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Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen sollen ab 2027 auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen zwischengelagert werden. - © BGZ
Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen sollen ab 2027 auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen zwischengelagert werden. | © BGZ

Beverungen Beverunger Resolution gegen Atommülllager Würgassen: „Prozess stoppen“

Der Rat will diese in der Sitzung am 25. Juni verabschieden und verlangt Antworten auf viele offene Fragen.

Simone Flörke
24.06.2020 | Stand 24.06.2020, 12:44 Uhr

Beverungen. Wie der Kreis Höxter sowie beispielsweise die Städte Höxter, Brakel und Steinheim will auch Beverungen in seiner Sitzung des Rates am Donnerstag, 25. Juni, eine Resolution gegen die für Würgassen vorgesehenen Planungen zur Errichtung eines zentralen Bereitstellungslagers für schwach-und mittelradioaktive Abfälle beschließen.

„Wir sind von der Art und Weise, wie mit uns als gewählte Vertreter der in unserer Stadt lebenden Menschen umgegangen wird, entsetzt", heißt es einleitend zu den zehn Punkten mit Blick auf eine „absolut ungenügende Informationspolitik der Bundesregierung und der von ihr beauftragten Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ)", die „Sorgen und Nöte der Mitbürger unserer Region sowie der örtlichen Behörden und Räte". Die Resolution schließt ab mit den Worten: „Der Rat der Stadt Beverungen lehnt die Errichtung eines zentralen Bereitstellungslagers für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll am Standort des ehemaligen Kernkraftwerkes Würgassen ab."

Es gehe darum, transparent und nachvollziehbar den Bürgern vor Ort die Entscheidungsfindung für den Standort Würgassen zu erläutern und die Kriterien von einer unabhängigen Stelle überprüfen und bewerten zu lassen. „Daher fordern wir, dass der laufende Prozess abgebrochen wird und der Umweltausschuss (des Bundestages; Anm. d. Red.) die Kriterien in einem transparenten Verfahren mit den Trägern öffentlicher Belange festlegt."

Gesundheit und Sicherheit der Menschen

Weitere Punkte betreffen die Sorge um die Gesundheit und Sicherheit der Menschen im Dreiländereck und die angelieferten Güter, die weitere Sorge um den Tourismus mit Weserradweg, Welterbe und dem Label „Kulturland Kreis Höxter" sowie die nach Ansicht des Rates nicht ausreichende Infrastruktur: „Mit der Wiederbelebung des früheren Bahngleises zum Kraftwerk ist es nicht getan." Die Bahnstrecke Ottbergen-Göttingen sei nach unseren Informationen für Güterverkehr ungeeignet und erforderliche langwierige und kostspielige Investitionen deshalb zwingend in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.

„Hinsichtlich der Anbindung über das Straßennetz bleibt festzustellen, dass die Transporte zum und vom geplanten Bereitstellungslager zwingend durch bewohnte Ortschaften mit unmittelbarer Bebauung der Bundesstraßen führen müssten, da es keine weiträumigen Ortsumgehungen gibt. Dieses stellt ein unkalkulierbares Risiko dar, das bei der Auswahlentscheidung bewertet werden muss. Im Bundesverkehrswegeplan sind Verbesserungen in dieser Hinsicht nicht vor 2030 berücksichtigt."

Befürchtungen, dass es ein Endlager wird

Und letztendlich formuliert der Rat die „große Sorge", dass entgegen anders lautendender Beteuerungen Würgassen zu einem Endlager für Atommüll werden könnte. Denn was geschieht mit diesem Logistikzentrum, wenn Schacht Konrad nicht rechtzeitig fertiggestellt wird beziehungsweise aus welchen Gründen auch immer, gar nicht in Betrieb genommen wird?" Der Bestand der derzeitigen Genehmigung, die angeblich veraltet sei und nach heutigen Gesichtspunkten so nicht mehr erteilt werden würde, werde von vielen Kritikern angezweifelt. Das sei eine zentrale Frage, die von der Bundesregierung beantwortet werden müsse, heißt es.

´ Ein weiteres Thema der Sitzung, die um 18 Uhr in der Stadthalle beginnt, ist der Wohnmobilstellplatz am Hakel. Den hatte die Stadt bis zum Beginn der Brückenbauarbeiten 2017 auf eigene Kosten und für Nutzer kostenlos betreiben. Die Stadt selbst möchte diesen künftig nicht mehr einrichten. Unter anderem weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen mit der Müllentsorgung gekommen war und mit Wohnmobilisten in der Regel keine Wertschöpfung vor Ort generiert werde. Zudem entfallen durch die Umgestaltung des Weserufers im Bereich des Dampferfanlagers 20 Parkplätze für Dauerparker und Radtouristen, die am Hakel neu geschaffen werden sollen. Ebenso wie zwei Busparkplätze.

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