oder Zeitungspapier zu verwenden.

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