Kann alles am Klavier: Joja Wendt. - © Sarah Jonek
Kann alles am Klavier: Joja Wendt. | © Sarah Jonek

Beverungen Interview: Star-Pianist Joja Wendt gibt Einblicke vor seinem Auftritt in Beverungen

Der 54-jährige Pionaentertainer kommt am 7. November in die Stadthalle

Der Hamburger Klavierentertainer Joja Wendt steht am Mittwoch, 7. November, um 20 Uhr mit seinem Programm „Stars on 88" auf der Bühne der Stadthalle Beverungen. Klaviervirtuosen reisen ungern in die Provinz, weil sie fürchten, dass ihnen dort kein ordentliches Instrument zur Verfügung steht. Fürchten Sie sich vor Beverungen, wo sie am Mittwoch, 7. November, auf Einladung der Kulturgemeinschaft auf der Bühne der Stadthalle stehen werden? Joja Wendt: Ganz und gar nicht. Ich war zwar noch nie in Beverungen, aber ich kenne das Weserbergland ein bisschen, weil ein Freund von mir einmal in Holzminden als Pfarrer tätig war. Außerdem soll der Flügel der Kulturgemeinschaft gar nicht schlecht sein. Ich bringe aber trotzdem mein eigenes Instrument mit. Weil Sie offizieller Steinway-Botschafter sind? Wendt: Das auch, aber vor allem, weil ich auf der Bühne ein Instrument benötige, dass meine Klangvorstellungen erfüllt und Steinway stellt mir so ein Instrument zur Verfügung. Was für ein Instrument ist das genau? Wendt: Es handelt sich um einen D-274 mit einigen extra für mich angefertigten Besonderheiten. So hat der Flügel ein ganz auf mich abgestimmtes Dämpfungssystem und ein paar effektvolle Gimmicks, dass sich der Deckel automatisch öffnet und schließt und das Instrument auf pneumatischen Beinen steht. Sie spielen Jazz genauso wie Klassik, Pop oder Folklore, aber wo sehen Sie sich selbst als Musiker? Wendt: Musikalisch sozialisiert wurde ich durch den Jazz, und das war auch mein Hauptfach im Studium, aber durch meine Mutter, eine klassische Sopranistin, wurde ich von der klassischen Musik geprägt. Für mich gab es aber noch nie stilistische Grenzen und das ist auch ein wesentliches Element meiner Konzerte. Was man mit 88 Klaviertasten alles anstellen kann Ihr aktuelles Programm heißt Stars on 88. Was erwartet das Publikum? Wendt: Es geht natürlich um die 88 Klaviertasten und was man damit alles so anstellen kann. In diesem Programm lege ich einen Schwerpunkt auf bekannte Popsongs, die ich auf ungewöhnliche Weise auf das Klavier übertragen werde. Dabei mache ich weder vor AC/DC noch vor Ed Sheeran halt. Wie ist das aktuelle Programm entstanden? Wendt: Stars on 88 ist entstanden als Anlehnung an Stars on 45, dieses Musikprojekt aus den 80ern, das mit Pop-Medleys große Erfolge hatte. Die 45 stand damals für die Schallplattensingle, die sich mit 45 Umdrehungen pro Minute dreht. Und die 88 steht eben für die Tasten eines Klaviers. Ich habe also zum ersten Mal in meinem Konzertprogramm neben Klassik und Jazz auch Pop-Stücke. Und das besondere daran ist, die Leute kennen alle die Stücke, erwarten aber nicht, dass man sie auf Klavier spielen kann. Also ein AC/DC-Titel wie „Thunderstruck" zum Beispiel hat es noch nie auf Klavier gegeben oder so ein durchproduzierter Titel wie von Ed Sheeran „Shape of you" oder „Thriller" von Michael Jackson. Sie gelten als ein Künstler, der die Nähe zum Publikum sucht. Wie viel bedeutet Ihnen dieser Kontakt? Wendt: Der Dialog mit dem Publikum ist enorm wichtig. Ich möchte nicht nur senden, auch empfangen. Ich baue immer mal wieder kleine Geschichten ein, in denen ich das Publikum zum Mitmachen animiere, aktiv mein Konzert mitzugestalten. Ich gehe auch gerne mal in ein kleines Gespräch mit dem Herren in der zweite Reihe, der so eine hübsche Dame dabei hat. So bleiben die Zuschauer wach und begeistert und bekommen selber eine ganz andere Nähe zu dem Künstler.

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