Markant: Der glänzende Drachenkopf am Bug kennzeichnet die großen Boote, in denen 10 oder sogar 20 Paddler Platz finden. - © Manuela Puls
Markant: Der glänzende Drachenkopf am Bug kennzeichnet die großen Boote, in denen 10 oder sogar 20 Paddler Platz finden. | © Manuela Puls

Beverungen Drachen erobern die Weser

Beim Dragon Power Cup in Beverungen paddeln 400 Wassersportler um die Wette

Manuela Puls

Von Manuela PulsBeverungen. Trommelschläge und Anfeuerungsrufe hallen laut über das Wasser: 400 Teilnehmer machen mit bei der neunten Drachenboot-Regatta am Samstag auf der Weser bei Beverungen. In 10er oder 20er-Booten paddeln sie im Sprint 230 Meter gegen den Strom. Außerdem gibt es zum Schluss noch eine kräftezehrende Langstrecke von über drei Kilometern. „Das ist schon richtig anstrengend, man braucht Kondition und Gefühl für Rhythmus“, sagt Volker Beerwart, der mit zwölf Arbeitskollegen von der Beverunger Baufirma Nolte angetreten ist. Sie nennen sich die Red Dragons und gehören zu denen, die nur zum Spaß mitmachen. So wie zum Beispiel auch die Mannschaft vom Hauptzollamt Bielefeld. Andere Teilnehmer sind von weither angereist, kommen zum Beispiel aus Bremerhaven oder aus Marburg. Die Lokalmatadoren von den Red Dragons war beim Dragon Power Cup von Anfang an dabei. „Das ist Tradition bei uns in der Firma, weil es auch den Teamgeist fördert“, sagt Andrea Beerwart. Ein paar Mal hat die Truppe vor dem Wettkampf geübt. „Man muss schon die richtige Paddelhaltung raus haben und ansonsten sportlich fit sein“, betont Ehemann Volker, der als Steuermann fungiert. Im letzten Jahr belegte die Nolte-Truppe bei den Super-Champions, also den stärksten Teams, sogar einen zweiten Platz. Eine Herausforderung ist in diesem Jahr der extrem niedrige Wasserstand. „Wir haben nur einen Pegel von 80 Zentimetern, da müssen die Boote möglichst mittig fahren“, sagt Ralf Göllner vom gastgebenden Wassersportverein Beverungen. Normalerweise ist die Weser hier etwa eineinhalb Meter tief. Wegen geringen Wasserstands stand die beliebte Drachenboot-Regatta sogar auf der Kippe. „Doch die letzten Regenfälle haben den Pegel etwas steigen lassen, da ging es dann doch“, sagt der Mann vom WSV. Die großen Boote mit den markanten Drachenköpfen am Bug stellt der Verein. „Wir haben selbst zwei davon, die anderen Boote leihen wir uns von befreundeten Vereinen“, erklärt Göllner. Dann ruft er wieder zwei Teams zum „Borden“, also zum Einsteigen in die Boote. Diesmal gibt es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Abklatschen hinterher ist Ehrensache. Bettina Berndt aus Marburg ist zum dritten Mal zum Dragon Power Cup nach Beverungen gekommen. „Wir nennen uns die schwarze Flotte, weil wir früher mal Kollegen in einem Autohaus waren“, sagt sie. Sie findet die Regatta auf der Weser schön. „Die Location ist toll, die Organisation auch, alles läuft sehr harmonisch ab“, sagt sie. Die Teams haben Verpflegungszelte aufgeschlagen und machen es sich zwischen den Läufen auf Campingstühlen gemütlich. So hat es ein bisschen war von einem Urlaubstag am Wasser, wenn die Drachen die Weser erobern.

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