Die Hit-Stimme von Supertramp: Songschreiber Roger Hodgson auf der Bühne in den Weserwiesen. - © Burkhard Battran
Die Hit-Stimme von Supertramp: Songschreiber Roger Hodgson auf der Bühne in den Weserwiesen. | © Burkhard Battran

Beverungen Roger Hodgson bekennt sich beim Open Air in Beverungen als Fan der Weserlandschaft

Vor rund 2.000 Besuchern spielt der ehemalige Supertramp-Sänger auf den Wieserwiesen

Burkhard Battran

Beverungen. Tiefenentspannt sitzt Popkomponist Roger Hodgson (68) an seinem Stagekeyboard und lächelt ins Auditorium der 2.000 Open-Air-Besucher auf den Beverunger Weserwiesen. „Ich habe ja schon an vielen Orten gespielt, aber wenn ich in diese Landschaft schaue und sehe, wie schön der Fluss, von dem ich mir habe sagen lassen, dass er Weser heißt, hier vorbeifließt, habe ich ehrlich Lust, den Bus morgen ohne mich weiterfahren zu lassen." Dann stand er vom Klavierhocker auf, griff seine E-Gitarre. Mit „Take the long way home" hatten Hodgson und seine vierköpfige Begleitband am Sonntag das Konzert am Klavier begonnen. Jetzt intonierte er die Akkordfolge a-Moll, e-moll, G-Dur und d-Moll in dem typischen Zupfmuster und vielen sangen mit: „I can see you in the morning, when you go to school". Wie passend, denn morgen fängt das neue Schuljahr in NRW an, auch wenn Hodgson diesen Umstand wohl eher nicht im Sinn hatte. Hits von Supertramp stammen von Hodgson Man mag es kaum glauben, dass ein Song, der so frisch daher kam, schon 44 Jahre alt ist. 2019 könnte „Supertramp" sogar das 50-jährige Bandjubiläum feiern. Wenn „Supertramp" noch „Supertramp" wäre. Die Band hat sich 1983 aufgelöst, besteht aber trotzdem fort. Wenn man es auseinanderklamüsert, ist es gar nicht so kompliziert. Wie John Lennon und Paul McCartney bei den „Beatles" gab es mit Roger Hodgson und Rick Davis auch bei „Supertramp" zwei stilprägende Sänger. Doch all die großen Hits, von „Breakfast in America" bis „It’s raining again", sind Lieder von Roger Hodgson. Und wenn man die Lieder hören will, die „Supertramp" groß gemacht haben, darf man nicht in ein „Supertramp"-Konzert gehen, sondern muss eines von Roger Hodgson besuchen. „Das war damals unser Deal, aber ich habe es nicht bereut. Und heute stehe ich hier auf der Bühne, die Menschen hören mir zu, und ich mache den schönsten Job der Welt", sagte Hodgson. Aus Belgien nach Beverungen Als er 1983 ohne Not bei „Supertramp" ausgestiegen ist, hat er zwar seine Songs mitnehmen dürfen, musste aber die Namensrechte bei der Band lassen. Das hat dazu geführt, dass es immer noch die „Supertramp"-Band gibt, man deren Hits wie „Dreamer", „Logical Song" oder „Give a little bit" aber nur bei Hodgson bekommt. „Für mich gibt es nur Roger", sagte Carole Dedeken (56). Die Belgierin fährt seit vier Jahren zu jedem Hodgson-Konzert, das sie sich zeitlich einrichten kann. „Ich bin jetzt bei 96 Konzerten und bekomme in diesem Jahr noch die 100 voll." Für Burkhard Gauding (59) aus Beverungen war es das zweite Konzert im Abstand von 40 Jahren. „1978 hab ich ,Supertramp‘ in der Originalbesetzung in Hamburg erlebt." Philip Micus (36) aus Peckelsheim zählte zu den wenigen Besuchern, die beide Open-Air-Abende besuchten: „Scooter und Roger Hodgson, das ist so ziemlich der größte Kontrast, den man sich vorstellen kann, aber von der Konzertstimmung her hat beides seinen besonderen Reiz."

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