Verwinkelter Bau mit flachem Dach: Die AW0-Kita in Lauenförde wurde 1976 geöffnet. Gut 60 Kinder werden dort bereits betreut. Nun muss weiterer Platz für eine zweite Krippengruppe geschaffen werden. Zudem ist das Haus grundlegend sanierungsbedürftig. Ein Sachverständiger empfiehlt einen Neubau an anderer Stelle auf dem Grundstück. - © Torsten Wegener
Verwinkelter Bau mit flachem Dach: Die AW0-Kita in Lauenförde wurde 1976 geöffnet. Gut 60 Kinder werden dort bereits betreut. Nun muss weiterer Platz für eine zweite Krippengruppe geschaffen werden. Zudem ist das Haus grundlegend sanierungsbedürftig. Ein Sachverständiger empfiehlt einen Neubau an anderer Stelle auf dem Grundstück. | © Torsten Wegener

Boffzen Neubau oder Sanierung der Kita Lauenförde erforderlich

Wirtschaftlichkeitsanalyse: Wie geht es weiter mit der Lauenförder Kindertagesstätte? Sachverständiger empfiehlt dem Gemeinderat einen Neubau

Lauenförde. Der Flecken Lauenförde steht vor einer Großinvestition – und der Gemeinderat tut sich sichtlich schwer, die richtige Entscheidung zu treffen, bei der es wohl mindestens um zwei Millionen Euro gehen wird. Im Gebäude der AWO-Kita würde es künftig nicht nur eng werden, sondern der Bau ist auch komplett veraltet. „Das Haus ist grundlegend sanierungsbedürftig", bestätigte nun auch der Architekt und Stadtplaner Christian Kleine aus Hannover. Er fungiert als Sachverständiger für die Gemeinde, referierte und diskutierte im Gemeinderat gut 90 Minuten über die beste Vorgehensweise. Zuvor konnte sich zum Jahreswechsel der Gemeinderat nicht durchringen, anhand eines Gutachtens eine Entscheidung zwischen Neubau und Sanierung zu treffen. Einen Zwiespalt, den auch Christian Kleine nachvollziehen konnte. Er sei im positiven Sinne sehr überrascht gewesen, als er die Kita betrat. Viele Zugänge haben Charme „Dieses Gebäude hat Qualität. Die Nischen, die zweigeschossige Spielfläche, der Gymnastikraum und die vielen Zugänge direkt in den Garten haben Charme", sagt Kleine, der als Sachverständiger eine Wirtschaftlichkeitsanalyse zwischen Neubau und Sanierung erarbeitete, auf Grundlage eines vorhandenen Gutachtens, dessen Ergebnisse er nicht in allen Details teilte. Kleine war dem Flecken Lauenförde vom niedersächsischen Landtagsabgeordneten (CDU) Uwe Schünemann vermittelt worden. Bei aller Qualität für das Haus müsse klar sein, dass die Kita komplett saniert werden müsste, sagt der Sachverständige. Bis auf das Kalksandsteinmauerwerk würde nichts mehr stehen bleiben. Und dann rechnete er den Ratsmitgliedern vor, dass die Sanierung auch ruckzuck so teuer werden könnte wie ein Neubau. Denn beim aktuellen Planungsstand der Vorplanung kann die Kostenschätzung zwischen 30 und 40 Prozent noch abweichen, positiv wie auch negativ. „Ich sehe bei der Kalkulation aber keine Chance, dass sich die Kosten verringern könnte", sagt Kleine. Er geht davon aus, dass aus den kalkulierten 1,65 Millionen Euro für eine Sanierung auch 2,2 Millionen Euro werden können. Dach, Wände und Böden müssten komplett erneuert werden, Elektronik, Heizung und Sanitär seien ebenfalls anzufassen. Bewusst für Neubau oder Sanierung Kleine rät den Mitgliedern des Gemeinderates, ihre Entscheidung aber nicht aufgrund von Zahlen zu treffen. „Wägen Sie nicht ab, was eventuell 100.000 Euro billiger sein kann. Das kann man aktuell eh nicht sagen. Sondern entscheiden Sie sich bewusst für einen Neubau oder die Sanierung." Für eine Sanierung spreche neben dem Grundriss auch die „ideale Lage" auf dem Grundstück. Aus „Kosten- und Wirtschaftlichkeitsgründen sowie funktionalen und wirtschaftlichen Gründen" empfiehlt Kleine jedoch, sich für einen Neubau zu entscheiden. Denn bei einer Sanierung entstehen auch kostenträchtige Interimslösungen für den laufenden Betrieb, da für mindestens ein Jahr ein Ersatzbau gefunden werden muss, zum Beispiel eine Container-Kita. Die Nutzung eines Altbaus sei zudem kostentechnisch ein „Vabanque-Spiel. Ein Neubau bietet dafür die Chance, alle Funktionen gemäß heutiger Notwendigkeiten anzuordnen", argumentierte der Sachverständige. Architektenwettbewerb für den Neubau Er rät dem Flecken Lauenförde, für den Neubau einen Architektenwettbewerb auszuschreiben. So ein Wettbewerb optimiere das Verfahren. Zum Preis von einem Vorentwurf erhalte man eine Vielzahl und eine maximale Vielfalt von Lösungsvorschlägen, erklärt Kleine. Nun muss der Gemeinderat, um nicht noch weitere Zeit zu verlieren, in der nächsten Sitzung eine Entscheidung auf den Weg bringen. Mit den Stimmen von der Gruppe SPD/Grüne sowie Erich Gauding sind per Antrag bereits 2,5 Millionen Euro im Haushalt 2019 bereitgestellt worden.

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