Beverungen Grünes Licht für Sekundarschule

Experte hält Start in 2014 für möglich

VON TORSTEN WEGENER

Beverungen. Die Umwandlung der Beverunger Verbundschule in eine Sekundarschule wird laut Dr. Ernst Rösner kein Selbstläufer. Der Schulentwicklungsforscher sieht jedoch Anlass zum Optimismus, dass die Schule 2014 an den Start gehen kann. Es seien jedoch in den nächsten Monaten noch hohe Anstrengungen notwendig und es bräuchte einen kommunalpolitischen Konsens.

Der Rat der Stadt Beverungen hatte in seiner Sitzung am 21. November 2012 beschlossen, dass die Verbundschule Beverungen mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 in eine Sekundarschule überführt werden soll. Den dafür notwendigen anlassbezogenen Schulentwicklungsplan erstellte laut Ratsbeschluss Dr. Ernst Rösner. Dieser Plan muss darlegen, dass die nötigen Schülerzahlen erreicht werden können.Den Entwurf stellte Rösner nun im Schulausschuss vor.

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Sekundarschule


Eine Sekundarschule umfasst das Komplett-Angebot der Sekundarstufe eins. Es gibt ein passendes Angebot für jedes Kind, inklusive gymnasialer Standards.

In den Jahrgängen 5 und 6 wird unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Förderung gemeinsam gelernt (integriert).

Ab Klasse 7 sollen die Kinder in einzelnen Fächern differenziert nach Leistungs- und Neigungsprofilen unterrichtet werden (teilintegriert).

Da die Beverunger Sekundarschule keine Oberstufe hat, wird sie mit dem Gymnasium kooperieren.(tor)

Rösner legte dar, dass in den nächsten Jahren die Geburtenzahlen in Beverungen eigentlich nicht ausreichen, um zwei Schulsysteme anzubieten. "Allerdings gibt es sowohl am Gymnasium als auch an der aktuellen Verbundschule sehr viele auswärtige Schüler. Diese Zahlen lassen darauf hoffen, dass eine Sekundarschule gegründet werden kann", sagt der Schulentwicklungsforscher.

Nun gilt es laut dem Experten weiter daran zu arbeiten, dass Beverungen ein attraktiver Standort bleibt. Die Stadt Beverungen wird sich daher nicht nur intensiv um den Übergang aller Grundschulkinder in die örtlichen weiterführenden Schulen bemühen müssen, sondern ihr Schulangebot so positiv weiter entwickeln müssen, dass sein Besuch auch für auswärtige Schülerinnen und Schüler eine ernsthafte Option darstellt. Auch bieten es sich an die Vereine, die Kirchen und vor allem die Arbeitgeber bei der Gründung der Sekundarschule mit ins Boot zu holen. "Sie brauchen eine breite Akzeptanz", sagt Rösner.

Als Glücksfall stellt sich dabei heraus, dass 2011 in Beverungen noch die Verbundschule gegründet werden konnte. Denn eine Sekundarschule, die aus einer Verbundschule heraus entsteht, braucht 15 Anmeldungen weniger als eine neue Sekundarschule. Damit werden für das Schuljahr 2014/15 mindestens 60 Anmeldungen - allerdings muss im ersten Jahr die Zahl au s den eignenen Grundschulen geschafft werden - benötigt. "Und diese 60 Anmeldungen sind in Reichweite", macht Rösner Mut.

Eine Sekundarschule in Beverungen ist eine sinnvolle Maßnahme zur Stärkung des weiterführenden Schulangebotes. Hinreichende Nachfrage vorausgesetzt, wäre sie auch ein Beitrag zur Stabilisierung des örtlichen Schulwesens im Sinne einer bedarfsgerechten Zweigliedrigkeit. Eine Konkurrenz für das Gymnasium, dass jährlich mindestens 56 Anmeldungen braucht, sieht Rösner nicht: "Das Gymnasium ist im Bestand ungefährdet und profitiert letztendlich noch davon, dass viele Sekundarschulabgänger die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erhalten.

Dabei kommt es dem Schulstandort Beverungen auch zugute, dass das Gymnasium auf G9 setzt. Somit wären die Schüler, die von der Sekundarschule auf das Gymnasium wechseln, im gleichen Alter.

Folgt der Rat der Stadt Beverungen dem anlassbezogenen Schulentwicklungsplan von Dr. ErnstRösner, dann muss als nächstes das pädagogische Konzept den Eltern vermittelt werden. Sollten die nötigen Anmeldezahlen wider Erwarten nicht erreicht werden, hat Beverungen immer noch die Chance, eine Sekundarschule als Teilstandort zu gründen. Der müsste dann nur zweizügig sein (50 Kinder). Hauptstandort und damit Schulträger könnte dann Höxter sein, wo 2014 auch eine Sekundarschule gegründet werden soll.

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