Dringender Umbau nötig: Die Grundschule Beverungen ist nicht mehr zeitgemäß. - © Torsten Wegener
Dringender Umbau nötig: Die Grundschule Beverungen ist nicht mehr zeitgemäß. | © Torsten Wegener

Beverungen Beverungen muss Millionen für Umbau der Grundschule ausgeben

Auch die Ganztagsbetreuung arbeitet am Limit

Manuela Puls
06.06.2019 | Stand 05.06.2019, 19:32 Uhr

Beverungen. Die Stadt Beverungen steht vor einer großen finanziellen Herausforderung: In der Grundschule am Hauptstandort Beverungen herrscht Platzmangel. Ein An- und Umbau ist dringend geboten, würde aber je nach Planungsvariante geschätzte 2,4 oder sogar 6 Millionen Euro kosten. Dabei sind Außenanlagen und Ausstattung noch nicht einberechnet. Überdies ist die offene Ganztagsgrundschule (OGS) stark nachgefragt und ebenfalls an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. „Das ist schon ein riesen Schluck aus der Pulle", musste Günter Weskamp (CDU) die Zahlen im Familien- und Bildungsausschuss am Dienstag erst einmal sacken lassen. Zuvor hatte Fachmann Jens Ransiek aus Bünde verschiedene Planungsmodelle vorgestellt. Die Beverunger Grundschule sei aktuell viel zu beengt. Es gebe so gut wie keine Fachräume, keinen Platz für moderne Unterrichtsformen, einen sehr kleinen Verwaltungsbereich, eine eingeschränkte Barrierefreiheit, Vergrößerungsbedarf im Ganztag und sanierungsbedürftige Schülertoiletten. Klassische "Flurschule" ist out Laut Schulbauberater Ransiek ist die klassische „Flurschule" definitiv out. Er stellte zwei verschiedene Modelle vor: Bei der Variante Klassenraum Plus ist jedem Klassenzimmer ein kleinerer, verglaster Raum für den Differenzierungsbereich zugeordnet. Der Experte empfahl das sogenannte Lerncluster. Dabei gruppieren sich die Klassen einer Jahrgangsstufe auf einer Etage um eine multifunktional nutzbare zentrale Mitte. Solche Clusterschulen seien beispielsweise in den Niederlanden inzwischen Gang und Gäbe. Durch eine Verglasung zu den Klassenzimmern ist auch hier eine ständige Beaufsichtigung der Schüler durch die Lehrer gegeben. Weiterer Vorteil ist, dass die Ganztagsbetreuung im Schulgebäude integriert werden könnte. „Die Räume würden dann den ganzen Tag über bespielt", so Ransiek weiter. Clusterlösung kostet sechs Millionen Euro Bürgermeister Hubertus Grimm findet diese Clusterlösung optimal. Allerdings müsse dazu im Bestand aufwendig umgebaut und die Schüler so lange in Mietcontainern untergebracht werden. In jedem Fall sei die Aufstockung des Verbindungstrakts zwischen Süd- und Nordtrakt vonnöten. Für einen kompletten Schulneubau habe man weder das Grundstück noch die finanziellen Mittel. Die abgespeckte Variante Klassenraum Plus würde nach einer Hochrechnung von Heiner Reitemeyer vom Bauamt mit mindestens 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Für die Cluster-Lösung kalkuliert er mit etwa sechs Millionen. Summen, die die Stadt überwiegend allein stemmen müsste. „An Fördermitteln hätten wir dabei höchstens 630.00 Euro zu erwarten", so Bürgermeister Grimm. Nicht nur Britta Köhler (FPD) fragte sich im Ausschuss, ob die Millionen aufgebracht werden können. Wegen des Beratungsbedarfs wurde das Thema zunächst in die Fraktionen verwiesen. Es zeichnete sich jedoch auch eine Übergangslösung ab: Der Vermieter des Gebäudes für die Ganztagsbetreuung bot in der Sitzung an, das Haus am Weserradweg um 200 Quadratmeter zu erweitern.

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